Er kam und blieb
... der Regen. Ich hatte Leh wegen des vielen Regens verlassen und war dort angekommen, wo kein Indienreisender ankommen will, es aber doch immer wieder tut, in Delhi. Ursprünglich hatte ich vor, bis Ende August in Leh zu bleiben, da es die einzige regenfreie Region in Indien war. Doch dieses Jahr spielte das Wetter verrückt und sogar Leh wurde von heftigen Regengüssen heimgesucht. Nach der Schlammlawine und der dadurch ausgelösten überstürtzten Abreise aus Leh hatte ich nun zwei Wochen, die zu verplanen waren. Mein Auswahlkriterium für das nächste Reiseziel war ein Ort mit möglichst wenig Regen. Eine relativ sichere Option war Rajasthan. Dieser Bundesstaat liegt in der Wüste und wird vom Regen verschont, eigentlich. Spontan wählte ich Pushkar. Ein kleines Städtchen, an das ich von einem früheren Besuch gute Erinnerungen hatte. Per Taxi ließ ich mich von Delhis Flughafen direkt zur Bushaltestelle des Luxurybusses fahren. Ich hatte Glück und er fuhr direkt ab. Während unserer Fahrt frischte ich mit Hilfe meines treuen Begleiters, dem Lonely Planet, meine Erinnerung auf und freute mich auf den heißen Wüstenort. Gelegentlich wunderte ich mich über die Wasserstellen am Straßenrand, dachte aber es handele sich um Rohrbrüche und schenkte dem keine weitere Beachtung. Als sich die vermeintlichen Rohrbrüche durch ganz Rajasthan zogen, fragte ich meinen Sitznachbarn, wie das Ganze zu deuten war. Neben mir saß dieses Mal ein Inder höherer Kaste. Er war Eventmanager und die ganze Fahrt entsprechend mit managen beschäftigt. In einem Mix aus Hindi und Englisch malträtierte er sein iPhone. In einer der wenigen Gesprächspausen klärte er mich auf. Das Wasser rührte von heftigen Regenfällen her. Ganz Rajasthan sei sehr glücklich, da es erstmals seit zehn Jahren wieder geregnet hätte. Die anhaltende Dürreperiode hätte viele Familien in den Ruin getrieben und daher sei der Regen heiß ersehnt gewesen. Ich versuchte mehr über Frequenz, Niederschlagshöhe und Dauer der Regengüsse zu erfahren, natürlich unter dem Tenor des Mitgefüls und nicht meiner niederen Beweggründe, einen trockenen Urlaub zu verbringen. Aber es hörte sich nicht gut an...
Und so war es auch: Mein erster Tag in Pushkar begrüßte mich mit Regen. Genauso wie mein zweiter und mein dritter. Pushkar war eine heilige Stadt an einem heiligen See. Der See war seit Jahren ausgetrocknet und jetzt mit braunem Schlammwasser randvoll. Das Städtchen war eine typisch indische Stadt. Laut, überfüllt, farbenprächtig, mit kleine Tempeln an jeder Ecke und der ganzen Geruchsklaviatur Indiens. Kühe und Kälber, wild in der Gegend verstreut komplettierten das Bild.
Ganz Pushkar feierte den Regen. Ich konnte so viel Glück kaum ertragen... Noch weniger ertragen konnte ich den durch den Regen angespülten Schmutz. Die Straßen waren nicht auf heftige Regengüsse ausgerichtet und in Kürze überschwemmt. Manche Teile der Stadt nicht mehr passierbar, wollte man nicht durch die Kloake waten. Den Weg, den ich wählte, machte ich von der Wasserhöhe und der darin vorhandene Kuhfladendichte abhängig.
Alles in Pushkar war auf Wüste ausgerichtet, Wüstentouren, Wüstenlagerfeuer, Kameltrekkings und mit dem Regen waren alle Aktionen hinfällig. Ein anderes Freizeitangebot gab es nicht. Ich streifte durch die Strassen und stieß durch Zufall auf ein entzückendes Guest House. Um genau zu sein, es war nicht der Zufall sondern diese Kuh, die mich in mein Glück stieß.
Was ich im Milkman Guest House erlebte, erfahrt Ihr in Kürze.
erzähle von Vinod, Durga, dem Koch und dem kleinen Tarun - Grüße clément
Kommentiert von:Clément | Sonntag, 5. September 2010, 20:24 Uhr
.. bin schon gespannt. Regen hättest Du übrigens hier auch haben können.
Viel Spaß noch & alles Liebe
Astrid
Kommentiert von:Astrid | Sonntag, 5. September 2010, 20:26 Uhr
Hallo Clément,
bist Du ein Hellseher oder woher kennst Du die Namen meiner Hauptdarsteller des naechsten Eintrags?? Ja, genau ueber die wollte ich tatsaechlich schreiben. Geduld, mein Lieber!
Gruesse
Petra
Kommentiert von:Petra Wagner | Montag, 6. September 2010, 15:21 Uhr
Isn't The Milkman Guest House the nicest and warmest place to be in Pushkar? Ich finde es übrigens immer ganz toll, wenn Du Fotos anhängst: bitte mehr attachments & schreibe bitte j e d e n einzelnen Tag!!!!!!! À bientôt - Yours, Clément
Kommentiert von:Clément | Montag, 6. September 2010, 22:21 Uhr
Hallo Petra,
... so wie sich das liest, scheint DIR der Regen Deine gute Laune ja nicht streitig zu machen ;-))
Schön, was DU da erlebst und uns daran teilnehmen läßt1
Weiterhin alles Gute und Grüsse von Bordeauxdogge Ludwig
herzlichst
Uwe
Kommentiert von:Uwe Schmid | Mittwoch, 8. September 2010, 7:16 Uhr
Liebe Petra,
nun bin ich aber sehr gespannt auf Deine Erzählungen aus "The Milman Guest House", denn ich bin mir sicher, dass Du auch hier wieder so einiges erleben wirst. Gerade wo die Aktivitäten sprichwörtlich "ins Wasser gefallen" sind.
Bis bald, Nina
Kommentiert von:Nina | Donnerstag, 9. September 2010, 12:04 Uhr