Nun sind sie vorbei… die Weihnachtsfeiertage und das neue Jahr hat uns
schon wieder fest im Griff! Zeit für einen kurzen Rückblick....
„The Holidays“ – eigentlich ja nur ein politisch korrekter Begriff für
Weihnachten... mit dem man aber auch das afrikanische Kwanza und jüdische
Hanukkha allumfassend beschreibt. Das macht das Kartenschreiben teilweise etwas
schwierig, wenn man nicht genau weiss ob die Kollegin nun jüdisch oder
christlich ist – deshalb das vereinfachende „Happy Holidays“. Damit liegt man
garantiert immer richtig.
Anfang Dezember bin ich losgezogen um einen echten KLEINEN Weihnachtsbaum
zu kaufen, was auf Anhieb gar nicht so einfach war. An den ersten Ständen gab
es nur ca. 2-3 Meter grosse Tannen, die sicher das halbe Wohnzimmer ausgefüllt hätten. Ok, ich übertreibe ein bisschen, aber sie waren zu gross für unsere
Wohnung. Was mich sehr wundert, denn wohnen in New York City nicht mehr
Menschen in einem Studio oder One-Bedroom (was im Grunde genommen eine
Zwei-Zimmer-Wohnung ist)? Und sind die wirklich alle bereit ihr Wohnzimmer für
einen Monat oder mehr dem Weihnachtsbaum zu widmen?
Am 3. Suchabend fand ich ihn ... meinen Weihnachtsbaum! Nachdem
der nette kanadische Verkäufer ihn verschnürt und mit einem Plastikständer
versehen hatte, bin ich damit in der U-Bahn heimgefahren, was bei den Fahrgästen
für Schmunzeln und auch den ein oder anderen netten Kommentar gesorgt hat. Und da
stand er nun im Wohnzimmer direkt am Fenster, damit ihm nicht zu warm wird und
leuchtete abends immer so schön, dass ich es noch nicht übers Herz gebracht
habe ihn vor letztem Wochenende zu entsorgen. Nicht per von IKEA eingeführtem
Knut, weil das für die Fussgänger etwas gefährlich wäre, doch unser neues Gebäude
hat sogar dafür einen Service – ich war begeistert, als einer von den
Handwerkerjungs vorbeikam und ihn abgeholt hat... kam mir gleichzeitig aber
auch sehr komisch und irgendwie total verwöhnt vor. Nach all dem trouble ihn zu bekommen, gebe ich ihn so einfach wieder ab?
Dann hat es kurz vor Weihnachten geschneit... so richtig: mit Schneechaos
und gestrichenen Flügen an den Flughäfen und schneebedenkten Strassen. Und das
sogar für ein paar Tage. Normalerweise bleibt der Schnee in New York für ca. 5
Minuten weiss, dann wird er leider viel zu schnell vertrampelt und verwandelt sich in grauen
Matsch.
Am Abend vor Weihnachten waren wir mit Freunden sehr lecker essen – in
Rolf’s Bistro, wo es heimische Küche zu geniessen gibt. Um die Festtage
schmecken so ein Schnitzel und Kartoffelsalat einfach herrlich! Und bringen ein
bisschen Heimweh auf. Gerne wäre man nun doch zu Hause... Plätzchen naschen und
alten Familientraditionen nachkommen! Doch wir schaffen uns neue, eigene... wie
z.B. die nachmittaglichen Skype-Video-Anrufe bei unseren Eltern, die extra
Portion Vanillegipferl (zu Hause hätte ich nie so viele für mich allein gehabt)
und das abendliche Kochen! Und es ist auch schön zu beobachtet wie diese grosse
Stadt ein bisschen zur Ruhe kommt.
Silvester kam dann ganz schnell und wir hatten viel Spass dabei, oben auf
der Dachterrasse, dem lustigen und alkoholreichen Treiben einer Party
zuzuschauen. Das hat uns vom fehlenden Feuerwerk über New Jersey und der
Brooklyn Bridge abgelenkt und für gute Unterhaltung gesorgt. Tja, was das
Feuerwerk anging, war ich etwas enttäuscht... egal wo man in Deutchland hin
geht, gibt es zu Silvester doch Feuerwerk. Hier in den USA ist das reguliert
von wegen Feuerschutz und Feuergefahr... deshalb gibt es nur ein offizielles
Feuerwerk im Central Park. Das wird dann auch professionell geplant und ist grossflächig abgesperrt. Aber, es gibt auch noch den „Ball Drop“ am Times Square... zu dem
mich keine 10 Pferde bringen würden.... ab mittags dort stehen, nur um in 10
Sekunden eine glitzernde Kugel hinabgleiten zu sehen. Aber sag' niemals nie...
irgendwann muss man wahrscheinlich alles einmal gesehen haben!
Und nun beginnt die Zeit der guten Vorsätze... die Zeitschriften berichten
von Trainings-und Diät-Programmen für die gute Figur zum Valentins-Tag und in
der Cafeteria sind auf einmal die Mikrowellen wieder gut besucht, weil viele
selbst kochen oder sich ihr Lean Cuisine Gericht aufwärmen. Mann und Frau wollen
ja gut aussehen zum Fest der Liebe! :-)
Alles Gute für das neue Jahr - wenn auch ein wenig verspätet. Und liebe Grüße nach NY aus dem verschneiten FFM...
Kommentiert von:Ms Nina | Sonntag, 31. Januar 2010, 14:20 Uhr
Mir ist in den letzten Jahren angenehm aufgefallen, dass das Wort 'Christmas' wieder zunehmend gebraucht wird, und das unertraeglich sterile, politisch korrekte 'holidays' ein ganz kleines bischen abnimmt. Seit ein oder zwei Jahren traue ich mich sogar wieder, jemandem 'merry Christmas' zu wuenschen anstatt 'happy holidays'. Man muss natuerlich aussuchen, bei wem es nicht angebracht ist. Einmal ist mir einem arabischen Taxifahrer (gibt es hier andere?) gegenueber ein 'merry Christmas' rausgerutscht, da habe ich hinterher gedacht 'ups'. Aber der hat die ungeheure Beleidigung mit Fassung getragen. Der hoert in seinem Job im Laufe des Tages wahrscheinlich Schlimmeres...
Kommentiert von:hsm | Freitag, 5. Februar 2010, 13:38 Uhr