Reisetagebuch Neuseeland

Sabine Bongenberg (41) hat auf BRIGITTE.de eine Reise nach Neuseeland gewonnen. Im Blog berichtet sie von ihren Erlebnissen.

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Steile Straßen und göttliche Boule-Spiele - Reisetag Nr. 22

Wenn ich jetzt erzähle, dass wir wieder um 8.30 Uhr starteten, erzähle ich bekanntermaßen ja mittlerweile nichts Neues mehr, so dass ich mir das Gejaule über diese Startzeiten mittlerweile sparen kann. Interessant war allerdings die Unterhaltung während der Fahrt: Es war an diesem Morgen recht kühl und da ohnehin noch einige Punkte hinsichtlich der weiteren Reiseplanung zu klären waren, zückte Matthias seine Reiseunterlagen und stieß dabei auch auf die Temperaturtabellen. "Ach, guck mal", sagte er "Hier sind ja tatsächlich recht kühle Temperaturen ausgewiesen. Kein Wunder, dass es so kalt (rund 9 Grad) ist." Grundsätzlich konnte ich diesen Gedankengang nachvollziehen. Hier im Speziellen aber nicht, da sein Zeigefinger unter der Temperaturanzeige vom August lag. "Naja, sagte ich, im August ist es ja tatsächlich recht kalt." "Aber ?????"  "Wir haben Februar" " Morgens braucht er immer ein bisschen, um warmzulaufen...


Wir drehten eine kleine Abschiedsrunde durch Dunedin, bummelten  eine Runde durch das Universitätsviertel, das auch wieder deutlich von der schottischen Affinität zeugt und sahen uns dann noch die steilste Straße der Welt (laut Guide Hans-Werner und dem Guiness Buch der Rekorde) an. Picture 005 

Anschließend ging es weiter zu den Moeraki-Boulders. Diese grauen und beinahe kugelrunden Felsen können einen Durchmesser bis zu zwei Metern aufweisen. Die Felsen lagen dabei einst tief in den Schieferklippen im Land. Während die Brandung den Schiefer auswusch, fielen die Steinkugeln heraus. Der Zugang zu diesem Strandabschnitt befindet sich u.a. im Visitor-Center. Die Maori hatten für diesen Strandabschnitt natürlich eine wesentlich schönere Erklärung. Sie nannten die Felsformation "Te Kainihaki" (Vorratskörbe) und glaubten, dass diese aus den Wrackresten eines Flosses stammten. Aus einem Felsen deuteten sie daher auch die Gestalt des vor Schreck erstarrten Steuermannes. 

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Meiner Einschätzung nach könnte es aber auch sein, dass sich Gott am 07. Tag der Schöpfung einfach mal eine Runde Boule gönnte und dann wegen der Ausweisung von Adam und Eva alles stehen und liegen lassen und sich an die Arbeit machen musste. So oder so, die Steine bilden eine interessante Vorlage für phantastische Geschichten. Man kann sich aber auch einfach darauf niederlassen und sich wie Andersens' kleine Meerjungfrau fühlen.

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Von dort aus ging es dann mit dem Bus weiter und die Fragen wandten sich der Abendessen-Problematik zu. Ich gebe hier nur kurz weiter, was Hans-Werner so erdulden muss: HW (ueber Mikro): "Also, ich müsste jetzt wissen, wer heute Abend beim Buffet dabei ist.." Heidemarie (aus tiefen Gedanken hoch schreckend): "Ach, Picture 003ist das jetzt wegen der Wale?" (Wale - für Freitag mögliches Whale-Watching) Jutta (erfreut): "Aha, wann geht die Wanderung los?" So dauert natürlich jede Planung etwas länger. Gut, dass wir auch längere Busfahrten haben. 
Am Nachmittag wanderten wir noch um den Benmore-See. Das ist einer von Hans-Werners Geheimtipps, den ich noch nicht einmal in meinem gut sortierten "Stefan Loose Travel Handbücher"-Reiseführer ausfindig machen konnte. Der See ist nicht natürlichen Ursprungs, sondern wurde als Stausee mit einer mehr aus 100 m aus Erde gebildeten Staumauer angelegt. Er dient der Energiegewinnung, wie auch rund 2/3 der neuseeländischen Energie aus Wasserkraft gewonnen werden. Aber künstlich hin oder her, offensichtlich wird seine Umgebung bisher noch nicht allzusehr beworben. Und so parkten wir tatsächlich auf einem komplett leeren Parkplatz und wanderten um diesen wunderbaren, absolut tiefblauen See, bei dem man sich je nach Betrachtung fragen konnte, wo der Himmel aufhört und das Wasser anfängt.
 




