Reisetagebuch Neuseeland

Sabine Bongenberg (41) hat auf BRIGITTE.de eine Reise nach Neuseeland gewonnen. Im Blog berichtet sie von ihren Erlebnissen.

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Die Milford-Sounds - der 19. Tag

Heute morgen brachen wir dann - wie üblich - recht früh gegen 7.45 Uhr aus Queenstown auf. Diesmal ging die Reise in Richtung des Fiordand-National-Parks und näherhin zu den Milford-Sounds. Dieser Fjord wurde unüblicherweise nicht von James Cook endeckt, denn der hatte diesen Abschnitt komplett übersehen. Das kann schon mal passieren, denn wenn man wie James vermutlich viel im Kopf hatte, kann man schließlich nicht alles finden. Der Reiseführer bezeichnet diese Region zu Recht als "atemberaubend", führt aber auch an, dass ein "charakteristisches und unvermeidbares Merkmal der Region der Regen sei, der sie einen Großteil des Jahres regelrecht ertränkt". Und so bewegten uns sicherlich gemischte Gefühle bei diesem Reiseabschnitt.

Aber wir hatten hier die allererste, aber wirklich die aller, allererste Sahne: Ein absolut blauer Himmel, der nur am späten Nachmittag mit ein paar einsamen Schäfchenwölkchen verziert wurde.

DSC09840 Beim Thema "Schäfchenwolken" noch ein kurzer Einschub zum Thema "Essen" und dem hier allgegenwärtigen Lammbraten: Matthias macht mir immer zum Vorwurf, dass ich ihm im Hinblick auf Essen ein schlechtes Gewissen einrede. Dabei ist das natürlich absoluter Blödsinn: Er pfeift sich zum Abendessen eine gewaltige Portion aus zwei Lammkeulchen herein und anschliessend fängt er an zu lamentieren, dass ihm das arme Tierchen doch irgendwo leid tut. Wer kann mir da verdenken, dass meine Phantasie angeregt wird? Ich male dann anschaulich die Leiden der Schafsmutter aus, die verweifelt nach ihrem Kleinen sucht und der die Tränen aus den Knopfäuglein (ich weiss nicht mal, ob Schafe über solche verfügen) über die Schafsnase tropfen. Findet sie endlich ihr Kleines muss das nun dank Matthias' Abendessenbestellung auf zwei Holzbeinchen über die Weide hüpfen und macht auch schon von weitem durch rhythmisches "Klockidi-Klockeda" auf sich aufmerksam.

Aber das sind auch nur die Themen, die wir u.a. während der Busfahrt diskutieren. Wir machten einen kurzen Zwischenstopp in Te Anau, wo die Events der nächsten Tage gebucht werden konnten. Matthias und ich hatten damit relativ wenig am Hut, wir wollen morgen wandern gehen und immerhin das braucht man hier nicht zu buchen (und zu bezahlen). Wir tranken nur einen Cafe im "Pop Inn" Cafe und sinnierten darüber, ob bei diesem Titel der Kaffee "to go" und damit der Quickie eigentlich Programm ist, kamen aber eigentlich zu keinem rechten Ergebnis.

Anschliessend ging die Fahrt dann weiter Richtung Milford Sounds. Ab hier wird das Land einfach unbeschreiblich.

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Da ich bis gerade keine Fotos einspeisen konnte, musste ich versuchen das Unbeschreibliche zu beschreiben. Aber da mir das jetzt endlich gelungen ist und so etwas allenfalls ein Mark Twain kann, halte ich jetzt einfach die Klappe und zeige lieber das Bild.

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DSC09855Wir unterbrachen die Fahrt zum Sound mehrfach um ein paar kürzere Spaziergaenge zu machen, die neben wundervollen Foto-Punkten auch die Tatsache ans Licht brachten, dass Matthias Zwo oder Otro-Matthias gelegentlich zur Desorientierung neigt. Er verlor am Lake Gunn nämlich den Rest der Wandertruppe, so dass Matthias Eins als Suchkommando ausgeschickt wurde. Zwischenzeitlich tauchte dann Matthias Zwo wieder auf, aber jetzt fehlte der Erste. Diesmal wollte man dann mich als Suchkommando ausschicken, woraufhin ich "Der Bauer schickt den Jockel aus, er soll den Hafer schneiden..." zitierte und mich lieber darauf verließ, dass Matthias bisher noch immer allein zu seinen Schokokeksen zurück gefunden hat. Und so war das auch diesmal.










Nach diesem unfreiwilligen längeren Aufenthalt ging es dann zum Milford-Sound, der den nördlichsten und mit seinen Felswänden, die über 1200 m aus dem Wasser aufragen, den berühmtesten der 15 Fjorde im Fjordland darstellt. Hier ging es dann auf ein Schiff, das mit uns durch die beeindruckende Landschaft schipperte. 

