Frau mit Bart

Mariam wächst ein Bart. Jahrelang hat sie ihn täglich ausgezupft - jetzt wagt sie ein Experiment: Wie reagieren Menschen auf eine bärtige Frau? Im Blog und im Videoporträt berichtet sie von ihren Erfahrungen.

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Dieser Blog wurde beendet ...

... aber in Miriams Blog www.fraumitbart.de können Sie die aktuellen Vorkommnisse verfolgen!

 

Herzliche Grüße,

Ihre BRIGITTE.de-Redaktion

 

699. Tag Bremen

Das Wochenende vergbrachte ich in Bremen auf der Breminale. Sonntagabend wurden die Zelte wieder abgebaut.... Samstag und Sonntag sah ich die Vorstellungen des Circo Paniko SUPER!! Artistik, Musik, Jonglage, Singende Puppen, Clowns und mehr....und ich lernte interessante Menschen kennen. Am Sonntag stellte ich mich als Bartfrau neben das Zirkuszelt mit Stuhl und Schirm, um etwas Schatten zu haben und versuchte als Bartfrau Geld zu verdienen. Ich bot an mich zusammen mit einem Besucher gegen eine Spende fotografieren zu lassen - eine Postkarte mit Foto von mir gab es auch zu kaufen....es wurde viel gelacht und ich glaube die meisten Menschen nahmen an, ich sei ein verkleideter Mann. Manche meinten es sähe aus wie Mona Lisa nur anders....... Ich hatte viel Spaß die Leute zu beobachten - verdient habe ich allerdings in all den Stunden gerade mal 3,50Euro ..... Eine der Straßenkünstlerinnen meinte dazu es war eine Erfahrung. An einem anderen Ort kann es wieder ganz anders sein. Ich werde es wieder machen.....vielleicht dort wo Touristen sind, die in der Stimmung sind sich mit einer Bartfrau fotografieren zu lassen. Ursprünglich wollte ich eine Aktion mit einer Polaroidkamera machen, damit die Leute das Foto gleich mitnehmen können, doch die Filme werden seit einiger Zeit nicht mehr hergestellt. Es gibt noch abgelaufene Filme bei ebay zu ersteigern - der Preis pro Bild liegt dann um die 2 Euro....etwas zu viel finde ich. Wäre schön, wenn Polaroidfilme wieder produziert werden würden..... Im Juli gibt es in Frankreich in Chalon sur Saone ein Festival der Straßenkünstler. Wenn es klappt werde ich da hin fahren.

696. Tag Bremen Breminale

Bin nach Bremen gefahren und als erstes heute Morgen ging ich in einem Badesee baden! Die Luft ist im Moment zum Schneiden, meine Augen brennen und es ist schön warm, und ganz schön stickig. Grenzwertig hohe Ozonwerte um 177 (180 ist die Grenze!). Das Wasser des Sees war schon am Vormittag warm genug um ein Baby drin zu baden! Also nur eine kleine Erfrischung. Am Nachmittag ging ich ins Starbucks Cafe, um zu surfen und oh wie schön! die Klimaanlage darin machte eine angenehme kühle Luft! So lässt es sich aushalten. Die Gäste um mich herum wechselten mit der Zeit und mehrmals waren Gruppen von jungen Japanerinnen da. Ich dachte immer die Deutschen wären laut, doch beide Gruppen von Japanerinnen waren so laut und schrill in ihrer Sprache, dass mir die Ohren schmerzten....aber jetzt sind die auch schon wieder weg. Nachher will ich zur Breminale, dort treten ein paar super Feuerkünstler aus Berlin und Anderswo auf! [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=dn-fea6LkHw] Und auch sonst ist das Programm Klasse und der Eintritt ist frei! Es gibt eine Art Amerikanische Sideshow Performance mit Namen Twisted Fairground am einen Ende der Breminale. Dort treten die Damen mit angeklebtem Schnurbart auf und es werden Schnurbärte an das Publikum verkauft für einen Euro! Und das Publikum kauft Schnurbärte! Scheint in Mode zu kommen die Frauen und Herren und Kinder mit Bart! [youtube=http://www.youtube.com/watch?v=oy_l4K4L0mY] Eine Siebdruckwerkstatt mit Namen BremerBarthaar Broduktion hat auch einen Stand und bedruckt T-Shirts und anderes. Buttons kann man dort auch selbst machen. Barthaare und Bremen....irgendwie scheint da eine Verbindung zu sein.....auch Margitta Staib, die das Buch: "Die enthaarte Frau" schrieb kam soviel ich weiß aus Bremen und machte vor längerer Zeit selbst das Experiment als Frau einen Bart zu tragen.