Von da aus kann man auch schon einen kleinen Ausblick auf den Mount Cook genießen.

Picture 002 

Nach dieser Wanderung gab es dann das Abendessen in Omarama. Hier hatten wir uns dann für das Buffet eingebucht und irgendwie ist das doch immer das selbe: Man bezahlt für einen Haufen Kram, den man sonst vermutlich gar nicht essen würde, isst zuviel davon, weil man ja einmal dafür bezahlt hat und verbringt dann viel Zeit damit, das was man eigentlich gar nicht wollte, wieder loszuwerden. Wir sind schon ein bisschen eigenartig. Aber dafür ganz nett. Und damit schließe ich für heute.

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Kommentare

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Hallo Sabine, was für traumhafte Bilder...

Die Pose der Meerjungfrau ist extrem gut gelungen. Vielleicht braucht Neuseeland ja noch ein weiteres Wahrzeichen und Du bekommst demnächst eine Anfrage und wirst unter Vertrag genommen....

Hach, heute scheint hier mal die Sonne und der Himmel sieht dem von Neuseeland ähnlich. Will daher gleich mal in den Zoo und ein paar Tiere füttern gehen. Meine Tupperdose mit Gemüse und Obstresten ist voll...

Überhaupt blühen hier die Schneeglöckchen....

Liebe Grüße

Merjinka

Hallo Sabine,
eigentlich hatte ich mir das Lesen Deiner Berichte erst für Ende Februar in den Timer geschrieben. Umso erstaunter war ich gestern, dass Deine Reise schon im Januar begann und nun bereits kurz vor dem Ende steht.
Deine Artikel sind interessant, man kann Deine Gedanken und Erlebnisse gut nachvollziehen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung. Ich war im vorigen Jahr mit Wikinger ebenfalls auf Neuseeland-Tour, allerdings vom Süden in den Norden. Damals habe ich meine Reiseberichte ebenfalls im Blog für die Leser von "wissen.de" geschrieben http://blog.wissen.de/neuseeland/page/6/
Ich weiß Deine Arbeit sehr zu schätzen, zeitnah und bei nicht immer guten Internet-Verhältnissen zu schreiben. Wenn Du wieder zu Hause bist, kannst Du ja mal in meinem online-Reisetagebuch blättern und Deine Gedanken mit Wehmut nach Aotearoa zurückschweifen lassen. Bis dahin noch einen angenehmen Urlaub und Grüße an den Guide Hans. Ich freue mich, schon bald über Deine nächsten Erlebnisse zu lesen.
Detlef

Hallo Sabine,

falls Ihr nach Kaikoura kommt - ich vermute es fast, weil Du etwas von Whalewatching geschrieben hattest - habe ich noch einen Muffins-Tipp für Euch, weil Ihr ja die in Dunedin nicht probieren konntet. "Hislops Café", ungefähr gegenüber vom Top Ten Camping Platz "oben" an der Hauptstraße (also nicht unten am Strand) hatte ganz tolle Muffins und leckeres Frühstück.

Wir waren damals in Dunedin ein paar Tage am Stück und auch in Kaikoura haben wir es uns vier Tage lang gut gehen lassen, deswegen kann ich mich daran noch sehr gut erinnern. Vielleicht kommt der Tipp diesmal noch rechtzeitig an.

Viele Grüße von der
Muffin-Karin aus München

Hallo Mufin-Karin,
grrmpf, hat nicht hingehauen. wir sind jetzt nur noch in Christchurch und morgen geht es ab!
Aber nocheinmal Danke fuer den Tipp!
Hallo Detlef,
Dankeschoen fuer die nette Rueckmeldung. Ja, mit dem Internet ist das hier so manchmal eine Sache....Zuhause werde ich mir aber auf jeden Fall mal deine Seite ansehen!
Hallo Merjinka,
wenn die Schneegloeckschon schon einmal da sin,d dann haben wir ja schon das groebste geschafft. Super!
Allen ganz viele Gruesse
die Sabine

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