Knutschen auf dem Rücksitz
Lieber Ingo,
auf dem Rücksitz geknutscht hatte ich schon lange nicht mehr. Was damit zusammenhängen könnte, dass wir inzwischen 2007 haben und nicht mehr 1987. Schließlich sinkt die Knutschfrequenz im Auto mit dem Alter deutlich ...
Es sei denn, man sitzt am Silvesterabend mit seinem knapp zweijährigen Sohn hinten im Taxi und fährt zu einer Party. Fred thronte im Kindersitz, ich daneben. Er grinste mich immer wieder an und drückte mir Küsse auf den Mund. Einmal nahm er sogar für ein paar Sekunden meine Hand. Ich war entzückt und gerührt, hält Fred sich mit Liebesbekundungen sonst eher zurück. Es sei denn, Wutanfälle zählen dazu.
Auf der Party (durch und durch kinderkompatibel - du weiß ja, wie das ist in unserem Alter: 15 statt 50 Gäste, Raucher auf dem Balkon statt im Schlafzimmer, Apfelschorle statt Apfelkorn, Musiklautstärke moderat statt mörderisch) war Fred als einziges Kind der heiß umworbene Mittelpunkt. Was er sichtlich genoss. Er tanzte die Nacht quasi durch und aß alle Erdnussflips, die in Schälchen auf Tischen und Borden verteilt standen. Gegen 24 Uhr, als ich auf dem Sofa sitzend bereits kläglich daran scheiterte, mein Gähnen zu unterdrücken, drehte Fred sich immer noch unter der Diskokugel, die Fäuste voller Flips.
Als wir gegen ein Uhr ins Bett fielen, durfte Fred ausnahmsweise bei uns schlafen, weil immer noch sehr viel geknallt wurde, und es schließlich ein besonderer Abend war.
Seitdem schreit Fred wieder, wenn wir ihn pünktlich um 21.15 Uhr in sein Bettchen legen. Im Dezember hatten wir ja mit der von mir wegen ihrer Unerbittlichkeit gern als "Nazi-Methode" bezeichneten Strategie begonnen, die im Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" beschrieben wird. Demnach bringen wir Fred immer zur gleichen Zeit ins Bett - und dort bleibt er dann auch, egal, wie lange und heftig er schreit. Wir gehen nur immer wieder hin, um ihn zu trösten und ihm zu zeigen, dass er nicht alleine ist.
Eigentlich wollte ich diese Methode nie anwenden. Doch als Fred immer später und nur noch in unserem Bett einschlief, und dann auch noch jedes Mal aufwachte und schrie, sobald wir ihn in sein eigenes Bett tragen wollten, wussten wir keinen anderen Ausweg. Wir liehen uns das Buch von Freunden und legten los. Die ersten vier Abende waren echt hart, Fred schrie jeweils eineinhalb Stunden, bis er komplett nass geschwitzt war. Danach ging es aber gut - eben bis nach Silvester. Jetzt schreit Fred wieder jeden Abend, wenn auch nicht mehr so lange wie am Anfang. Wie macht ihr das eigentlich mit dem Einschlafen. Klappt das bei euch gut?
Nun noch zu deiner Frage, ob ich mir lieb gewordene Angewohnheiten verkneifen muss. Sie zwingt mich zu einer Beichte, die mir etwas unangenehm ist. Denn was im Alltag ziemlich normal und weit verbreitet ist, sieht schwarz auf weiß ziemlich unschön aus: der inflationäre Gebrauch der Wörter "geil" und "scheiße", den ich weniger lieb gewonnen als mir über die Jahre angewöhnt hatte. Seit Fred da ist, bemühe ich mich, diese beiden Wörter nur noch ganz selten und gezielt zu benutzen - wenn etwas so mies ist, dass es schlicht kein anderes Wort als "scheiße!" dafür gibt, oder wenn etwas derart fantastisch ist, dass es einfach nur "geil!" ist.
