Reisetagebuch Neuseeland

Sabine Bongenberg (41) hat auf BRIGITTE.de eine Reise nach Neuseeland gewonnen. Im Blog berichtet sie von ihren Erlebnissen.

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Wellington und "Icebreaker" eine neuseeländische Erfolgsstory - der 10. Tag

Wie immer ging es früh morgens vom Tongarino-Nationalpark aus weg und wir setzten die Reise Richtung Wellington fort.

Der Teil der Businsassen, der nicht das frühe Aufstehen durch ein gepflegtes Nickerchen kompensierte, konnte dabei beobachten, wie sich die Landschaft von Bergen und Tälern zu "flach wie ein Tischtuch" und wieder zurück wandelte. Insbesondere im zuerst genannten Abschnitt erinnert das teilweise sehr an Irland oder Schottland, wenngleich die Landschaft hier doch schon eindrucksvoller ist. Anderseits fehlen hier die Helden, die allein schon in Schottland doch immer so ein bisschen die Phantasie beflügeln, wie z.B. Rob Roy oder William Wallace (zumindest wenn sie von Liam Neeson oder von Mel Gibson verkörpert werden).

In Wellington angekommen stand fuer mich ein besonderer Programmpunkt auf dem Ablaufplan: Ein Besuch bei der Firma "Icebreaker".

Als ich seinerzeit das Rennen um die "Neuseelandreporterin" machte, war in dem Gesamtpaket auch eine Ausstattung dieses Unternehmens vorgesehen, das mir seinerzeit ehrlich gesagt nicht viel oder überhaupt nichts sagte. Ein Blick ins Internet brachte da nähere Erkenntnisse: "Icebreaker" ist auf die Produktion von Sport- und Funktionsbekleidung aus 100 %iger Merino-Wolle spezialisiert. Da ich mich noch sehr gut an die besonderen Erlebnisse erinnern kann, die in der Kinderzeit das Tragen von Wollstrumpfhosen oder Wollhosen hervorrief, war dieser Gewinnzusatz daher für mich zwar eine ganz schöne Sache, wurde aber doch mit einer gewissen Skepsis verfolgt. Aber andererseits - wie sagt man: "Dem geschenkten Barsch...."

Mittlerweile weiß ich jetzt natürlich, dass das Unsinn ist und Bekleidung aus Wolle in gar keinem Fall kratzen muss. Aber zu der Erkenntnis hier ein kurzer Überblick:

"Icebreaker" stellt eine der neuseeländischen Erfolgstories dar. 1995 gegründet und seinerzeit aus einem Personal aus zwei Personen bestehend, umfasst es allein hier in Neuseeland mittlerweile ein Personal von rund 170 Beschäftigten und versendet seine Waren mittlerweile weltweit. Der Ursprung der Geschäftsidee ist dabei eigentlich recht einfach. Durch ein spezielles Webverfahren wird aus Merinowolle leichte und atmungsaktive Bekleidung hergestellt, die sich den Körpertemperaturen anpasst. Die Merinowolle ist dabei für diese Vorgabe besonders geeignet, da sich diese Tiere, die Sommers und Winters im Freien leben, Temperaturschwankungen zwischen 35 Grad Celsius im Sonmer und minus 20 Grad im Winter ausgesetzt sehen können. 

100_0908Nachdem der Segler Sir Peter Blake - neben Edmund Hillary eine der hiesigen Ikonen (die nur mir als Nichtseglerin  überhaupt nichts sagte) - den damaligen Prototyp des ersten Shirts bei einem Weltrekordversuch über 40 Tage und Nächte ununterbrochen trug (und offenbar nicht erstunken war), war der Firmengründer Jeremy Moon von dem Produkt so begeistert, dass er seinen Job kündigte, eine Hypothek auf sein Haus aufnahm und zusammen mit seine Zimmergenossin Michelle Mitchell begann, die Idee von "Icebreaker" zu promoten. Die damalige Produktpalette bestand aus zwei Shirts in Blau und Schwarz und wurde von Moon und Mitchell in kleinen Köfferchen über Land transportiert und den Einzelhändlern vorgelegt. Auch heute kann man noch bei "Icebreaker" bestaunen, wie einmal ein Geschäft anfing.

Das Unternehmen hat sich dabei dem schonenden Umgang mit der Natur verschrieben. Mittlerweile sind 150 bis 200 Farmen unter Vertrag, die sich verpflichtet haben, nur Produkte aus der extensiven Haltung zu verwenden. Das heißt im Prinzip - Wolle von "glücklichen" Schafen, die über einen grossen Freiraum verfügen und bei denen die Schur auch schonend und ohne die sonst häufigen Verletzungen erfolgt. Im Zusammenhang mit dem großen Freiraum soll hier auch kurz das Schaf "Shrek" angesprochen werden. Shrek war es mit unschäfischer Raffinesse tatsächlich über mehrere Jahre gelungen, dem Scherer zu entgehen. Als er endlich doch seiner Pracht beraubt wurde, wiesen die Strähnen eine Länge von rund 30 cm auf. Unter den Ausstellungsstücken bei "Icebreaker" befindet sich auch ein kleines Muster, an dem man diese beeindruckende Länge noch sehen kann. Aber zurück zu den Fakten: Die Einhaltung der Haltungsvorgaben wird durch regelmäßige Besuche von "Icebreaker"-Vertretern kontrolliert. Der Endverbraucher kann auch anhand des BAA-Codes verfolgen, woher seine Kleidung stammt: In jedem Kleidungsstück befindet sich ein Etikett, auf dem der Code festgehalten ist. Wird dieser im Internet eingegeben, kann der Produktionsweg nachverfolgt werden.