694. Tag WAS ist denn nun NORMAL?!

In den vergangenen Tagen kamen einige "bemerkenswerte" ist eigentlich das falsche Wort...eher vielleicht könnte man sagen dumme Kommentare auf meinem Blog (www.fraumitbart.de) an. Für manche Menschen ist es mehr als unverständlich, wie eine Frau mit Bart herumlaufen kann. Wie wichtig doch das Äußere in unserer Gesellschaft ist. Und wie überzeugt so mancher davon ist genau zu wissen, WIE eine FRAU und WIE ein MANN auszusehen haben! - DAS IST NICHT NORMAL! Was ist nicht normal? - Das was ich NICHT täglich sehe ist NICHT NORMAL. Das, was meinen Vorstellungen nicht entspricht ist nicht normal. NUR DAS WAS ICH ALS RICHTIG empfinde, nur das, was in mein Weltbild passt ist normal und somit gut und richtig?! "Du musst doch ein normales Leben führen!" höre ich auch von meiner Mutter. - Das WAS ALLE MACHEN, das ist normal. Gibt es überhaupt "das was alle machen"? Es gibt vielleicht eine Menge Menschen, die ähnlich leben - doch alle Menschen? Da gibt es immer noch eine ziemliche Vielfalt an Lebensweisen, wenn man sich die Menschheit auf der gesamten Erde betrachtet. Soll doch jeder so leben, wie es ihm gut tut. - Vielleicht ist es beängstigend für manche Menschen, wenn es Menchen gibt, die durch ihre Lebensweise, oder ihr Geschlecht, z.B. ein Zwischengeschlecht, oder ihre sexuelle Orientierung, indirekt, ohne es zu beabsichtigen, das Leben derer, die "normal" leben, in Frage stellen. Zumindest scheinen sich Einige dadurch angegriffen zu fühlen oder verängstigt, verwirrt oder agressiv zu reagieren. Vielleicht ist ihr Bestreben alles "ganz richtig" zu machen.....doch da gibt es kein Patentrezept. Jeder hat seinen Weg und der kann ziemlich abweichen von dem der Anderen....und das heißt nicht, dass er falsch oder schlecht ist! - Ich mache auf meinem Weg die Erfahrungen, die ich machen möchte, die für mich sind, damit ich daran wachse.