So long, bis nächste Woche, Susanne & Fred
PS: Hatte ich dir schon erzählt, dass Fred inzwischen Melodica spielt? Er spielt zum Beispiel, aus welcher Höhe er sie runterwerfen muss, damit sie in 1000 Teile zerspringt (das Video ist leider nicht im Firefox zu sehen):
Liebe Susanne!
Vielen Dank für diesen Satz: "Seitdem schreit Fred wieder, wenn wir ihn pünktlich um *21.15 Uhr* in sein Bettchen legen." Ich dachte schon, meine 3-jährige Tochter sei eine Extraterrestrische, denn vor 21.30 krieg ich sie nie in's Bett (leider eher gegen 22 Uhr!), obwohl sie kurz nach 7 Uhr morgens aufstehen muss. Und da vergeht dann auch noch eine gute halbe, dreiviertel Stunde bis sie tatsächlich eingeschlafen ist... Aber sie ist ja auch schon etwas älter als Ihr Fred. Von anderen Eltern hört man ja immer, dass die Kleinen schon um 19.30 oder 20 Uhr in's Bett gebracht werden. Auch nur einer von den Urban Myths?
Vielen Dank für Ihren unterhaltsamen Weblog, ich hibbele Mittwoch mittags immer schon vor dem Computer herum bis Ihr Beitrag erscheint.
Karin
Kommentiert von:Karin | Mittwoch, 10. Januar 2007, 14:26 Uhr
Was bringt nur Eltern immer wieder dazu ihre Kinder nach Anleitung (schlimm genug, dass es solche "Ratgeber" gibt)seelisch zu quälen??? Warum in alles in der Welt muss ein so kleines schutz- und liebebedürftiges Wesen allein einschlafen können??? Einziger möglicher Grund ist, dass die Eltern die Zeit sparen möchten, die sie mit dem "in den Schlaf begleiten" "vergeuden" würden.
Wann wird unsere egoistisch eingestellte Gesellschaft endlich begreifen, dass das nicht die Norm sein sollte?
Ich finde den Bericht echt sehr traurig.
Vielleicht denkt ihr nochmal drüber nach, ob das unbedingt sein muss. Ich bin überzeugt, dass mein Kind spätestens in der Pubertät von allein "allein" einschlafen möchte und das finde ich völlig ausreichend.
Birke
PS: Ich schlafe übrigens auch lieber zusammen mit meinem Partner ein, als alleine.
Kommentiert von:Birke | Donnerstag, 11. Januar 2007, 11:43 Uhr
Liebe Birke,
Wie alt sind Ihre Kinder denn? Und schlafen Sie auch lieber mit denen ein?
Liebe Susanne, auch ich habe diese Methode angewandt, mit etwas Abstand 2 Mal. Es ging einfach nicht anders, denn mein Sohn schlief mit 9 Monaten einfach nirgendwo anders als auf meinem Arm, und das auch erst, nachdem er vor Erschöpfung umfiel. Aber wehe ich transferierte ihn in sein Bett! Da ging's gleich wieder los. Wir gingen alle auf dem Zahnfleisch. Bei der ersten "Anwendung" war am 5. Tag Ruhe ohne dass wir reingehen mussten, beim 2. Mal am 4. Tag.
Seitdem haben wir keine Probleme mehr gehabt. Er ist jetzt 10 Jahre, ein Nachtmensch und schläft möglicherweise etwas später als andere Kinder ein. Aber er schafft es alleine. In vereinzelten ganz schlimmen Situationen (schwere Krankheit, seelische Katastrophe) darf er auch mal im grossen Bett schlafen, dann wandert einer von uns aus. Aber das sind mittlerweile Ausnahmen.
Kommentiert von:gis | Donnerstag, 11. Januar 2007, 14:29 Uhr
Hallo gis,
mein Sohn ist 2 Jahre alt und mein Partner oder ich waren bisher immer bei ihm, wenn er abends einschläft. Das dauert 30-45 min, in Ausnahmefällen auch mal länger. Ich lege mich mit ihm hin, aber schlafe nicht mit ihm ein, sondern singe ihm vor, erzähle eine Geschichte ...
