Etikettenhaftung & Verpackungswunder
Kennen Sie das? Sie haben etwas neu erstanden, beispielsweise einen Tagesplaner für das neue Kalenderjahr und das Preisetikett muss ab. Geht aber nicht ohne weiteres. Nach Rubbeln, Kratzen und einer braunen Portion Klebstoff unterm Fingernagel bleibt ein unschöner Fleck auf dem nagelneuen Stück. Den darf man nun ab sofort ein ganzes Jahr lang jeden Tag ansehen.
Oder die neue Unterhose – ein edles feines Stückchen! Im Preis inbegriffen ist ein säuberlich eingenähtes Etikett in Schwanzknochennähe, …..
…...das wunderbar kratzt und absolut weichspülerresistent ist. Irgendwann ist man es leid und versucht sich in den Waschräumen am Arbeitsplatz mit einer Notoperation zum Leidwesen des feinen Stöffchens, denn das hat ruckzuck seinen Schaden weg. T-Shirt-Einnäher sind übrigens mindestens genauso unerträglich.
Ich kann Preisschilder nicht leiden, weder auf dem Marmeladenglas, der Hülle einer neu erstandenen CD noch auf einem Buch, Stuhl, Bett oder Bettvorleger. Beziehungsweise muss ich differenzieren, denn es gibt ja anwenderfreundliche Etiketten, die ganz einfach und ohne Rückstände abzuziehen sind. Auf einer Kunststoff-Ausweishülle hatte ich so eines diese Woche. Einmal an der Ecke ziehen und schon geht alles in einem Ruck ohne sichtbaren Nachlaß ab. Das tut innerlich so gut, wie ein heißer Kakao nach einem Winterspaziergang. Die Verwendung dieses Materials wäre eine sinnvolle Verordnung zur Nervenschonung des Endverbrauchers.
Was mich auch oft verwundert ist der Unterschied zwischen der Anleitung zur Verwendung einer Verpackung und ihrem reellen Gebrauchswert. Nudeln beispielsweise. Da sagen mir doch glatt die teuren Bio-Nudeln in der Tüte, ich könne nur einen Teil ihrer Schar entnehmen und den Rest prima wieder verschließen. Mit einem Stück Klebestreifen, das sich aber als Einwegstreifen entpuppt und schon nach dem ersten Öffnen kein zweites Mal mehr haftet.
Für Scherereien im Alltag sorgen auch regelmäßig die Frischmilchtüten, die man an einer Ecke erst auseinander zieht und dann eine Art Ausgießer heraus klappt. Regelmäßig unregelmäßig abgerissen ärgert es mich dann die ganze Tüte lang, dass ich mal wieder nicht die Milch mit dem Drehverschluss gekauft habe. Eckenärger habe ich auch ab und an mit Kunststofftüten, die man ganz einfach oben an aufgedruckter Strichlinie einreißen kann. Angeblich. Oft enden die Öffnungsversuche in halb zerissenen Packungen, deren Inhalt man dann am besten auf einmal isst oder ihn in ein sinnvolles Behältnis umfüllt.
Zu meinen Favoriten im Verpackungsärger gehören auch Dosen, deren runder Öffnungsclip bereits beim Anheben abbricht und nicht erst nach halb abgezogenem Deckel. Wunderbar auf den obersten Platzierungen eignen sich auch Drehverschlüsse an Getränkeflaschen, die sich nur unter Gewaltanwendung drehen lassen und Cellophanhüllen, deren „Öffnungsbändchen“so unsichtbar ist, dass auch ich es nicht finden kann. Da hilft nur noch eine spitze Schere und ausreichend Fingerspitzengefühl... aber vielleicht liegt ja genau hierin die Lösung des ganzen Dilemmas - so knacke ich dann selbst die härteste Nuss.
Übrigens möchte ich noch einmal auf meine Original-Zeichnung im Tausch gegen Ihre Spende für Kinder auf Haiti im Blogbeitrag vorher hinweisen. Lesen Sie einfach einmal hinein. Und öffnen läßt sich der Text auch ganz einfach ohne Drehverschluss, Clip und Zipper.
Illustration: Karin Tauer 2006. www.zebrafisch.com
... oder die Verpackungen, bei denen man eine Schütt-Ecke herausziehen kann (angeblich). Ohne Werkzeug geht das entweder nicht oder man reißt gleich die ganze Ecke ab.
Über die Sache mit dem Bund fürs Leben bei Aufklebern habe ich mich auch schon oft aufgeregt. Mit Nagellackentferner bekommt man den verbliebenen Klebstoff übrigens ab. Auch bei Kunststoffverpackungungen. Nur geht dann auch gleich die Farbe mit ab ...
Lieber Gruß - Renate
Kommentiert von:Renate | Mittwoch, 3. Februar 2010, 11:59 Uhr
Kleiner Tipp: Etiketten(reste) lassen sich gut entfernen, wenn man sie mit Butter einschmiert und einwirken lässt (Speiseöl geht glaube ich auch)! Zumindest von Plastik, von dem man das Fett wieder abwischen kann.
Kommentiert von:Anne | Mittwoch, 3. Februar 2010, 17:14 Uhr
Butter auf den Terminplaner *smile* Dann läuft das Jahr wie geschmiert!
Lieben Gruß und viel Glück bei deiner Versteigerung zugunsten Haiti
Kommentiert von:Patricia | Donnerstag, 4. Februar 2010, 12:49 Uhr
Ich habe auch noch so ein Beispiel:
Markenaufkleber auf sündhaft teuren Wein-, Sekt-, Cognac-Gläsern. Wo oft nur die Papierschicht beim Spülen abgeht, der Kleber aber nicht. An gut sichtbarer Stelle hat man dann so einen grauen Popel sitzen, dessen mechanische Entfernung ab und zu zum vorzeitigen Ende des empfindlichen Stücks führt.
Grüsse
Mamita
Kommentiert von:Mamita | Freitag, 5. Februar 2010, 11:35 Uhr
Und abgebrochene Fingernägel nicht zu vergessen, denn diese brechen eher als das manch "einfach-hochziehen-lasche sich bewegt.
Gruß Sylvia
Kommentiert von:sylvia | Freitag, 5. Februar 2010, 21:38 Uhr