Insgesamt kann das Motto auf den knappen Satz "Don't screw with nature" reduziert werden, für den im Unternehmen selbst auch eine anschauliche Fotowand präsentiert wird.

Picture 051 


P1000914 In der Zusammenfassung verbrachte ich einen mehr als interessanten Nachmittag im Firmensitz in Wellington. Dabei führten mich Hannah Lee-Darboe, die für das Marketing zuständig ist und Michael Jamieson - einer der Seniors - ausführlich und sehr informativ durch die Firmengeschichte, die Firmenpolitik und die Designs und Herstellung. Nach diesen ganzen Informationen fuhren Hannah und ich dann zum Flughafen, wo ich mir dann meine "Icebreaker"-Ausstattung aussuchen durfte. Und hier muss man wirklich einmal festhalten, die Sachen sind sehr schön, gut tragbar und vor allem alltagstauglich!! Und erschlagen einen nicht mit dem permanent zu sehenden Werbeaufdruck!!! Anbei dann einmal die Autorin im "Icebreaker"-Shirt










Nach dem ich mit Tüten bepackt vom Flughafen zurück kam (Hannah hatte mir auch noch ein Taxi spendiert), traf ich mich mit Matthias in der Innenstadt, wo er sich in der Zwischenzeit um das Abendprogramm verdient gemacht hatte. In einem kleinen Park, unmittelbar am Meer, spielte an diesem Abend das "Newzealand Symphonic Orchestra" und da machten wir es uns dann mit unserem vorher gekauften giftgrünen Gemüse- und Obstshake gemütlich. Wer sich jetzt über die Getränkeauswahl wundert: Es handelte sich bei diesem Bereich um einen Abschnitt, in dem Alkohol absolut verboten ist. Und daher war dann eben der Gesundheitsdrink angesagt. Der im übrigen aber auch gar nicht schlecht schmeckte. Hier saßen wir dann zwischen hunderten von Kiwis, die mit Kind und Kegel und Proviant zu diesem Event angerückt waren und hörten uns unter bunten Lämpchen und ab und zu vorbeisegelnden Möwen das Konzert an. Und das ein richtig toller Abend. Auch wenn sie "Say a little Prayer" nicht hätten spielen müssen....

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Kommentare

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Liebe Sabine,

ja, solche kratzenden Woll - Leibchen in schweinchenrosa habe ich auch noch als Erinnnerung an die Kindheit. Und in ganz schweren Zeiten bei Minusgraden kamen auch noch so halblange Unterbuexen dazu. Grauenhaft.....


Wie schoen, dass nichts bleibt wie es ist und Du jetzt modern eingekleidet bist....


Ich hatte vor 2 Jahren eine Irlandreise gewonnen, im letzten Jahr eine Reise nach Ruegen und nun war ich dem Wahn erlegen, das ginge so weiter....

Aber nein, da kommst einfach Du daher und gewinnst die Reise.... Aber das hatten wir schon und es wird sich eine neue Gelegenheit ergeben.... Da bin ich mir sicher.....

Ich bewerbe mich dauernd bei "Wer wird Millionaer", um an Knete ranzukommen. War auch da letztes Jahr eingeladen und habe aus dem Grund mal Koelner Luft geschnuppert, aber ich habe den heissen Stuhl um 1 Sekunde verpasst.

Allein das Wetter in Neuseeland zu dieser Zeit!

Hier in Hamburg ist der Himmel heut grau gestrichen, es kalt und ungemuetlich. Die Fotos zeigen doch viel blauen Himmel auf Deinen Fotos. Das laesst wesentlich besseres Wetter und angenehmere
Temperaturen erahnen....


Ich freue mich auf weitere Berichte...

Liebe Gruesse aus Hamburg (und Du musst mir nicht dauernd antworten - geniess lieber Deine neuseelaendische freie Zeit)

Merjinka

Hi Merjinka,
ach, wenn ich ein bisschen Zeit habe, dann kann ich schon antworten. Also wenn du schon einmal Irland und einmal Ruegen gewonnen hast, dann waren doch wirklich auch die "anderen Kinder" einmal dran. Und ja, das Wetter zur Zeit: Ich hatte heute doch dann lieber zum T-Shirt als zu den Spaghetti-Traegern gegriffen und es war doch viel zu warm!!!! Naaaa, was macht jetzt das Chamaeleon? ;-)
Andererseits bist du mit Sicherheit nicht so zerstochen, wie ich es jetzt bin.
Ganz viele Gruesse nach Hamburg und dann druecke ich die Daumen fuer zukuenftige Wettbewerbe!!!!!
die Sabine

Hallo Sabine,

habe mir mal die Zeit genommen um Deine bisherigen "Abenteuer" zu erlesen.....
Bin da doch ein bisschen neidisch geworden;-)
Wünsche Dir weiterhin viel Spaß und freu mich schon auf
Deine Erzählungen beim nächsten wiedersehen in der "Kantine"

Liebe Grüße

Michael

Hallo Sabine,

habe mir mal die Zeit genommen um Deine bisherigen "Abenteuer" zu erlesen.....
Bin da doch ein bisschen neidisch geworden;-)
Wünsche Dir weiterhin viel Spaß und freu mich schon auf
Deine Erzählungen beim nächsten wiedersehen in der "Kantine"

Liebe Grüße

Michael

Hi Micha,
yep, dann folgt der ausfuehrliche Bericht!
Kuss nach Fuehlingen
die Sabine

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