Ich glaube nicht, dass ein Kind nach der genannten Methode allein einschlafen "lernt", es hört nur irgendwann auf, auf Hilfe zu hoffen, wenn die Eltern die Methode lange genug durchziehen. Es resigniert.
Habt Ihr so eine "Ausnahmesituation" wie Gis, Susanne, oder warum wendet ihr die Methode an?
Birke
Kommentiert von:Birke | Donnerstag, 11. Januar 2007, 16:45 Uhr
Tja, das Schlafen.... ich denke nicht, dass die Tatsache, dass man ein Kinder lernen lässt alleine einzuschlafen und sich selbst zu beruhigen grausam ist. Ich finde es viel, viel schlimmer, wenn ein Kind nicht ohne Mami schlafen kann. (...und Mami gar nicht mehr zum schlafen kommt...)
Ich möchte, dass meine Söhne selbständige starke Kinder sind und so bald wie möglich rauskriegen was sie alles alleine schaffen können (und dazu gehört ja vielleicht auch alleine einschlafen); denn für alles was sie nicht schaffen bin ich ja da!
Nadine mit Oscar (4) und Louis (3)
Kommentiert von:Nadine | Donnerstag, 11. Januar 2007, 17:20 Uhr
Hallo Zusammen,
irgendwie war mir klar, als ich las, dass Fred mit der Ferber-Methode zum Einschlafen gebracht wird, dass das wieder große Diskussionen gibt.
Ich glaube, dass viele Kritiker sich nur oberflächlich mit der Methode beschäftigt haben. Denn Basis ist ja, dass erst einmal überprüft wird, ob es dem Kind gut geht (Hunger, Durst, Windel voll, ist es gesund? ...). Außerdem ist fester Bestandteil der Methode, dass die Eltern regelmäßig zu dem Kind hingehen, es beruhigen, ihm zeigen, dass es gerade nicht allein ist. Wenn man sich an diese zwei Grundsätze hält, glaube ich auch nicht, dass es grausam ist!!!
Ich kaufe meinem Kind ja im Supermarkt auch nicht ständig Schokoriegel, damit es nicht weint. Kleine Kinder müssen auch lernen, dass nicht immer alles nach ihrem Willen geht. Und ich kenne aus unserer PEKiP-Gruppe einige Eltern, die ziemlich verzweifelt waren, bevor sie zu so einem Einschlaf-Programm gegriffen haben. Und allen Beteiligten ging es nach kurzer Zeit wesentlich besser, ja, auch den grausam gequälten Kindern, die nämlich selbst oft darunter leiden, wenn sie nicht einschlafen können und so zu wenig Schlaf kriegen. Die Kleinen waren wesentlich ausgeglichener und fröhlicher - komisch, bei dieser grausamen Behandlung, oder nicht?
Wir waren bisher zum Glück noch nicht gezwungen, uns wirklich mit der Uhr dahin zu setzen und zu warten, dass unsere kleine Tochter sich beruhigt. Aber in seltenen Fällen hat auch sie Einschlafprobleme, besonders beim Mittagsschlaf. Was soll man den bitte tun, wenn man alles gemacht hat, um das Kind zu beruhigen - Streicheln, Singen, vielleicht Kügelchen gegen Zahnschmerzen. Sie beschwert sich, wenn ich dann rausgehe, manchmal auch fünf bis zehn Minuten lang, aber wenn ich im Zimmer bliebe, würde sie gar keine Ruhe finden, dann will man ja lieber mit Mama spielen als schlafen. Und 12 Kilo längere Zeit durch die Gegend zu tragen und so in den Schlaf zu schaukeln, dass schafft man doch gar nicht - ich jedenfalls nicht.
Ich bin überzeugt, dass man, wenn man ein enges, liebevolles Verhältnis zu seinem Kind hat, merkt, wann es wirklich Schlaf braucht, und dann tut man ihm auch mal einen Gefallen, wenn man es diesen Schlaf finden lässt. Und bei einigen Kindern geht das halt besser allein. Und ich bin auch überzeugt, dass Frau Arndt und Fred ein solches Verhältnis haben, und dass sie ihrem Sohn letztlich etwas Gutes tut (und sich selbst und dem Vater auch).