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Man hatte hier die Gelegenheit, sich die imposante Landschaft und die Wasserfälle einmal in Ruhe vom Wasser aus anzusehen und auch ein paar Robben sonnten sich genüsslich auf einem vorgelagerten Felsen.

Nach der Landung gab es noch einen unerwarteten Fototermin, denn ein Crest Pinguin stellte sich dem begeisterten Publikum. Ich habe so ein Vögelchen noch nie gesehen, aber der Junge (oder das Mädchen, man weiss es nicht) machte doch einen ziemlich zerrupften und zerlumpten Eindruck. Ich vermute, dass er sich vor seinem Ableben noch einmal der Öffentlichkeit stellte, um für die "Ewigkeit" digital konserviert zu werden. 

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Nach dem Bootscruise ging es dann nach Te Anau und in die nächste Lodge, die am See liegt und damit auch die Bezeichnung - Überraschung - "Lake View" trägt. Hier gingen wir dann noch "Kiwistyle-gut-bürglich" im "Moose" essen. Das Essen war soweit OK, stand aber vom Service nur eine Stufe über dem Fast-Food, denn Essen und Getränke müssen an der Theke bestellt und sofort bezahlt werden. Aber immerhin wird das Essen gebracht. Als Randnotiz noch hier die - wie ich finde - beeindruckende Leistung von Stefan: Zwei Hauptgänge und dreimal Nachtisch - das kann sich schon sehen lassen.
Matthias, ein paar andere und ich gönnten uns dann "zuhause" noch einen Absacker und das war es dann für den heutigen Tag.

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Kommentare

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Liebe Sabine,


was für schöne Fotos.... Toll, dass Ihr solch schönes Wetter an den Fjords hattet. Wie war das noch? Wenn Engelein reisen, lacht der Himmel...


Grandiose Landschaft, wirklich.

Nun ja, die armen amputierten Lämmer.... Darüber darf man tatsächlich nicht nachdenken. Aber ich liebe Lammbraten auch so..... Wird es bei mir sicherlich zu Ostern geben....

Der Pinguin kommt auf dem Foto dafür noch recht vital rüber....

Ich bin überhaupt auch so eine geplagte Mutter einer Tattoo-Tochter... *Grins*. Kann ich auch nicht soooo gut leiden, aber ich sage Dir aus Erfahrung: als Mutter überlebt man das. Eindeutig. Und als Tochter auch. *Lol*.

Hier in HHeimat schneit es schon wieder. So langsam hat man es dicke. Trotzdem will ich mir nachher mal die Füße vertreten und an die Elbe....

Ansonsten wird der Rest des Tages wohl damit verbracht, ein Paar Socken zu Ende zu stricken...

Viel Spass weiterhin,

Merjinka

Liebe Sabine,
endlich habe ich mal die ganzen Berichte der letzten 10 Tage nachgelesen. Es hört sich alles traumhaft an ... und ich glaube, ich muss auch mal nach New Zealand reisen!!! Die Fotos sind toll und dir scheint es ja echt gut zu gehen ... das freut mich sehr. Und ein Tatoo ... sehr cool. Ich war in Asien neulich auch kurz davor ... hab es dann aber doch nicht gemacht. Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt.
Wünsch dir weiterhin ganz ganz viel Spaß und tolle Eindrücke. Donnerstag wird Karneval gefeiert! Bis bald, freu mich dann auf viele viele Fotos und Live-Berichte. Ganz liebe Grüße aus Köln, Claudia

Hallo liebe Sabine,
nun ist es soweit, fernweh. Die Milford Sounds hatten sich damals auch von ihrer sonnigen Seite gezeigt. Es ist echt genial. Genial ist aber auch immer noch der Gedanke, das du diese Reise gewonnen hast. Das ist doch echt irre.
Und von diesen riesigen Farnen war ich ja auch ganz angetan. Es ist schon toll. Ich glaub, sowas sieht man so schnell nicht wieder.
Auf das Tattoo bin ich gespannt. Machst einen ganz schön neugierig. Wie wär´s denn mit einem Vorabfoto?
Wir haben es nun tatsächlich geschafft uns auf den Karneval einzustimmen. Wir waren im Reuber, zu Loss mer singe. Jetzt kann´s losgehen.
Ich stimme übrigens deinem Kollegen zu, mach´was draus, aus deiner Art zu schreiben. Es wird echt nicht langweilig. Aber ich wusste das vorher schon;-))
Genießen, genießen, genießen. Freu mich für dich.
Drück dich
Anke

Hola,
die letzten Sekunden ticken! Koelle Allaaf! Und Danke fuer die Feedbacks und am Foto arbeite ich.

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