Mein Leben mit MS

Vor einigen Jahren bekam Birgit Bauer die Diagnose Multiple Sklerose. Im Blog berichtet sie, wie die Krankheit ihren Alltag verändert.

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« August 2009 .:Start:. Oktober 2009 »

Diskriminiert!

Fuchsteufelswild werde ich, wenn man mir einfach so unterstellt, dass ich nicht einsatzfähig bin und Aufträge oder Deadlines aufgrund meiner Erkrankung nicht halten kann.  Wenn man mir sagt, dass man mich nicht nehmen könne, weil ich ja, wenn ich einen Schub bekommen würde, nicht fähig wäre zu schreiben, werde ich aggressiv.

Schlaue Leute oder? Wissen was ich kann und was nicht, ohne mich zu kennen!

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Zähne zusammenbeißen!

"Du musst jetzt die Zähne zusammenbeißen!" kam gestern von jemandem, dem ich erzählte, dass es mir gerade nicht ganz so gut geht. Ein Satz, den ich zu oft hörte und der bei mir hochallergische Reaktionen hervorruft.

Diese Person ist immer parat, macht Männchen sobald man sie ruft und macht alles, selbst wenn sie gar nicht möchte, geschweige denn kann. Ihr Credo sind die zusammengebissenen Zähne und mit denen knirscht man dann, tut aber trotzdem, was verlangt oder gewünscht wird. Etwas abzulehnen ist ihr fremd. Diese Person wirkt verkrampft und ist fixiert darauf, durch das, was sie tut, in den Mittelpunkt zu gelangen. Sie verwechselt den Zustand des "Parat sein" mit Zuneigung. Anstatt herzlich in die Welt zu gehen und ihr offen zu begegnen, ist sie verkrampft und völlig verbissen und tut, was man ihr sagt. Und fühlt sich ausgenutzt und erreicht nie das eigentliche Ziel: Nämlich angenommen zu werden, wie sie eben ist.

Mal abgesehen davon, dass man sich so den Zahnschmelz ruiniert, ruiniert man sich wohl auch das Innenleben. Dabei war ich auch mal ein bisschen so ...

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Schmerz wo keiner sein kann ...

Autsch! Als ich heute morgen aufwachte, dachte ich, über meinen linken Arm wäre ein LKW gefahren. Oder ein Zug? Ich weiß nicht so genau. Es ist, als hätte jemand den Arm demoliert, außer Funktion gesetzt. Dabei sieht man gar nichts. Kein blauer Fleck, keine Schramme. Nichts.

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Lachen

Haben Sie heute schon richtig herzlich gelacht? Ernsthaft, es heißt nicht umsonst, dass Lachen die beste Medizin ist.

Charly Chaplin brachte es wundervoll auf den Punkt: "Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag".

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Fräulein Trullas Kommentar zur Woche!

Liebe Leserinnen und Leser,

stellen Sie sich vor, ich hab Sie gekriegt! Die olle Bauer. Tja, wenn man meint, sich mit einer Trulla aussöhnen zu können, dann hat man sich eben getäuscht. Trullas sind immer und überall im Einsatz. Schließlich lernen wir das auf der Schule für kleine Trullas schon aber der 1. Klasse. Und es wäre doch gelacht, wenn ich die Bauer nicht ein wenig ärgern könnte. Was ich auch geschafft habe!

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Getragen

Am Montag war ich nachdenklich. Ich war verletzt und verstand eigentlich nicht, was mir da gerade passierte. Deprimiert ging ich durch meinen Tag und auch der Dienstag war noch durchwachsen. Dann meinte Fräulein Trulla auch noch, mir zeigen zu müssen, dass sie da war und es ja soooo gut mit mir meint. Wir zerbrachen wieder mal ein Glas und ich schwankte durch den Dienstag.

Doch dann passierte mir etwas, was ich als besonders wertvoll erlebte: Auf einmal wurde ich getragen.

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Akribische Wareneingangskontrolle

Wie ich schon vor einiger Zeit erwähnte, habe ich einen Redaktionskater. Er heißt Herr Muzz und ist ein wahrer Katerheld.

Herr Muzz ist zuständig, dass hier im Arbeitszimmer alles seinen geordneten Gang geht. Meist ruht er auf seinem roten Samtkissen und linst mich träge an, denn er weiß ja, dass ich ein verlässlicher Mensch bin.

Trulla mag er nicht und bedenkt mich, sobald sie nur ein wenig um die Ecke linst, mit schnurrenden Katerliebkosungen und einer Dauerbewachung. Kommt allerdings Post und vor allem, Lieferungen, wird Herr Muzz tätig. Er unterzieht sämtliche Eingänge einer akribischen Wareneingangskontrolle ...

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Nachdenklich

Diese Woche beginnt für mich mit Nachdenklichkeit. Sie hat mich gestern heimgesucht, als ich jemandem begegnete, der mir zeigte, dass er nicht mehr mit mir mit kann und auch nicht mehr mit mir zurechtkommt. Damit meine ich, dass dieser Mensch meine Entwicklung nicht mehr verstehen und nachvollziehen kann. Seine Ansicht ist, dass ich alles, was ich tue, sage oder meine, nur aufgesetzt ist und ich das, was ich nach außen lebe, nur vorgebe. Ihm ist suspekt, dass ich Dinge tue, Entschlüsse fasse, die ich vor einigen Jahren nie und nimmer so getan oder beschlossen hätte. Ich habe gestern bemerkt, wie sehr ich mich verändert habe. 

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Irgendwie komisch

Heute ist mir, sagen wir irgendwie komisch. Ich hab Kopfschmerzen und auch wieder nicht, mein linkes Bein mag und mag mich nicht und ich habe jetzt ungefähr das fünfte Outfit an und fühle mich immer noch unwohl. Es ist, als ob meine Haut die ganzen Stoffschichten nicht mag heute. Und meine Hals juckt und ziept ... Nennt sich auch  Sensibilitätsstörung. Oder auch: Trulla kratzt am offenen Nerv.

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Fräulein Trullas Kommentar zur Woche!

Hatschi! Räusper... Zu Hülfe, Frau Suse, Herr Uthoff, Leserinnen und Leser, die Bauer hat mich angesteckt.

Wir haben eine Erkältung. Eine, die wie eine ätzende Hexe um sich greift.  Weil die blöde Bauer tatsächlich immer solche Krankheiten einfängt, die anstecken.

Zuerst traf es sie, dann mich und jetzt noch Herzblatt. Und während sie wieder fröhlich durch die Welt stapft und sich derzeit um das herbstliche Wohlfühlprogramm kümmert, jagt sie mich vom Sofa und hängt mir noch ihre Rotznase an. Gemein ist das! Aber wissen Sie was? Wir werden berühmt ...

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