Das musste ich jetzt mal loswerden!
Eine schöne Woche wünscht
Kommentiert von:Michaela | Donnerstag, 11. Januar 2007, 18:21 Uhr
liebe susanne und liebe leserInnen, jeder muss am besten einschätzen, auf welche Weise bestimmtes Verhalten erlernt werden kann/soll. Ich bringe meine 17 monate alte Tochter mit Buch und Brust und Lied ins Bett - 60min max. später schläft die Kleine. Natürlich wacht sie bisweilen auf, aber dann kümmert sich (kurz mit Trösten, Zudecken) der Papa und wir alle sind zufrieden! -- Kritik an Ferber: - die behavioristische Annahme, dem Kind könne das entsprechende Verhalten schon beigebracht werden negiert individuelle Bedürfnisse der Kinder!(und beleidigt die sensible, kreatürliche Alternativsuche der Eltern nach dem passenden Einschlafritual) - Gefühlen und dem NäheBedürfniss nachgeben wird als Verwöhnen, Ein-Schlafstörungen als Fehlverhalten der Eltern bezeichnet/suggeriert! (tatsächlich ist, aufgrund des hohen REM-Anteiles im kindlichen Schlaf, nächtliches Aufwachen vorprogramiert. schlaf ist ein Reifungsprozess, Neugeborene 45-50%REM, Kinder im Alter von 24mon = 25% REM vgl. Erwachsener 20 % REM) - Signal ans stundenlang weinende Kind: Du bist allein mit deinem Weinen! (die Mengen an ausgeschüttetem Adrenalin beeinflussen das junge Hirn irreversibel!) - und das Kind schläft letztlich aus Erschöpfung ein, resigniert! -- ev.
Kommentiert von:ev. | Donnerstag, 11. Januar 2007, 22:10 Uhr
Als Fred 17 Monate alt war, dachte ich auch noch: niemals, niemals dieses blöde Buch, von dem alle reden! Da fanden wir es noch kuschelig, ihn bei uns im Bett einschlafen zu lassen, und glaubten: Hach, wir machen halt alles richtig.
Aber wenn weder Kind noch Eltern genügend Schlaf bekommen, weil Kind um Mitternacht immer noch lustig durch die Betten tobt und sich keineswegs durch "Buch, Brust und Lied" oder andere schöne Dinge "in den Schlaf begleiten" lässt, erscheint die Methode immer plausibler. Vielleicht ist es ein Zeichen von Hilflosigkeit, sie anzuwenden, kann sein. Aber sie tut uns allen gut - auch Fred, der nachts jetzt nicht mehr wie ein Zombie durch die Gegend hopst, obwohl er längst zum Umfallen müde ist, sondern schläft.
Ich schätze, zu viele Schlaflieder können ein Kind auch in den Wahnsinn treiben, womöglich will es einfach auch mal seine Ruhe haben nach einem langen, aufregenden Tag ...
Eine gute Nacht wünscht
Kommentiert von:Susanne Arndt | Donnerstag, 11. Januar 2007, 22:40 Uhr
Also wir haben das auch eine Zeit lang praktiziert, bei unserer Tochter sitzen zu bleiben, damit sie einschläft - meistens sind wir selber dabei eingeschlafen und wenn wir uns dann - Stunden später - mit steifen Knochen (so gemütlich war die Couch im Kinderzimmer dann auch nicht) bemüht haben, möglichst leise aus dem Zimmer zu gehen, wachte sie dann oft dabei auf und meinte, nein, Papa (Mama), Du sollst doch erst gehen wenn ich schlafe.... so haben wir teilweise wirklcih Nächte damit verbracht, in ihrem Zimmer zu sitzen und darauf zu hoffen, dass sie enlcih einschläft.. sie hat die Nächte damit verbracht angestrengt zu lauschen, ob wir auch ja nicht aus dem Zimmer gehen bzw. versucht wach zu bleiben, damit wir auch nicht gehen...... das war sehr nervenaufreibend...... Jetzt haben wir drei Kinder und das Einschlafen geht reibungslos... wir haben eine nicht ganz so harte Methode gewählt, ihr das beizubringen und sollte wirklcih einer im Bett sitzen und losheulen, geht einer von uns rüber kuschelt ganz fest mit dem Zwerg und legt sie wieder hin... dabei wird kein Licht eingeschaltet, und nur ganz leise geredet, wenn überhaupt und ich glaube, unsere Kinder gehen sehr gerne ins Bett..... Würde es nicht so reibungslos klappen, ich würde sicher auch in Richtung Ferber gehen... Das das Kind mit seinem Weinen allein gelassen wird, stimmt doch nicht wirklcih, oder.. die Eltern versuchen ja dem Kind durch das Zurückkommen zu verdeutlichen, dass das Kind nicht allein ist.. Eltern machen das ja auch nicht aus Böswilligkeit sondern weil es anders nicht funktioniert hat.......
