Wüste und Wolkenkratzer

Karin Behringer (42) lebt seit 2008 mit ihrer Familie in Saudi-Arabien - in einer Gesellschaft zwischen strenger Tradition und Moderne.

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Das Buch ist da!

Nach langer Pause hier im Blog sind gleich zwei große Neuigkeiten mitzuteilen.

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I've been mutawaded

Jetzt hat es mich auch erwischt. Nach all den Monaten hier ist es jetzt zum ersten Mal passiert. Ich war mit einer Freundin in der Dharhan Shoppingmall. Wir waren in unsere abayas gehüllt, trugen aber beide unser helles langes Haar offen - wie immer.  Auf der anderen Seite des breiten Ganges kamen uns drei mutawa Männer entgengen. Sie sind gut zu erkennen an den langen Bärten und den kurzen Thoben (lange weiße nachthemdartige Gewänder der Männer). Die drei begannen plötzlich uns zuzurufen: Cover your head! Cover your head immediadly! Cover your head!

Was macht man in solch einem Moment?

Ignorieren und weitergehen. So lange die mutawa ohne offizielle Polizei unterwegs ist, hat sie keinerlei Befugnisse. Und genau genommen darf sie Frauen nicht mal ansprechen, streng genommen auch nicht ansehen. Also sind wir weiter gegangen und haben unsere unbedeckten Köpfe durch den Einkaufstempel getragen.

Bleibt die Frage, warum diese drei Männer - so wie viele andere - in die mall dürfen, die außen auf großen Schildern verkündet: Families only! Männer allein sollten eigentlich keinen Zutritt haben. Aber das ist nur einer der unzähligen Widersprüchen in diesem modernen konservativen Land.

Einige Tage später war ich mit meinem Mann und unserem Sohn im gleichen Einkaufszentrum. Diesmal wurde mein Mann angesprochen. Wenn der Mann dabei ist, spricht die mutawa diesen an und fordert ihn auf, seiner Frau zu sagen, sich den Kopf zu verhüllen. Mein Mann antwortete, in dem er den mutawa streng fragte, warum er überhaupt seine Frau ansehen würde, das dürfe er schließlich nicht. Man kann allerdings mit solch einer Antwort eine kritische Reaktion provozieren. Wenn die mutawa die Polizei in der Nähe hat, kann es dazu führen, dass man erstmal aufs Revier mitgenommen wird. 

Der Mann einer Freundin versucht das ganze von der humorigen Seite zu nehmen und antwortete in einer ähnlichen Situation: Versuch du mal, meiner Frau irgendetwas zu sagen! Aber auch diese Art von Humor ist nicht sehr beliebt.

Zeigt her eure Schuhe

Die tyische Fussbekleidung des arabischen Mannes ist der Latschen. Klimabedingt ist so ein Latschen natürlich angesagt, da man den Fuss luftig barfuss hineinsteckt. Religionsgedingt ist er praktich, weil man die Schuhe ja vor jedem Beten, immerhin fünfmal am Tag, ausziehen muss. Das geht mit Schlappen schnell und unkompliziert:raus, beten, rein- fertig!

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Zurück ins Mittelalter

Manchmal vergesse ich, dass Saudi Arabien eine absolute Monarchie ist. Manchmal vergesse ich, dass es darüber hinaus ein streng religiöses Land ist, dessen grundlegendes Gesetz der Koran ist. Manchmal vergesse ich, dass es hier Strafen gibt, die uns sehr mittelalterlich erscheinen.

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Alle Schulen bleiben geschlossen

Ramadan Kareem und Eid Mubarak liegen hinter uns -  die Fastenzeit und die Festwoche danach sind vorbei und alles sollte eigentlich wieder seinen normalen Gang gehen. Sagte ich eben: normal? Wenn es etwas gibt, was im Königreich zuverlässig eingehalten wird, dann, dass es keine Normalität in unserem Sinne gibt.

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Ramadan Kareem!

Seit einer Woche sind wieder zurück und es ist nicht nur heiß, staubig und sehr feucht - nein, es ist auch Ramadan!

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Sommerpause

Tut mir leid, dass ich den Blog in letzter Zeit vernachlässige. Wir befinden uns in der Sommerpause. Spätestens Anfang Juli verlassen die meisten expats aus westlichen Ländern das heiße Königreich, um in einem der kühlen europäischen Regionen die Sommerfrische -im wahrsten Sinne -zu verbringen. So auch wir. Bis Anfang September genießen wir den norddeutschen Wind mit Regen und einzelnen Sonnenstrahlen. Endlich wieder tief durchatmen. Und das viele saftige Grün - eine Wohltat für die Augen.

Natürlich ist es lecker echtes Bier und echten Wein zu genießen und Schweinemettbrötchen oder Bratwürstchen kommen uns plötzlich vor wie erlesene Delikatessen. Wir freuen uns darüber, mit unseren Familien und Freunden zusammen zu sein und das ganz normale deutsche Alltagsleben ist für uns jetzt was besonderes.

Ich hoffe, ihr alle verbringt einen schönen Sommer und lest dann im September weiter, wenn es wieder heißt: Kurioses und Interessantes aus dem Morgenland.Sommer06 040

Kurioses von der Strasse

Es ist manchmal schon lustig, was man so entdeckt, wenn unterwegs ist.

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Barbie in Saudi

Heute mal kein langer Text, dafür ein nettes Bild. Passend zum Männer- und Frauenbild hier im mittleren Osten möchte ich euch Jamila und Jamil vorstellen. Sie bilden das religiös.moralisch korrekte Gegenstück zu Barbie und Ken.

01 Jamila & Jamil

Viele Grüße, Karin

Neue Männer braucht das Land

Die Frauen sind verrückt nach Mohammed! Nein, gemeint ist hier nicht der islamische Prophet, Friede sei mit ihm, sondern die männliche Hauptfigur einer TV-Soap, die in der arabischen Welt die Gemüter erhitzt.

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