Lasst die Korken knallen!
Es ist vollbracht. Der Ring ist am Finger, die Familien haben sich harmonisch vereint, der Mann übt fleißig, am Telefon seinen neuen Namen zu sagen. Und ich habe es tatsächlich geschafft, ohne Laufmaschen und Ölflecken ...
... mit dem Fahrrad zum Standesamt zu fahren. Monika bestand unbedingt auf ein Beweisfoto, nun denn, hier ist es.
Ich kann nur sagen: Es hat Spaß gemacht. Die Menschen auf der Straße haben fröhlich gewunken, gelacht oder einfach nur verwirrt geglotzt. Ein bisschen kühl war es im morgendlichen Fahrtwind, und ich hatte etwas Angst um den Brautstrauß, den mein Mann auf den Gepäckträger geklemmt hatte. Doch am Schluss sind wir heil und klimafreundlich am Rathaus angekommen.
Vielen Dank an dieser Stelle auch für die vielen Glückwünsche und Kommentare! Raubtiggers Tipp, eine Schachtel für die Umschläge mitzubringen, kann ich übrigens nur unterstreichen - allerdings solltet Ihr darauf achten, dass die Kiste groß genug ist. Ich zum Beispiel war der Meinung, dass eine herzförmige Schachtel doch totaaal süß sei - habe jedoch nicht bedacht, dass die meisten Umschläge ECKIG und ziemlich riesig sind. Am Ende war der Transport der überfüllten Herz-Schachtel komplizierter als der von so manchem Geschenkkarton...
Aber abgesehen davon verlief der Tag sehr rund. Die Sonne schien, die Gäste waren froh über die kurzen Fußwege und den vermiedenen Parkplatzstress. Auch die Reden waren kurz, das Essen und der Bio-Wein fantastisch. Grün heiraten ist sehr entspannt - ich kann's nur empfehlen! :-)
Apropos Wein: Ich habe letzte Woche etwas sehr Interessantes über Korken gelesen. Dachtet Ihr auch, dass der Trend zum Schraubverschluss irgendwie ökologisch sinnvoll sei, da dann für den Weingenuss keine Bäume mehr leiden müssen? Das stimmt gar nicht - im Gegenteil: Laut "Tageszeitung" wäre das Verschwinden der traditionellen Korkproduktion für die Umwelt fatal. Denn die europäischen Korkeichenwälder sind keineswegs böse Monokulturen, sondern nachhaltig bewirtschaftete Wälder, in denen besonders viele Pflanzen- und Tierarten ihre Heimat haben, etwa der seltene Iberische Luchs. Nachhaltig sind sie deshalb, weil der Kork mit speziellen Werkzeugen von der Rinde abgetragen wird - kein Baum muss für einen Sektkorken sein Leben lassen!
Da aber immer mehr Winzer Plastikkorken und Schraubverschlüsse verwenden, um den ungeliebten Korkgeschmack im Wein zu vermeiden, droht diesen Oasen womöglich bald das Aus. Laut WWF sind Dreiviertel der Korkwälder im Mittelmeerraum akut gefährdet - denn wenn sich der Korkabbau nicht mehr lohnt, werden sie womöglich in Oliven- oder Eukalyptusplantagen umgewandelt. Die Folgen: Verwüstung - und heimatlose Luchse.
Also, liebe Leserinnen, kauft Wein und Sekt mit Naturkorken. Das "ploppt" auch viel romantischer. Prost!
Liebe Michèle,
wau, das Warten hat sich gelohnt. Du siehst einfach klasse aus als radelnde Braut und ihr macht so einen entspannten und gut gelaunten Eindruck. Toll!
So, und jetzt mache ich mich in unserem Keller auf die Suche nach einer Flasche Bio-Wein mit echtem Korken, um auf euch zu trinken.
Liebe Grüße
Monika
Kommentiert von:Monika | Dienstag, 7. Oktober 2008, 21:28 Uhr
Mal abgesehen davon, das ich "konservativ" Kork-Korken bevorzuge, ist das mit Sicherheit das wichtigste bei einer (öko-)Hochzeit.
Kommentiert von:Korken | Mittwoch, 8. Oktober 2008, 10:59 Uhr
Ein tolles Kleid auf dem Foto!
Kommentiert von:Andi | Mittwoch, 8. Oktober 2008, 13:25 Uhr
Wirklich süss Ihr zwei auf den romantisch verziehrte Radeln.
Oh ich sehe Ihr seid sehr emanzipiert: Dein Mann hat Deinen Namen angenommen, Respekt! Das gibt es ja doch nicht so oft das frau sich da durchsetzt, glaube ich.
Kommentiert von:Barbara | Mittwoch, 8. Oktober 2008, 16:01 Uhr
Hallo Barbara,
ja, da hast Du wohl leider Recht - ich war erstaunt, wie überrascht die meisten Leute darauf reagierten, dass wir uns auf meinen Namen geeinigt haben. Ich hatte gedacht, dass das schon total verbreitet sei. Aber das dauert wohl noch ein bisschen...
Wir haben vor allem darauf geachtet, welcher Name besser klingt. :-)
Kommentiert von:Michèle | Mittwoch, 8. Oktober 2008, 16:39 Uhr
Das hast Du gut gemacht, Michèle, Dein klingt aber auch wirklich toll! Ich habe einige Freundinnen deren Mädchenname eindeutig klangvoller war. Da fängt es ja schon an: dafür gibt es bei Männern ja gar keine Bezeichnung oder. Junggesellenname? Jungenname? Hm....
Kommentiert von:Barbara | Mittwoch, 8. Oktober 2008, 17:05 Uhr
@ Barbara
Das heißt jetzt für Männer wie Frauen "Geburtsname", steht auch so im Ausweis.
Mein Mann hätte übrigens auch meinen Namen angenommen, aber ich fand seinen schöner.
@ alle
Ich muss mich übrigens korrigieren: SIGG-Flaschen sind zwar aus Alu, aber innen beschichtet, sodass man unbeschadet daraus trinken kann. Ich habe mir jetzt auch eine für unterwegs gekauft.
Kommentiert von:Raubtigger | Mittwoch, 8. Oktober 2008, 21:12 Uhr
Hallo Raubtigger,
freut mich sehr, dass du jetzt doch auch von den SIGG-Flaschen überzeugt bist. Ich nutze sie schon seit vielen Jahren beim Moutainbiken und bislang gab es nix zu meckern.
Liebe Grüße
Monika
Kommentiert von:Monika | Donnerstag, 9. Oktober 2008, 8:53 Uhr
Klasse, die Hochzeitsräder und Ihr beide!
Zum Thema 'Korken' meine ich, dass die Entscheidung nicht einfach ist: Der Wein ist mit viel Arbeit, Sachverstand und Liebe gemacht und wenn er 'korkt' ziemlich ungenießbar (s. auch den Nachbarblog von der Winzerin Luise). Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit, langfristig mit den Korkplantagen umzugehen, als aus Tradition oder Umweltschutzgründen ein anderes gutes Produkt in einem gar nicht so kleinen Prozentsatz zu ruinieren.
Kommentiert von:Bertha | Montag, 13. Oktober 2008, 20:44 Uhr