Mein Leben mit MS

Vor einigen Jahren bekam Birgit Bauer die Diagnose Multiple Sklerose. Im Blog berichtet sie, wie die Krankheit ihren Alltag verändert.

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Fräulein Trullas Kommentar zur Woche!

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin wieder da. Und schon wieder urlaubsreif. Die Bauer ist so gemein! Mir ist klar, dass Sie sich schon jetzt ins Fäustchen lachen, weil ich trotz meines verlängerten Aufenthalts im Sanatorium für Absolventinnen der Schule für höhere Trullas schon wieder nur schlechte Nachrichten habe, aber was kann ich dafür, wenn die Bauer mir so zusetzt!

Zuerst feiert sie neuerdings unser Jubiläum. Fünf Jahre, da könnte man meinen, man bezieht mich ein, aber nichts da. Sie kommt mit brasilianischen Cocktails und knutscht mit Herzblatt. Igitt!

Dabei hatte ich mir das so schön vorgestellt. Ich würde erholt nach Hause kommen, voller Saft und Kraft und in alter Frische und würde mich mit der Bauer schön in der Sofakuhle verkriechen und ihr zeigen, welche neuen Kniffe ich von den anderen Sanatoriumsbesuchern gelernt habe. Wir würden Tee trinken, nicht mehr ACDC hören und über Motorräder reden und wir hätten es wahnsinnig gemütlich. Bettzeit ab 20.00 Uhr weil sie so erschöpft wäre und wir würden nur noch Kräuterlikör trinken. So einmal in der Woche. Die Bauer würde sich auch aus dem Leben zurückziehen, keine anderen Frauen mehr treffen und keinen solch komischen Spaß mehr haben.

Schöne Träume, sagte die Bauer und meinte, ich könne gerne weiterträumen, aber das Januarmotto wäre dann doch etwas anders. Als sie mir das mitteilte, wurde mir übel und ich sehnte mich nach dem Sanatorium. Als dann das Motto benannt wurde, war es dann vorbei mit der Erholung: Wir brechen den Bann des Fräulein Trulla.

Konkret: Keine Möglichkeit für einen Schub, keine Chance für meinen jährlichen und intensiven Jahresgruß. Und wissen Sie warum? Weil ich mit dem letzten Schub, der im Oktober begann und im Dezember erst endete, mein Limit für 2010 überschritten habe. Frechheit! Ich habe als berufsmässige Trulla einen Auftrag! Ich muss eine Mission erfüllen!  Wie bitte soll ich das, wenn die Bauer mir solche Ansagen macht?

Können Sie mir das erklären?

Ratlose Grüße

Fräulein Trulla

P.S. Was ich noch sagen wollte: am gestrigen Tag  konnte ich sie wenigstens ein wenig kitzeln. Allerdings nur kurz, denn sofort lag die Bauer gemütlich auf dem Sofa und hielt einen Telefonkaffeeklatsch mit einer lieben Freundin. Und George, den Kaffeekerl kann ich nicht leiden!

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