Nicht schimpfen auf Eltern, bestärken!!!!!!!!!!
carlchen
Kommentiert von:carlchen | Freitag, 12. Januar 2007, 13:49 Uhr
Also wir haben das auch eine Zeit lang praktiziert, bei unserer Tochter sitzen zu bleiben, damit sie einschläft - meistens sind wir selber dabei eingeschlafen und wenn wir uns dann - Stunden später - mit steifen Knochen (so gemütlich war die Couch im Kinderzimmer dann auch nicht) bemüht haben, möglichst leise aus dem Zimmer zu gehen, wachte sie dann oft dabei auf und meinte, nein, Papa (Mama), Du sollst doch erst gehen wenn ich schlafe.... so haben wir teilweise wirklcih Nächte damit verbracht, in ihrem Zimmer zu sitzen und darauf zu hoffen, dass sie enlcih einschläft.. sie hat die Nächte damit verbracht angestrengt zu lauschen, ob wir auch ja nicht aus dem Zimmer gehen bzw. versucht wach zu bleiben, damit wir auch nicht gehen...... das war sehr nervenaufreibend...... Jetzt haben wir drei Kinder und das Einschlafen geht reibungslos... wir haben eine nicht ganz so harte Methode gewählt, ihr das beizubringen und sollte wirklcih einer im Bett sitzen und losheulen, geht einer von uns rüber kuschelt ganz fest mit dem Zwerg und legt sie wieder hin... dabei wird kein Licht eingeschaltet, und nur ganz leise geredet, wenn überhaupt und ich glaube, unsere Kinder gehen sehr gerne ins Bett..... Würde es nicht so reibungslos klappen, ich würde sicher auch in Richtung Ferber gehen... Das das Kind mit seinem Weinen allein gelassen wird, stimmt doch nicht wirklcih, oder.. die Eltern versuchen ja dem Kind durch das Zurückkommen zu verdeutlichen, dass das Kind nicht allein ist.. Eltern machen das ja auch nicht aus Böswilligkeit sondern weil es anders nicht funktioniert hat.......
Nicht schimpfen auf Eltern, bestärken!!!!!!!!!!
carlchen
Kommentiert von:carlchen | Freitag, 12. Januar 2007, 13:49 Uhr
Liebe Susanne,
ich muss dir recht geben. Meine Schwägerin hat bei ihrem Kind auch Riesenprobleme, bis es einschläft. Meiner Meinung nach ist das Kind aber nur quengelig, weil nach 10 Stunden Dauerberieselung durch die Mama es einfach mal seine Ruhe will. Merke, zuviel ist manchmal auch schlecht für´s Kind.
Kommentiert von:Bine | Freitag, 12. Januar 2007, 14:09 Uhr
Danke allen Verteidigern der "Foltermethode" (die im übrigen anscheinend viele Väter hat, hier in Spanien ist es ein Dr. Estivill). Ich habe oft den Eindruck, dass die Kritiker die Bücher gar nicht gelesen haben, denn das Kind wird ja gar nicht stundenlang alleine schreien gelassen. Man geht ja so lange immer wieder hin, bis es einschläft. Das kann an den ersten beiden Tagen Stunden dauern. Man redet dem Kind dabei ja auch gut zu und vergewissert sich, dass es ihm an nichts fehlt (ausser an Schlaf).
