French Connection

Eigentlich wollte sie nur mal raus. Deshalb ging Christiane Dreher (46) 2005 nach Südfrankreich. Doch dann hat sie sich verliebt: in Land, Leute - und in Patrick.

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Sauerkraut, Polka und wo liegt noch mal Deutschland?

Wenn man den gängigen Vorurteilen glauben mag (und ich glaube ihnen) weiß man in den USA, trotz aller deutschstämmigen Einwanderer, in der Regel nicht viel über Deutschland. Bier, Oktoberfest, Dirndl und Hitler. Ok, Amerika ist groß und Deutschland klein und so weit weg, und es ist nur eines der vielen kleinen Länder in Europa, das ist für Amerikaner so unübersichtlich wie für unsereins eine Zeitlang die neuen Grenzverläufe im ehemaligen Jugoslawien...

Auch am anderen Ende der Welt, in Neuseeland, weiß man nicht viel über Deutschland oder Europa. Ich hatte mal Besuch aus der unteren Weltkugelhälfte, und die beiden älteren Damen waren verwirrt über die Vielzahl der kleinen Länder, der Währungen und der Sprachen, die sie in vier Wochen bereisten: sie hatten "Europa in vier Wochen" gebucht, waren davon aber ganz klar überfordert. Sie wurden in Rom und Paris beklaut, was dazu führte, dass sie sich in Mainz-Gonsenheim genauso unsicher fühlten wie in Neapel im Hafenviertel. Sie konnten gar nichts mehr realistisch einschätzen. Und sie ließen mir entnervt jede Menge Vor-Euro-Währungen da, die sie beim ständigen Länderwechsel umgetauscht hatten, und mit denen sie so verständnislos umgingen wie mit Spielgeld. Die beiden Neuseeländerinnen riefen mich vor ihrer Reise an, um mir zu sagen, dass sie ein bisschen Zeit in England verbringen wollten, bevor sie nach Europa kämen. Ich sagte, fein, aber by the way, England gehört schon zu Europa. Schweigen. Are you sure? Wurde ich zurück gefragt. Gut, für sie gehört England zum Commonwealth und hat mit dem Rest der Welt nichts zu tun. England ist ein Königreich außerhalb von Europa, liegt es doch auch vorgelagert auf einer Insel, man fährt dort links, hat seine eigene Währung und verehrt die Queen, ganz ehrlich, ich frage mich auch, gehört England zu Europa? Ist ja auch nicht so schlimm, weiß ich wirklich viel über Neuseeland? Vermutlich nicht.

