Sport ist ...
... ganz arg ungesund. Und wenn mir noch einer sagt, dass Sport ja sooooo gesund ist, der kann gerne kommen und mich gesund pflegen.
Es ist ja nicht so, dass ich nicht wollte. Da war zum einen das immer mäkelnde Fräulein Trulla, dem ja immer was Neues einfällt und das immer alles besser weiß und mich sowieso nervt mit ihrem plüschigen Sofakissen und dem Anspruch auf sittsames Verhalten.
"Man kann ja auch ohne Alkohol so lustig sein!", flötet sie beispielsweise zuckersüß, wenn ich mir ein Glas Rotwein gönne und wiehert dann gekünstelt los und haut sich auf den Schenkel. Bitte, denk ich, soll sie, ist mir egal und erfreue mich an meinem rassig - roten Italiener und genieße ihn. Genuß gehört ja zum Leben. Sagt man.
Blöderweise hat Genuß die unangenehme Konsequenz, sich an diversen Körperstellen freudig niederzulassen. Nennt man dann auch Hüftspeck. Oder bei Männern gern auch Knödelfriedhof. Ich weiß das Leben zu genießen und meine Schweinehündin, die gerne das olle Fräulein Trulla, die berufsbedingte Spaßbremse, verbellt, ist da ganz meiner Meinung, wenn es um Schokolade und Co. geht.
Da aber nun das Frühjahr kommt, ich meine Schwimmreifen nicht benötige, weil ich doch den Freischwimmer habe und selber paddeln kann, habe ich also beschlossen, sehr sportlich zu werden.
Das war vor ungefähr acht Wochen. Denn es ist gar nicht so einfach, etwas zu finden, was mir gefällt, gut tut und was sich mit der MS vereinbaren lässt, die mir ja derzeit eine eingeschränkte Gehstrecke beschert. Außerdem tut mir mein linkes, geschädigtes Bein immer wieder weh, sodass ich auf mich achten sollte. Schifahren, Aerobic und andere Sachen, die mir gefallen, fielen also sofort durchs Raster. Was blieb ist eine Kombination aus Schwimmen und einem Höhentraining an diversen Gerätschaften in meinem Lieblingstherapiebad. Sanft und schonend, aber durchaus anstrengend und effektiv. Soweit so gut.
Letzte Woche ging ich am Donnerstag zu meinem Einstiegstermin. Denn in dem Raum wird Höhe simuliert. Schwups ist man auf 2500 m Höhenniveau und das Training fühlt sich gleich ganz anders an. Viel sportlicher! Es soll gut sein für die Durchblutung, den Blutdruck, Fettabbau (Schweinehündin jaulte schmerzhaft!) und noch so einige gute Sachen. Ich fands gut und schwang mich krass motiviert aufs Rad, sauste dem Fräulein davon, besuchte den textilfreien Dschungel (Schwimmflügelreport folgt in Kürze an anderer Stelle!) und paddelte dann noch 15 Minuten entspannt im Schwimmerbecken meine Runden. Vor mir immer das tanzende Rüschengebilde auf dem Kopf des Fräuleins im gestreiften Badekostüm. Ich war sooo sportlich. Und motiviert! Wirklich!
Und nu? Nu hab ich Erkältung. Sämtliche Atemwege sind verstopft, ich hab Gliederschmerzen und Fieber und Kopfschmerzen. Von wegen Sport ist gesund! Pah! Krank machen tut das Zeug. Gut, ich langsam geht es mir besser, aber leistungsfähig sein ist irgendwie fremd. Und dann stellt sich mir die Frage nach dem Bezug von Gesundheit und Sport. Ehrlich. Denn ich höre mich an wie ein Hustinettenbär auf Droge und bin eine wandelnde Rotznase. Dabei wollte ich doch nur Bremsspuren an Oberschenkeln und einen meiner Schwimmreifen loswerden und fürs Frühjahr in Form kommen. Das hab ich nun davon ...
Rotznäsige Grüße
Birgit
huhu....
rüberwink.... und ein Taschentuch reich...
das wird schon wieder, gib der Sache, die so ganz gut klingt einfach eine 2. chance... jeder, der auch ohne Sport bei dem Wetter nicht krank wird und rum rotzt kann sich glücklich schätzen...
viele Liebe Grüße
und gute Besserung
Tanja
Kommentiert von:Lieblings-Tanja | Mittwoch, 10. Februar 2010, 13:22 Uhr