Karin Tauer (43) schreibt und zeichnet aus ihrem Alltag auf Teneriffa. Als Mama und selbstständige Illustratorin erlebt sie auf der Insel manchen Wellengang zwischen Tourismus und Bananenplantage.
mehr zur Autorin / zum Autor
... dann hat dies Seltenheitswert in Puerto de la Cruz und bedeutet nichts Gutes.
Innerlich durchnässt und zutiefst
beeindruckt erzähle ich aus dem gestrigen Tag. Nach heftigem Regen,
also ganz als würde jemand einen Eimer in Universumsgröße über
uns auskippen, kam ich mit meinen Nachbarn und Freunden nach Hause.
Wir waren unterwegs durch Aquaplaning und angeschwemmtes Gerölll, zwischen hochgelupften Kanaldeckeln und braunem Wasser,
das jeden erdenklichen Weg nahm...
weiter lesen "Wenn der Barranco zum Wasserfall wird..."
Bestimmte Lebensphasen bedingen
bestimmte Lebensgefühle. Die Lebensphase des Wandels ist derzeit
eingeläutet und hat als Hauptakteure die werten Majestäten
„Unsichtbarkeiten“ ins Reich zwischen die Welten geladen. Wie
König und Königin sitzen sie sich bei mir zuhause gegenüber und
träumen von der Materie. Es geht um all die Dinge, die nicht oder
noch nicht greifbar sind und die visualisiert wesentlich zur inneren
Zufriedenheit beitragen würden. Da sind die Fäden, die im
Hintergrund gezogen und zu ganzen Netzen verwoben werden müssen,
endlose Telefonate, Mails, handgeschriebene Listen mit Aufzählungen,
was zu tun ist, was nicht vergessen werden darf. ...
weiter lesen "Unsichtbarkeiten"
Samstag morgen um neun an einer
wildromantischen Ecke der Insel: das Wochenende beginnt mit einer
Sondereinlage unserer Yogalehrerin bei einem Treffen vollkommen
abseits vom üblichen Kursraum. Ein Plateau oberhalb des wogenden
Atlantiks beherbergt für eine Weile vor der hinter den Bergen
aufsteigenden Sonne unsere Gruppe. Wild zerklüftete Felsen liegen
unter unseren Füssen, der Atlantik gibt mit beeindruckenden Wellen
und entsprechendem Sound wirklich alles an diesem Morgen. ….
weiter lesen "Yoga, Milchcafé und Plattfuß"
Ob ich nun Vielfliegerin bin
oder nicht, ist wie alles im Leben relativ. In den letzten zwölf Monaten
habe ich 20 Einzelstrecken per Flugzeug hinter mich gebracht. Mal bei
der einen, mal bei der anderen Fluggesellschaft. Zwischen den
Kanarischen Inseln und Deutschland und innerhalb Deutschlands. Es
ging nie ein Gepäckstück verloren, es ging nichts zu Bruch und ich
hatte meistens recht nette Menschen in meiner engen und sehr nahen
Umgebung im Flugzeug. Mal gibt es Essen, das andere Mal Snacks, meine
Kopfhörer habe ich sowieso dabei und die eine oder andere Strecke
versüßte mir auch schon einmal ein Schokotaler zum dargebotenen
Spielfilm. Und dann kam mein letzter Flug, von dem ich am Dienstag
dieser Woche zurückkehrte...
weiter lesen "Klappstuhl-Fliegen"
Süß. Alles erscheint mir hier
niedlich und süß. Und das spiegelt sich in meinen Zeichnungen
wider. An sich wollte und sollte ich ernsthafte
Wunderglitzerweihnachtskunststückchen für eine Adventsausstellung
zaubern. Stattdessen sitze ich an meinem Schreibtisch mit der
unverschämt genialen Aussicht auf einen blauen Horizont, der sich
aus Atlantik und weißen Wolkenbergen zusammensetzt und sehe hinaus –
was das Wort Aus-Sicht ja schon impliziert. Wer sitzt und guckt und
träumt, der denkt nicht viel und zack … der Bär ist los. ICH...
also ICH, Karin Tauer, sitze hier und male Bärchen. Einer niedlicher
als der andere. So süß, dass ich schon darüber nachdenke
beispielsweise diesen Teddy hier als Postkarte drucken zu lassen...
weiter lesen "Der Bär ist los. "