Das mit dem Sport ...
Ich konnte es ja selbst fast nicht glauben, dass ich irgendwann nochmal beschließe, dass Sport richtig gut ist und Spaß macht! Als ich die Diagnose bekam, war ich gar nicht so unsportlich. Mein Problem war nur, dass das, was ich machte, nämlich schnelle, mitreißende Aerobicstunden mit lauter Musik und schnellen Bewegungen, nicht mehr ging.
Eigentlich war ich die ganze Zeit ein wenig traurig darüber, das, was mir soviel Spaß machte, nicht mehr tun zu können.
Laufen und Wegstrecke war nicht mehr, Radeln ging so, aber ist nicht so mein Ding, wenn ich es alleine machen muss und mir fehlte immer die Musik. Harte Beats, Motivation. Stattdessen gabs Krankengymnastik und solcherlei. Sicher auch nicht schlecht, aber ein wenig öde. :-)
Nun habe ich etwas gefunden, was mir wirklich gut tut und Spaß macht. Es gibt sogar laute Musik, wenn ich sie will. Es ist das Höhentraining, das mich auf Vordermann bringt. Ein Raum, indem mittels einer Anlage Luftverhältnisse wie auf einem Berg erzeugt werden. Bergziegentechnisch bin ich derzeit auf 3200 m und sehr stolz, dass ich soweit raufkraxeln darf. Wer kann schon auf den Berg, so völlig in der Ebene? :-)
Dazu kommt ein Physiotherapeut, der das Programm nach Leistungsfähigkeit zusammenstellt und immer wieder checkt, wie Puls und Sauerstoffgehalt sich in der Höhe entwickeln. Wie ich schon mal erzählte, es wird Fett abgebaut, was nicht schlecht für die angefutterten Schwimmreifen ist, Herz- und Kreislauf wird trainiert und verbessert, der Blutdruck senkt sich nachweislich und viele andere Dinge werden verbessert. So der Fachmann. Ich ließ mich darauf ein.
Mein Ergebnis ist sehr erfreulich, denn meine Werte sind wesentlich besser geworden und ich fange an, weniger Sensibilitätsstörungen im linken Fuß zu spüren. Etwas, das sich fast wie vorher anfühlt. Mit vorher meine ich die Zeit, in der ich noch "gesund" war. Dass es nie wieder so werden wird, ist mir klar, aber offensichtlich kann ich es noch ein wenig verbessern.
Zugegeben, das Training fällt mir nicht immer leicht und ich bin danach immer platt. Auch wenn man es so abstimmt, dass ich mich nicht übernehme und ich ständig begleitet werde. Aber danach brauche ich trotzdem mein Sofa, die Waagerechte und kann auch nicht wirklich mehr viel tun, aber es tut mir gut. Etwas, das ich sehr genial finde und ich bemerke erst jetzt, wie sehr ich das vermisst habe.
Der Nachteil ist, dass es kein wirkliches Schnäppchen ist und ich auch keine Zuschüsse bekomme. Weil es angeblich nicht in den Begriff "Prävention" fällt. Gut, ist so, ich kanns im Moment noch nicht ändern, muss es derzeit noch hinnehmen, arbeite aber daran.
Was offen bleibt und was ich kritisch betrachte, ist die Definition des Begriffes "Prävention", die doch recht unterschiedlich ausfällt. Wenn ich mit so einem Training nachweislich etwas für meine Gesundheit tue und so auch die Kosten senke, ist das für mich schon eine präventive Maßnahme. Dazu eine, die mit den Aussagen der zuständigen Stellen eigentlich übereinstimmt: "Präventivmaßnahmen" sind Maßnahmen, die die Gesundheit verbessern und erhalten sollen, sodass Kosten langfristig gesenkt werden.
Soweit so gut. Dennoch ist dieses Training seine Sache, für die ich gerne auf etwas verzichte, denn sie senkt meinen Konsum von Schmerzmitteln und wirkt auch gegen die Fatigue (Erschöpfungszustände, typisch für MS und übelst). Noch Fragen?
Ich ziehe das jetzt durch, weil ich endlich einen guten Ersatz für das fand, was ich wirklich richtig vermisst habe.
Sportliche Grüße
Birgit
Liebe Birgit, ja schlimm, dass Verordnungen, die für unsere Gesundheit von Erleichterung sind, nicht finanziert werden, Soviel unnütze Behandlungen werden finanziert, soviel wird unnötig hinausgeschleudert, aber da wo es nötig wäre, wird gestrichen.
Halte durch!
Dir ein "schönes" Wochenend
Uschi
Kommentiert von:uschi | Sonntag, 7. März 2010, 0:00 Uhr
Toi, toi, toi, liebe Birgit. Klingt sehr gut, was du da schreibst.
Was die Einstellung deiner Krankenkasse betrifft, so äußere ich mich lieber nicht dazu.
Herzliche Grüße - Renate
Kommentiert von:Renate | Sonntag, 7. März 2010, 10:55 Uhr
Hallo liebe Uschi, liebe Renate,
was den Zuschuß betrifft, da ist das letzte Wort noch nicht geratscht, ich bleibe da noch ein wenig dran ... ich kann da ja stur wie ein Esel sein. :-)
Mir war es in erster Linie einfach wichtig, etwas zu tun, was mir gut tut, womit ich Seele und Körper einfach in Einklang bringe und womit ich mich wohlfühle und das Ziel hab ich erreicht und das freut mich wiederum sehr. Es ist, als hätte ich so ein kleines Fitzelchen "Normal" zurück gekriegt und das finde ich sehr angenehm. :-)
Ganz liebe Grüße!
Birgit
Kommentiert von:Birgit | Sonntag, 7. März 2010, 11:17 Uhr