Aber nun: Deutschland und Frankreich sind benachbarte Länder, und die Deutschen wissen von Frankreich ganz schön viel. Neulich sah ich bei arte einen Film, wo Franzosen und Deutsche nach den angrenzenden Ländern des jeweils anderen Landes gefragt wurden: die Franzosen sollten die Grenzländer von Deutschland nennen, die Deutschen die Grenzländer von Frankreich. Könnt ihr ja grad mal kurz überlegen, ob ihr das wüsstet? Ich war nicht wirklich gut darin, aber chapeau, die meisten Deutschen, die in einem Park in Berlin befragt wurden, kannten spontan fast alle angrenzenden Länder Frankreichs, ohne langes Zögern! Nur einer legte Frankreich neben Portugal, eine Dame nannte noch Marokko als Grenzland. Na gut, nicht ganz falsch, bisschen weit weg und das Mittelmeer liegt auch noch dazwischen. Die größten Fehler lagen darin, Monaco und Andorra zu vergessen. Das ist verzeihlich, finde ich. Aber was soll ich sagen? Glaubt ihr, auch nur ein Franzose wüsste, was sich um Deutschland herum so ländermäßig tut? Nix da. Deutschland grenzt links an Frankreich und rechts an ... ähm... Russland? Jugoslawien? Was ist denn da noch?  Finnland? ... ähm... Bulgarien? Ah, nein, Italien! ... Ich lachte herzlich und fragte Patrick nach den Grenzländern meines Heimatlandes. Danach war ich schockiert. Er weiß nichts. Russland! Jugoslawien! Wo liegt noch mal Deutschland? In Sibirien? 
Die Deutschen kennen Paris und die Schlösser der Loire, das Elsass und die schönsten Dörfer in der Provence, Bordeaux und alle Weinlagen, den Atlantik und die Bretagne, sie paddeln die Ardèche runter und wandern in den Pyrenäen, und sie lieben die französische Lebenskunst und die französische Küche. Die Franzosen wissen von Deutschland herzlich wenig, und es interessiert sie auch nicht besonders. Es ist kalt „da oben“, es gibt das berühmte Fête de la bière, das Oktoberfest, den Schwarzwald, die Schwarzwälderkirschtorte und aaah, la choucroute!, das Sauerkraut mit Würstchen und gekochtem Schweinebauch. Dann hört's auch schon auf. Und das choucroute treibt mich irgendwann noch in den Wahnsinn.
Neulich sahen wir einen Film „Je vous trouve très beau“, ich weiß nicht, ob und unter welchem Titel der auch in Deutschland im Kino lief. Ein verschrobener Landwirt sucht über eine Partnervermittlungsagentur eine Frau und reist eines Tages nach Bukarest, um eine Auswahl von Frauen persönlich kennenzulernen. Da er das vor seinen Freunden nicht zugeben will, gibt er vor, nach Hannover zu einer Landwirtschaftsmesse zu fahren. Oh, schreien alle seine Freunde entzückt auf, „du fährst nach Deutschland! bring uns deutsches choucroute mit!“  Das bringt ihn etwas in Verlegenheit, so dass er sich in Bukarest als Beweis für seinen Deutschland-Aufenthalt auf jeden Fall mit einem Schäferhund und vor einer deutschen Autoreklame fotografieren lässt, und la choucroute kauft er heimlich im französischen Supermarkt. Schmeckt dann auch eher unspektakulär, finden seine Freunde.
Ich weiß nicht, wieso uns dieses Sauerkraut so nachhängt. Stammt aus einer anderen Zeit, denke ich mir. Mir wird hier gern mal erzählt, wann und wo man ein sehr gutes choucroute gegessen hat, als müsse mich das persönlich interessieren, und ich bemühe mich jedes Mal, wenn’s um deutsches Essen geht, zu erklären, dass wir Deutschen, zumindest in heutiger Zeit, nicht jeden Tag Sauerkraut essen, was aber immer auf eine gewisse Verständnislosigkeit stößt. Ist doch so was Leckeres, la choucroute!
Selbst, wenn es lecker ist, wie oft im Laufe eines Jahres esst ihr Sauerkraut mit Eisbein, Kasseler oder Würstchen? Und wie lange redet ihr dann davon, dass ihr Rippchen mit Kraut gegessen habt?
Zum letzten Weihnachtsfestessen im Gemeindesaal haben wir dann tatsächlich la choucroute gemacht. Na endlich, war die einhellige Meinung, und ganz klar war für alle, dass ich ihnen la choucroute gezaubert habe, ich, die Deutsche. Alors, Christjann, erzähl mal, wie hast du es gemacht? Mit Riesling? Mit Bier? Mit Champagner? Mit Schmalz? Hast du Zucker dran getan? Unglaublich, wie lange und intensiv man über das Kochen von Sauerkraut reden kann. Es war aber Patrick, der Südfranzose, der ihnen das „typisch deutsche“ (Weihnachts)-Essen gezaubert hat. Ich fantasierte ein bisschen, schließlich hatte ich in der Küche daneben gestanden. Machst du dein choucroute in Deutschland genauso? Schmeckt es genauso? Soll ich jetzt sagen, dass ich in Deutschland etwa alle drei Jahre mal eine Dose aufgemacht habe? Und könntet ihr euch in Deutschland Sauerkraut mit Rippchen als erfolgreiches festliches Weihnachtsessen vorstellen? Hier geht das. Und alle redeten noch tagelang davon. Ist das wirklich noch das deutsche Nationalgericht? Ich würde sagen, la choucroute ist heute viel traditioneller in Frankreich verankert als in Deutschland, aber glauben tut mir das hier keiner.

Fehlt noch was? Über die Polka hab ich noch nichts geschrieben? Na, nur anklicken!

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Kommentare

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Wenn man ohrwurmgefährdet ist, sollte man den link lieber nicht anklicken... ist aber witzig. Ein wenig erschreckend ist das ja schon, dass das Bild über Deutschland in wer weiß was für Zeiten hängen geblieben ist. Sind aber zumindest relativ positive Vorurteile - es gäbe wirklich schlimmeres.
Die Unterschiede in der Umfrage haben mich dann doch erstaunt, ich hätte wirklich nicht gedacht, dass Deutsche besser über Frankreich Bescheid wissen als umgekehrt. Erklärt sich aber vielleicht aus der größeren Reiselust der Deutschen...

