Aah, es geht doch nichts über die kleinen Freuden des Alltags, zum Beispiel: unentschuldigtes Fehlen. Ich jedenfalls war die letzten acht Tage auf Dienstreise, das heißt, ich habe sogar gearbeitet, aber eben nicht hier an dieser Stelle. Irgendwie dachte ich, ich würde von unterwegs bloggen, es hätte so was nonchalant jetsetartig Modernes gehabt: Hallo, ich bin in Brooklyn; huch, jetzt bin ich in Montauk. Allerdings hatte ich in Brooklyn keine Zeit, ständig war ich damit beschäftigt, auf Taxis zu warten, die man dort nicht heranwinken, sondern nur per Telefon bestellen kann, und dann kommen sie nicht. Ich bin sechstausend Kilometer geflogen, um zu warten. Es ist ein verrücktes Leben. Auf Long Island schließlich hatte ich in meinem Bed&Breakfast nicht einmal einen Fernseher, von Internetzugang ganz zu schweigen. Ich bin jeden Abend um halb neun ins Bett gegangen, denn in allen vier Kinos liefen exakt die gleichen Filme: „Shrek 3“, „Piraten der Karibik 3“ und „Ocean’s 13“, also „Ocean 3“. Es ist der Sommer der dritten Teile, „Spiderman 3“ habe ich noch nicht erwähnt, von „Zodiac“ ganz zu schweigen, der sich anfühlt, als hätte man „Zodiac 1“ und „Zodiac 2“ verpasst, dabei gibt es sie gar nicht. Alles ist sein eigener dritter Teil. ...