Aspirin für Blumen
Wer ab und zu aus dem Alltagstrott aussteigt - zum Beispiel einen Mittwoch zum Sonntag macht - erlebt wieder Dinge, die sich sonst in der Schnelle verlieren. Wie ich neulich in Trastevere...
In der Literaturbeilage der Le Monde, die uns Mahmouds kleiner Neffe aus Frankreich bei seinem Besuch dagelassen hat, habe ich eine spannende Rezension über das neue Buch mit dem Titel "Ali di babbo" der sardischen Schriftstellerin Milena Agus gelesen. Das Buch machte mich so neugierig, dass ich es mir gleich am nächsten Tag in der kleinen, feinen Buchhandlung an der Piazza Santa Maria in Trasteve kaufte.
Warum ich Milena Agus kenne, wollte der Buchhändler wissen. Ich: "Weil ich es in Le Monde....". "Ah", sagte er, "so wie wir in Italien XXX, so gern mochten, und nannte einen mir unbekannten Namen." Ich machte einen Abstecher zum Zeitungskiosk, wo ich in ein paar Zeitschriften blätterte. Dabei nutzte ich den Augenblick, dass die beiden "ragazzi" vom Kiosk gerade mit ihrem Mittagspanino beschäftigt waren. Als ich mich, dann doch etwas länger als gewoht, in einige Artikel vertiefte, sagte einer der beiden: "Signora, und sind sie nun wieder am neuen Stand, wars interessant, was sie da lesen?" Das war zwar amüsant, aber irgendwie unangenehm und führte dazu, dass ich gleich auch noch ein Zeitungen kaufte.
Ehe ich auf der Terrasse in der Bar San Calisto auf einen Cappuccino einkehrte und das Buch regelrecht verschlang. Im Nu war ich auf der Insel Sardinien und wurde in die spannende Familiengeschichte und das Leben der schrulligen Madame, die auf der Insel ein kleines Familienhotel betreibt und ihre Gäste mit Tarotkarten "verhext", hineingezogen.
So verbachte ich lesend ein paar Stunden in der Sonne. Umgeben von verschiedenen Leuten, Alten, Jungen, Studenten, (Lebens)künstlern und allen anderen, die sich einen schönen Tag machten.
Am Blumenkiosk kaufte ich dann noch einen Strauss Ranunkel. Die erregten in der Tram 8 die Aufmerksamkeit einer alten Signora, die mir bevor sie ausstieg den Tipp gab, eine Aspirin Tablette ins Blumenwasser zu geben. Kann nur sagen das funktioniert, sie halten wirklich länger!
die bar san calisto !!!! was fuer erinnerungen werden da wach...frueher war's mein zweites zuhause...das schokoladeneis von MARCELLO ist unschlagbar...
beim naechsten mal gruess' ihn doch bitte ganz ganz herzlich von mir...
Kommentiert von:Allegra | Mittwoch, 27. Februar 2008, 11:35 Uhr
... und das im Vodka ertränkte Pistazieneis ...
che nostalgia ...
Kommentiert von:silke | Dienstag, 4. März 2008, 9:17 Uhr
Du hast mich neugierig gemacht - das Buch werde ich mir auch kaufen. Vielleicht fühlt sich dann auch Hamburg ein bisschen wie Italien an...
Kommentiert von:Monika | Sonntag, 16. März 2008, 12:47 Uhr