Ich mag kein Sauerkraut, brrr!

Und ja, Europa sind für die Leute hier auf der kleinen windigen Insel neben Irland die Länder auf der anderen Seite des Kanals... :)

Es ist wirklich witzig...hier in Spanien reden alle nur vom Schwarzwald und von Berlin. Das ist alles was sie von Deutschland so einigermassen kennen.
Ich liebe Sauerkraut...habe es aber noch nie selbst gemacht, auch meine Mama nicht, sogar als Hausfrau. Bei uns gab´s und gibt´s das von Hengstenberg, die praktischen Portionenpäckchen nehme ich mir jetzt auch immer aus Deutschland mit, sind nicht so schwer wie die Dosen.
Und ja, ich kann mir Wammerl mit Kraut (und Kartoffelpürree) durchaus als Weihnachtsessen (zumindest für Hl. Abend, wo man ja etwas einfacher isst), vorstellen, sehr lecker...und schon deshalb weil wir Deutschen ja wirklich nur noch selten solche Gerichte essen, es ist dann schon etwas besonderes. Ist eben nichts für den Alltag.
Schade dass sich die Franzosen so wenig für uns interssieren...aber verallgemeinern kann man das ja nie, ich kenne einige Franzosen die schon sehr lange in Deutschland leben und sich da sehr wohlfÜhlen.
Ach ja, und es gibt ja eigentlich nichts was sexier ist als Deutsch mit französischem Akzent, findet Ihr nicht? Umgekehrt ist das vermutlich nicht so!

Unser Familien-Weihnachtsessen war: Weißwürste in polnischer Soße (Lebkuchensoße mit Malzbier) mit Salzkartoffeln + Sauerkraut. Oberköstlich! Werde ich mir am 24. September wieder gönnen.

Das Lied ist ja der Hammer! Tja, das liebe Sauerkraut, dabei finde ich alle Krautarten ja sehr verankert in Deutschland: Rotkohl/kraut und dann noch der Grünkohl, der auf allgemeine Verunsicherung trifft. Ich persönlich würde ja Brot als Thema viel interessanter finden, da gibt es ja so viele Sorten.

LG Bina

Doch, der deutsche Akzent, zumindest der von Romy Schneider, kommt in Frankreich doch sehr gut rüber. Und das "choucroute"... In Frankreich eher eine elsässische Spezialität und deshalb auch sehr verankert, mindestens so sehr wie in Deutschland. Früher assen wir das Sauerkraut immer am Plätzchenbacktag abends im Dezember, das einzige, was wir nach so viel Süssigkeiten noch runterbrachten. Rippchen mit Kraut... "choucroute" = "Kohlkraut" Viele Grüsse auch aus Südfrankreich,
Annette

Die Sauerkrautpolka beamt mich augenblicklich zurück in meine Kindheit: Meine Eltern hatten mir ein Paar neue Schuhe gekauft, aber nicht die, die mir gefielen, sondern ebenso gesunde wie potthässliche, wie ich fand. Ich war traurig und wütend darüber und deshalb gingen sie zum Trost mit mir anschließend in den Film, zu dem die Sauerkrautpolka gehört. Da machte Gus Backus einer dicken Köchin (Trude Herr) Hoffnungen, weil er dauernd ihr Sauerkraut essen wollte und bandelte gleichzeitig mit einer schlanken Jungen an (Ich glaub, es war Vivie Bach). Danach war ich total verknallt in diesen Schwerenöter Gus Backus, meinen Traummann für die darauffolgenden Wochen, ein Gefühlszustand, der mir später dann wiederum aber so was von peinlich war.

hihi. danke für den link. mal sehen ob ich heute nacht von sauerkraut träume. dein bericht ist jedenfalls klasse und auch die kommentare hab ich gerne gelesen.

ps.: seit etwa 2 wochen liegt ein päckchen sauerkraut (günstig von penny) in meinem kühlschrank und wartet darauf, dass ich es endlich zubereite. essen mag ich es natürlich nur mit selbstgemachten kartoffelbrei. die kartoffeln dazu sind auch da, wie muskatnuss und milch, aber irgendwie gehen nudeln schneller (jaja) und und und

pps.: meine mama, jahrgang 48 kennt noch selbstgemachtes sauerkraut. als es noch kein bofrost und co. gab war das ein willkommenes gemüse wärend der kalten jahreszeit.


