Wien - Ansichten einer Stadt

Alle schwärmen von Wien - nur sie nicht! Das hat Gabi Weiss (45) neugierig gemacht, die Stadt, in der sie aufgewachsen ist, neu zu entdecken.

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Vienna feeling

Der 2. Wiener Gemeindebezirk, auch Leopoldstadt genannt, boomt, ist in, ist ein heißes Pflaster und neues Futter für Immobilienhaie. Was er auch ist: Ein charmanter Bezirk und noch ein Stück unentdecktes Wien. Kein Wunder, dass sich Christof Stein und seine Frau Edda Cosentini genau dort angesiedelt haben, um Gäste aus aller Welt ein Stück historisches Wien zu vermitteln. ...

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Edda kommt kurz bevor die Gäste ankommen und verleiht dem Wien-Appartement das Tüpfchen am i: Frische Blumen wandern in die Vase, ein Gugelhupf nimmt auf einem Teller Platz, Mozartkugeln warten auf die neuen Naschkatzen und Obst kommt in die Schale. Dann schaut sie nach, ob der Kühlschrank mit Wein und Wasser gefüllt ist. Nun können die Gäste sich wie zu Hause fühlen. Das ist Christof Stein und Edda Cosentini besonders wichtig. „Wir haben sogar Gäste aus Wien, deren Wohnung gerade umgebaut wird und die, immer wenn das Appartement frei ist, hier einziehen. Es ist eben viel gemütlicher als ein Hotelzimmer”, erzählt Christof.

Christof Stein hat sich beim Renovieren der 45 m2 Wohnung viele Gedanken gemacht und viel Zeit gelassen. Von Beruf her ein Sammler antiker Möbel und Gebrauchsgegenstände, war er jedes Mal ganz glücklich, weitere Kostbarkeiten heran schaffen zu können. So gesellten sich bald neben einem besonderen Luster, der - wenn er leuchtet Sterne an die Decke zaubert, altes Silberbesteck, Porzellangriffe aus Frankreich, Schalen und Kommoden aus dem Biedermeier, Jugendstil-Glasfenster und vieles mehr. Stück für Stück entstand eine Wohnung, die im Wiener Flair um 1905 eingerichtet ist. Jedes Stück war wohlüberlegt, hat sozusagen, seinen Platz gefunden. Die Fliesen in der Küche hat er durch Zufall bei einem Freund entdeckt. Der hatte die alten Gangfliesen von seiner Mutter aufbewahrt. Und die passten genau in die Küche! Daneben ließ er alte Bodendielen verlegen, damit der Stil gewahrt wird. Und sollte man eine Fliese zu Bruch gehen, Christof hat schon jemanden ausfindig gemacht, der einzelne alte Fliesen in seinem Besitz hat.

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Das erste Hereinkommen, der Blick durch die alten Flügeltüren, hinaus auf den riesigen Platz, weit entfernt von jeder grauen Hauswand, sondern nur Licht und Weite – das ist für Christof das Schönste. Und das Glasfenster aus der Zeit des Jugendstils.

Hinter all dem Wiener Flair verbirgt sich modernste Technik. Internet ist selbstverständlich, aber auch Geschirrspüler, ein in der Wand gut versteckter Safe aber auch hinterleuchtete Fenster, die den Blick in einen trüben Lichthof verdecken, der seinem Namen absolut keine Ehre macht.

Christof hat einen Fundus, wo er all die Sachen für die Wohnung sammelt. Für die Wohnungen, muss ich sagen, denn im obersten Stock wird gerade die zweite hergerichtet. Diesmal im Stil des Historismus. Das Lager für Fundstücke ist wichtig, denn die Wohnungen verändern sich, entwickeln sich, werden immer wieder aufs Neue mit Kleinigkeiten und Details aus der damaligen Zeit ausgestattet. Ob er denn keine Angst hat, dass so manche Gegenstände Füße bekommen? „Nein, überhaupt nicht. Alle, die bisher hier waren, hatten einen echten Respekt. Weil wir ihnen den Respekt und das Vertrauen entgegenbringen und das wollen sie auf keinen Fall missbrauchen”, erzählt Christof.

Die Bücher sind ein gutes Beispiel. Wer in seinem Wien-Urlaub mitten in der Lektüre steckt und der Abflug steht bereit, kann sich das Buch mitnehmen. Und auch gerne eines von ihm da lassen. Christof stellt gerade englische Literatur zusammen, schließlich kommen viele englischsprachige Gäste nach Wien. CDs mit klassischer Musik dürfen natürlich in einem Wiener Appartement schon gar nicht fehlen. Und wer Lust hat, kann sich sogar bekochen lassen.
Als Service stellt Edda gerade ein Büchlein mit Geheimtipps über Wien zusammen, aber auch so wichtige Details, wie Apotheke, Kurzparkzone und Taxis zum Flughafen, Insiderinformationen über die jüdische Geschichte des Bezirks, versteckte Synagogen, Tafeln auf Hausmauern, die an die damaligen Besitzer erinnern. Und dass es die Bäckerei da links vorm Haus ist, wo es so gut duftet.

Hätte ich nicht schon so eine schöne Wohnung, ich würde dort glatt einziehen.

Vienna Feeling
1020 Wien, Volkertplatz 5
+43 650 41 77 801
+43 664 453 99 33

www.vienna-feeling.com/

90 Euro pro Tag/für 2 Personen
15 Euro für jede weitere Person

Christof Stein gehört auch
das Lichterloh
und er ist Mitgründer
der Glasfabrik

Allgemeines über die Leopoldstadt und seine berühmten Bewohner

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Kommentare

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Diese Adresse muss ich mir merken! Wir waren über Pfingsten in Wien und wollen unbedingt noch mal hin. Und unser Hotel war zwar genauso teuer (oder günstig?), aber bei weitem nicht so charmant wie diese Wohnung. Danke für den Tipp!

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