New York Report

Karin Grobelnik (34) hat eine Greencard gewonnen - und lebt seitdem in New York.

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Von Turnschuhen, Flipflops und Gummistiefeln

Ok, ich habe nachgesehen, die durchschnittliche Frau in Amerika besitzt irgendwo zwischen 40 und 60 Paar Schuhe! Wow, doch ich muss sagen, bei der Dichte an netten Boutiquen und großen Kaufhäusern wie Macy’s oder DSW, kann ich mir das schon vorstellen. Bei der Auswahl findet man immer was... wenn auch nicht immer das, wofür man eigentlich gekommen ist. Doch nach dem Umzug nach New York in eine Wohnung mit limitiertem Kleiderschrankplatz, den ich mir auch noch teilen muss, bin ich hinter das Geheimnis vieler New Yorkerinnen gekommen:


Schuhe am Arbeitsplatz deponieren! Das ist nicht nur platzsparend zu Hause, sondern auch noch praktisch, denn man riskiert auf den unebenen und teilweise halsbrecherischen Straßen New Yorks nicht mehr Knöchel und Stöckelbrüche...

Anfangs habe ich mich bei meinem morgendlichen Gang über den Times Square ja schon gewundert... sind all die gut gekleideten Frauen mit ihren weißen Turnschuhen und Söckchen wirklich Touristen? Nein, sie sind nur praktisch und dass muss man den Amis wirklich lassen, bei allem Getue und aller Oberflächlichkeit, sie sind sehr praktisch veranlagt. So tragen sie auf dem Weg ins Büro bequeme Turnschuhe, mit denen man gut und schnell die Treppen in der U-Bahn hochlaufen kann oder noch bei fast rot über die Ampel kommt. Und im Büro angekommen steht auch schon das Fußdeo bereit und man schlüpft in die zum Outfit passenden Pumps.

Mit der Zeit habe ich dann auch saisonale Unterschiede bei der Ins-Büro-Schuhmode bemerkt. Im Sommer sind Flip Flops oder zu Deutsch Badelatschen angesagt, die sind luftiger und sehr praktisch, wenn man sich nach der Arbeit die Zehennägel bei einer Pediküre in Form und Farbe bringen lässt. Oder, sobald die ersten Regentropfen fallen, kommen die Gummistiefel raus... aber nicht etwa die alten gelben oder gar grünen Dinger, die ich als Kind schon nicht gemocht habe... nein, die Gummistiefel haben in vielen Farben und Formen ein Revival erlebt – ob Karo, Herzchen, Punkte, Cowboystiefel oder Stiefeletten, alles ist zu haben.

Bei den Gummistiefeln habe ich nicht gleich mitgemacht, doch nach einem Tag und bis zu den Knie hoch nassen Jeans, wurde ich konvertiert und nenne nun ein paar schwarz-rote Schottenkaro-Gummistiefel mein eigen. Die sind auch wirklich klasse und vor allem dicht, denn leider verwandeln sich die Straßen oft in gigantische Pfützen, da das Abflusssystem nur bedingt große Mengen Wasser auf einmal bewältigen kann. Tja, die Straßen in New York... doch davon ein anderes Mal!

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