grüße,
bettina

Hallo,
es gibt ein schönes Buch von einer Französin, ursprünglich auf französisch geschrieben, um den Franzosen die Deutschen näher zu bringen. Inzwischen ist es wegen des grossen Erfolgs auch übersetzt. Mir hat es geholfen, einiges besser zu verstehen:

"Die Legende vom typischen Deutschen" von Béatrice Durand,

viele Grüsse nach Frankreich und Danke für die schönen Geschichten,
Barbara

@ Bettina
Selbstgemachtes Sauerkraut, ja das kenne ich auch. Wir haben uns einen Sack Weißkohl-Köpfe gekauft (die wurden uns vom Bauern geliefert), vom Nachbarn den Krauthobel geborgt (ist die Super-Magnum-Variante von einem Gurkenhobel) und dann wurde gehobelt. Man musste verdammt aufpassen, dass man sich dabei nicht eine Daumen- oder Fingerkuppe abgehobelt hat. Dann wurde das gehobelte Kraut schichtweise in einen riesigen Tontopf gebettet und jede Schicht dick mit Salz bestreut. War der Topf voll, wurde ein Holzbrett darauf gelegt und oben drauf ein großer, schwerer Stein.
Das Ganze musste dann ein paar Wochen ziehen und irgendwann war es dann soweit: köstliches Kraut! Mit Salzkartoffeln serviert liebe ich es heute noch. An Weihnachten besonders ... siehe meinen Kommentar weiter oben.

Hihi, diesen Film habe ich sogar gesehen und fand ihn ziemlich witzig: "Sie sind ein schöner Mann." Jedenfalls sagten das die Bewerberinnen immer zu dem Bauern.

Und ja, ich finde Sauerkraut auch sehr lecker, ist für meine Begriffe aber ein eher deftiges, aber kein festliches Essen. Hier in Franken können das alle sehr gut. Ich kauf es entweder beim Metzger schon fertig gewürzt, braucht dann nur aufgewärmt zu werden, oder frisch beim Gemüsehändler. Gibt's bei uns meistens zum Kasseler. Aber das essen wir vielleicht so alle 6 - 8 Wochen, über den Winter verteilt. Im Sommer mag ich sowas gar nicht.

na ja, betreffend sauerkraut in frankreich gibt es noch einige ergaenzungen: sauerkraut mit fisch ist eine spezialitaet. sauerkraut in frankreich, deutschland, oesterreich, ungarn und rumaenien wird auf viele verschiedene arten zubereitet-es ist also wirklich nicht typisch deutsch und der streit um romy schneider scheint noch nicht beendet - auch gut. szegediner gulasch sollte nur ein beispiel sein.
sauerkraut ist jedenfalls super gesund und schmeckt mit diversen gerichten aus der tiroler kueche wie ziachchiachl, blattln etc. sowie blut- und leberwurst oder ganz einfach nach suedtiroler art wunderbar.
bisous

Hallo Maedels, danke fuer die Vielfalt an Erinnerungen, Assoziationen, Rezepten und Buchtipps! Super! Freut mich, wenn mein kleiner Text so viele unterschiedliche Reaktionen ausloest!

Liebe Eva2: Ich hab den Film "unsere tollen Tanten" ergoogelt, den kannte ich gar nicht, obwohl ich einen Haufen dieser Art Filme aus der Zeit kenne, und ich hab ein paar Filmschnipsel bei youtube angekuckt, und ich finde Gus Backus auch ziemlich hinreissend. Das Rezept fuer die Lebkuchen-Malzbiersosse wuerde mich sehr interessieren, Renate! Ebenso das Rezept fuer Sauerkraut nach Suedtiroler Art, Maja! Und was ist ziachchiachl???

Und ich kenne auch noch richtig selbstgemachtes Sauerkraut, wie Renate das beschreibt, denn meine Eltern, insbesondere mein Vater, hatte voellig anachronistisch in den achtziger Jahren ein Beduerfnis nach traditioneller Lebensweise: wir haben Apfelwein und Schnaps selbst gemacht, saure Bohnen und Sauerkraut in Tontoepfen eingelegt, es gab Rumtopf, und es reiften immer irgendwo ein paar gruene Tomaten auf einem Fensterbrett nach usw. Mich hat das damals aber leider nicht interessiert und ich verbinde auch kein besonderes Geschmackserlebnis damit.