685. Tag UNTERWEGS

Jetzt mache ich das, was ich schon vor einem Jahr machen wollte: ich fahre mit einem Wohnmobil durch die Gegend und probiere es aus, wie es ist, so zu leben.....zumindest für eine Woche. Ab Juli habe ich keine Wohnung mehr und schaue mit jetzt mal andere Städte an, und spüre hin, ob ich dort leben möchte. Im Wendland war ich nun lange genug und die Zeit ist um - ich brauche definitiv etwas Anderes. Was ich auf dem Land vermisse ist die Möglichkeit Kurse zu besuchen und noch so einige Vorteile, die die Städte bieten. Grün sollte es allerdings auch sein. Diese Mischung Natur, alte Architektur und doch Stadt mit guter Luft....ganz schöne Ansprüche.... Am Sonntag fuhr ich über Jever hoch bis nach Wangerland. Dort hielt es mich nicht lange. Viel zu touristisch, zubetoniert und plattrenoviert - alles auf die Touristen ausgerichtet.....man beachte die gerade gezogene Linie von Häusern und Bäumen, wie auf einem Plan.... Das Wasser der Nordsee grau und trüb.....nein am Meer in Portugal das was noch was anderes, doch das Wasser der Nord und Ostsee ist mir zu schmutzig. Traurig macht mich das, da kann ich nichts genießen. Varel fand ich ganz nett. Im Hafen gab es ein Museum mit Kuriositäten Spijöök genannt und gleich daneben der Fabrikverkauf von Balsen! Wilhelmshaven ist nicht so mein Fall viel Beton...und heute schaue ich mir Bremen an. Ich mochte Bremen immer ganz gerne. Vor mehr als eineinhalb Jahren war ich im September in Bremen - allerdings etwas außerhalb auf einem Bauwagenplatz. Diesmal habe ich das Fahrrad mit und werde durch den Ort fahren, mir die ein oder andere Wohnung ansehen - Bremen hat die Mischung, die mir gefällt, es gibt viele grüne Stellen, Parks und Gewässer, schöne alte Gebäude und wirklich nette Häuschen in der Neustadt, die mich an England erinnern.....na mal schaun....und im Schoor da gibt es die schöööönsten Gässchen überhaupt mit Gebäuden um 1600!! DAS gefällt mir!!! Aufgefallen ist mir überall, nicht nur jetzt auf der Reise, wie ähnlich sich die Städte und Geschäfte in Deutschland geworden sind. Das Individuelle, wird immer mehr verdrängt von einer Globalisierung auf allen Ebenen! Das mag ich überhaupt nicht. Eckige Häuser, Beton und Stahl und Glas auf eine Weise eingesetzt, die mir das Gefühl geben eine Maus in einem geplanten Labyrinth zu sein. Alles natürliche, runde, gebogene, ungeordnete, Materialien wie Lehm, Sand und Erde verdrängt....alles sauber und geordnet...gerade mit dem Lineal gezogen....und so weiter....die Läden bestückt mit der selben Ware in allen großen Städten Deutschlands...Obst und Gemüse aus der Massenherstellung Italiens, Spaniens oder Hollands, das nach Styropor und Wasser schmeckt - überall vertreten.....- Konditorei Schröters im Schnoor Bremen Ich finde es ist genug!!! So viele Menschen fahren jedes Jahr im Urlaub nach Italien, Spanien, Portugal und in andere Länder in denen sie gerade das, was bei uns zerstört wird suchen - Die Ursprüglichkeit, die schiefen engen Gassen, das Besondere....das Neue....die individuell gestalteten Fassaden....die ursprüngliche Natur... Kreativ ist die Konditorei Schröters, im Schnoor in Bremen, wo man durchs Schaufenster bei der Pralinenherstellung zuschauen kann!!

Ausstellung HaareGegenMacht

Über Pfingsten fand der LFT in Hamburg statt. Es gab Veranstaltungen, Workshops und Ausstellungen. Eine Ausstellung und ein Workshop beschäftigten sich mit dem Thema Behaarung - Der Titel der Ausstellung war: "HaareGegenMacht".

Neben einer Zeitschiene, auf der Wissenswertes zu Bartfrauen und dem Thema Behaarung stand, gab es in der Ausstellung Fotos und Tafeln mit Inhalten zum Thema, ein Video mit dem Lied "DAMENBART" zu hören und die Möglichkeit Interviews zum Thema Behaarung und Enthaarung zu hören.

Ist dieses Foto nicht erotisch? Es ist eines von vielen Fotos in der Ausstellung HaareGegenMacht. - Es ist möglich, die Ausstellung in die eigene Stadt holen, auf Wunsch mit Vortrag und/oder Workshop!