"Die Legende vom typischen Deutschen" werd ich gleich mal bestellen, Barbara, das will ich doch wissen! Ich finde ja, dass die kleinen Filmchen bei arte/Karambolage uns vieles gegenseitig naeherbringen, aber manchmal vertun sie sich auch, und so entstehen dann weitere Vorurteile, die sich unausrottbar im Gehirn festsetzen -- eine Freundin schrieb mir gerade, dass ihre Tochter bei einem deutsch-frz. Schueleraustausch hartnaeckig auf die Fruehstuecksbrettchen angesprochen wurde, also diese kleinen Resopalbrettchen, die es in meiner Kindheit kariert oder mit Obst- und Gemuesedesign gab, und die jetzt gerade wieder "in" (und scheissteuer) sind, heute jedoch mit Stadtplaenen und Gedichten drauf.
Oder taeusche ich mich, wie schon beim Sauerkraut, und ihr belegt noch kunstvoll Wurstbrote auf einem Resopalbrettchen?

Voelkerverbindende Gruesse aus Suedostfrankreich, ganz nah an der Grenze zu ... aehm ... Jugoslawien?!


Vieles in Deutschland ist ja auch sehr regional. zum Beispiel gerade die Frühstücksbrettchen. Bzw. ich kenne Leute, die sich nichts anderes vorstellen konnten, als abends auf so einem (immerhin) Holzbrettchen zu futtern. Ich glaube, es waren Franken. Bei uns macht das keiner. Ist halt unterschiedlich.

Als ich in Frankreich lebte, war mein ständiger Satz: "DIE Deutschen gibt es nicht, es gibt Nordeutsche und Süddeutsche und Hamburger und Rheinländer und Berliner und Sauerländer und und und..."

Wobei ich mich schon ertappt habe, ständig zu sagen, DIE Franzosen sind so. Ich glaube aber nicht, dass sie weniger vielfältiger sind, ich kenne nur weniger unterschiedliche Leute.

Obwohl... Es ist 20 Jahre her, ich hab in Paris gelebt, also irgendwie ganz anders wie bei Dir. Und doch könnte ich beim Lesen ständig sagen, ja, genau! so wars! Genau so!

Natürlich ist das unterschiedlich, ich hab auch nie von Holzbrettchen gefrühstückt zu hause, aber "man kennt das" halt, von Freunden oder so. Während ich hier in Italien (und in anderen Ländern, in denen ich gelebt hab) noch nie gesehen hab, dass Leute von Holzbrettchen frühstücken. (Ist vielleicht was nordisches? So Niederlande und Skandinavien oder so (jetzt total geraten)?) In jedem Fall bezieht man sich glaub ich auf Folgendes, wenn man "DIE soundso" sagt: man hat in einem Land etwas wiederholt entdeckt/erlebt, das man aus dem eigenen Land oder anderen Ländern, in denen man gelebt hat nicht kannte. Und wenn mindestens 5 (...) Menschen sich so verhalten oder man das im Fernsehen wiederholt sieht (!!!), dann neigt man zu einem "DIE soundso tun immer diesundas". Ungefähr so... oder?

Oh ich liebe Brotzeitbretter, besser aus Holz denn aus Resopal. Die Resopal-Variante hatte ich als Kind mit Pumuckl drauf ((-;
Schon lange will ich mir mal dieser Bretterl besorgen und mit runter nach Spanien nehmen, es handelt sich um die Dinge die ich vermisse. Ich mache einfach lieber eine Brotzeit auf einem Holzbrettl als auf einem Teller.

Wenn du mir Gus Backus anbietest, steck ich mir doch lieber "Bohnen in die Ohr'n."
Aber zum deutschen Sauerkraut(als wenn's im Elsaß nicht viel mehr gäbe): In den fünziger Jahren besuchte uns eine etepetete junge Dame aus Kanada, direkt vom Schiff erste Anlaufstelle vor der Europatour, und O-ton: "Eins werde ich in Deutschland nie essen, und das ist Sauerkraut." , während sie genussvoll Szegediner Gulasch einschaufelte. Wir ließen die Europareisende in der Gnade der Unwissenheit.
Gruß marana.

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