Bei Interesse ist hier die Kontakt email: haaregegenmacht [ät] gmx.de

Während ich so durch die Ausstellung ging, stand auf einmal eine Frau mit Bart hinter mir! Sie hatte einen blonden Bart und auch an den Seiten und unter dem Kinn noch Haare. Meine Augen brauchten eine Weile, bis ich alles wahrgenommen hatte. Erst grinsten wir uns an, dann kamen wir ins Gespräch. Ich wollte von ihr wissen wie lange sie ihren Bart schon hat und wie es beruflich aussieht mit Bart. Seit ihr Bart vor mehr als 20 Jahren zu wachsen begann hat sie ihn wachsen lassen! Er wurde nie sehr lang und hin und wieder kürzte sie ihn auch, doch nie wurde er rasiert oder gezupft und doch wurden die Barthaare mit den Jahren zahlreicher! Eine Arbeit hat sie. Sie ist selbständig und gibt Seminare. Und das funktioniert gut. Auf der Straße wurde sie, wie auch schon die Loewin, für mich gehalten und darauf angesprochen, dass man sie im TV gesehen hätte. Dabei sehen wir drei doch ziemlich verschieden aus, ebenso unsere Bärte! Vielleicht ist durch die Beiträge im Fernsehen der Eindruck entstanden, dass es NUR EINE Frau mit Bart in ganz Deutschland gibt, oder der Focus der Zuschauer lag so sehr auf dem Bart, so dass eine Verwechlung leicht möglich ist?? Die Reaktionen waren jedoch positiv und das finde ich sehr erfreulich, dass die Beiträge im Fernsehen dazu führen, dass es angenehme und offene Begegnungen gibt und einigen Menschen dadurch die Scheu genommen worden ist, Kontakt aufzunehmen, statt weg zu schauen oder einen an zu starren.

Vermutlich gibt es noch viel mehr Frauen mit Bart......

Womit verdienen all die Bartfrauen ihr Geld? Alle von denen ich weiß, sind selbständig. Keine von den Frauen mit Bart, die ich kenne befindet sich in einem angestellten Verhältnis. Ihre Berufe sind: Übersetzerin, Tätowiererin, Schriftstellerin, Seminarleiterin, Schamanin, Clownin, Zirkusdirektorin....Meist haben sie künstlerische Berufe oder sie sind tätig im Bereich Kommunikation und Sprache, Spiritualität/Selbsterfahrung und Heilung. Bartfrauen in anderen Jahrhunderten hatten unter anderem Berufe wie: Fischerin, Knechtin, Hexe, weise Frau oder sie stellten sich zur Schau und verdienten damit nicht schlecht, eine von ihnen sogar mehr als der damalige Präsident der Vereinigten Staaten!

Spannend.... es gibt noch so viel Neues zu entdecken!

Ich freue mich auf die Begegnung mit weiteren Frauen mit Bart und deren Geschichten!

Foto von Iwajla Klinke

Im April 2010 machte die Fotografin Iwajla Klinke Aufnahmen von mir. Dabei entstand folgendes Foto. Die Fotografin hatte die Idee mich in einem Talar zu fotografieren. Also fragte ich bei einigen Pastoren und Pastorinnen im Umkreis nach. Einer der Pastoren war bereit mir seinen Talar für einige Stunden zu leihen. Vielen Dank!!

Das einfallende Licht hat die Farbe des Talars von Schwarz in Blau verwandelt!

Frau oder Mann?

Letzten Sommer gab es ein Fotoshooting mit Sebastian Lang und seinem Team, bei dem ich mal Männer- oder Frauenkleider trug und alte Kostüme und je nach Kleidung und Make up mal wie ein Mann oder wie eine Frau aussah. Sebastian Langs Firma heißt SL Fotodesign und diese beiden Bilder sind auch auf seiner Webseite zu finden.

618. Tag Wilgefortis Heilige Kümmernis

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In dem Comic von Linda Medley, Castle Waiting Band 3 wird die Geschichte von Wilgefortis erzählt. Der Frau, die zu Gott betete er möge etwas tun, damit sie den Mann, mit dem ihr Vater sie verheiraten wollte, nicht heiraten müsse. Gott lies ihr über Nacht einen Bart wachsen und so wollte der Mann sie nicht heiraten. Ihr Vater jedoch war so erzürnt darüber, dass er seine Tochter kreuzigen lies. So in etwa die kurze Fassung der Geschichte. Wilgefortis, hat viele Namen, so auch heilige Kümmernis oder St Uncumber in England. Sie wurde viele Jahrhunderte lang von den Katholiken als Heilige verehrt , bis man sie 1969 aus dem Verzeichnis der Heiligen entfernte. Sie wurde verehrt als die, die hilft, wenn Frauen Kummer mit ihren Männern hatten und z.B. unglücklich verheiratet waren. Frauen die zu ihr beteten würden frei sein von der Belästigung durch Männer. Auch in Linda Medleys Geschichte ist die Rede davon durch den Bart Freiheit zu erfahren.

Vom 15.-17. Jahrhunder war Wilgefortis auch eine Schutzheilige der Musiker.

Auf den letzten Seiten von Linda Medleys Comic, stehen Literaturhinweise und Wissenswertes über Wilgefortis, die es angeblich doch nie gegeben haben soll...

Dieses Foto zeigt die Heilige Kümmernis in der Kirche von Wissages in Frankreich.

587. Tag Berlin

Ein Tag in der großen Stadt. Lange hatte ich überlegt, ob ich heute nach Berlin fahren sollte, da ich ja noch die Nachwirkungen meiner Gehirnerschütterung spürte. Doch es gab einige wichtige Termine in Berlin, so dass ich doch fuhr. Mit dem Zug von Salzwedel ist man in nur eineinhalb Stunden in Berlin. So war ich schon am Vormittag dort und neben den Terminen konnte ich auch noch eine Freundin treffen. Es tat gut sie wieder zu sehen. Und es tat so gut wieder in Berlin zu sein!! Am frühen Abend fuhr ich wieder zurück und es fühlte sich seltsam an wieder zu Hause zu sein. So unwirklich war das: Tagsüber in Berlin gewesen zu sein und am Abend schon wieder im eigenen Bett zu liegen. Es ist schon seltsam mit mir. Also auf der einen Seite wollte ich weg aufs Land. Dann bin ich auf dem Land, habe dort auch noch meine Traumwohnung, für mich alleine, ungestört mit Holzboden und schönem Lehmofen, alles so wie ich es wollte, und dann fehlt mir das LEBEN - die Inspiration der Großstadt - die vielen verschiedenen Gesichter, die Läden mit ihrem vielfältigen Angebot, die Fahrt durch die Stadt - diese Vielfalt und die unterschiedlichen Atmosphären. Für eine Zeit ist die Stadt Berlin interessant und inspirierend. Und dann wieder der Ruf nach Rückzug und Natur. Der Luxus an beiden Orten Wohnungen zu haben wäre vermutlich eine Lösung. Hätte ich die finanziellen Mittel, dann wäre dies meine Wahl. Ein alter Bauernhof irgendwo in einer schönen Landschaft im Norden Deutschlands oder sonst wo in der Natur und eine kleine Wohnung in Berlin. Ende Mai läuft der Mietvertrag hier aus und wieder habe ich die freie Wahl zu gehen wohin ich will. Einerseits ein wunderbarer Luxus. Nicht jeder hat diese Freiheit. Zu spüren was steht gerade an. Was brauche ich. Was tut mir gut. Mit der Natur hier hatte ich mich vielleicht vertan. Also dieser Winter hat mich auf dem Land eher ausgebremst und lahm gelegt. Vielleicht brauchte ich auch diese Ruhe und werde im Nachhinein sagen das war genau richtig. Auf lange Sicht gesehen war es gut mich auszuruhen. Nach zwei Jahren immer wieder unterwegs - immer mit anderen Menschen gewohnt und ständig wieder neu einstellen - auch anstrengend. Gut mal nur für mich zu sein und mich zu erholen. Und dann wieder die Sehnsucht mehr unter Menschen zu sein. Das Gleichgewicht zu finden zwischen Nähe und Distanz, Rückzug und Geselligkeit. Dies immer wieder neu auszuloten.