Zombie-Eltern mit Schleimbeutelentzündung vom Herumtragen sind meines Erachtens einer gesunden Entwicklung der lieben Kleinen eher abträglich. Wohlgemerkt, die Methode bezieht sich auf längeranhaltende Phasen des Nicht-Einschlafens, die schon eine Eigendynamik entwickelt haben, nicht auf eine sporadisch auftretende durchgemachte Nacht weil Kind überdreht oder gar krank ist.
Kommentiert von:gis | Freitag, 12. Januar 2007, 14:49 Uhr
Es gibt ja auch noch andere Literatur zum Thema Kinderschlaf...muss es denn immer Ferber bzw.Kast-Zahn und Co sein? Es gibt doch auch z.B.Mein Kind schläft durch. Eva Herman, Stephan Valentin
Der natürliche Weg zu ruhigen Nächten
Oder The no-cry sleep solution von Elisabeth Pantley, gibts einmal für Babies und einmal for toddlers and preschoolians, leider nur auf englisch. Es gibt durchaus humanere Methoden, als das schreien lassen, die sind aber zeitaufwändiger und individueller. Vielleicht wäre es mal eine Überlegung wert, diese Bücher zu lesen.Und was heisst überhaupt bei "Jedes Kind kann schlafen lernen", es wird geguckt, ob es dem Kind gut geht? Wenn es schreit, geht es ihm doch wohl nicht gut, oder? Lg, Anne
Kommentiert von:Anne | Montag, 15. Januar 2007, 23:02 Uhr
Hallo,
wir lassen unseren Kleinen auch immer mal wieder eine Weile weinen, bis er einschläft. Er ist ein sehr aufgewecktes fröhliches Kind - wir können keine negativen Auswirkungen erkennen....
Ich bin der Meinung, dass Kinder sich schon sehr früh bewusst sind, wie sehr sie ihre Eltern belasten können und das auch sehr egoistisch ausnutzen. Immer nur sanft mit ihrern Wünschen und Ansprüchen umzugehen, führt leider nach meinen Beobachtungen nicht zu freundlichen, ausgeglichenen Kindern, sondern eher zu sehr egoistischem Verhalten.
Natürlich muss man das immer individuell sehen. Wenn unser Kind krank ist, Zahnschmerzen hat oder einfach mal einen schlechten Tag hat, schläft es selbstverständlich bei uns im Bett.
Liebe Grüße
Inga
Kommentiert von:Inga | Dienstag, 16. Januar 2007, 9:03 Uhr
Hallo Anne,
ich bin tatsächlich der Meinung (wie auch einige andere hier), dass es in manchen Situationen wirklich das Beste ist, das Kind mal weinen zu lassen. Es ist ja auch bestimmt individuell, und jeder muss seinen Weg finden - aber bei uns ist es manchmal so, dass meine Tochter, wenn sie müde wird, total unleidlich ist und gar nichts mehr will: Weder auf den Arm für längere Zeit, nicht spielen, nicht kuscheln, nicht toben - es geht ihr dann nicht gut, und letztlich möchte sie ihre Ruhe haben. Das merke ich daran, dass sie zwar kurze Zeit weint, wenn ich sie in ihr Bett lege, aber das Weinen legt sich nach kurzer Zeit und dann schläft sie. Wenn ich hingegen im Zimmer bleibe, dreht sie nur noch mehr auf und findet gar nicht in den Schlaf.
Ich will ja auch gar nicht behaupten, dass die Ferber-Methode für jeden das Richtige ist. Wir waren bisher auch zum Glück noch nicht in der Situation, sie wirklich konsequent anwenden zu müssen. Für Sie mag ja eine andere Methode die Richtige sein, doch es gibt viele Eltern und Kinder, denen Ferber geholfen hat, und durch Formulierungen wie "grausam" oder "seelisch zu quälen" (die nicht Sie, aber andere Kritiker gebraucht haben) werden diese Eltern verurteilt. Dabei sind diese Eltern weder herzlos noch grausam, sondern sie haben einfach ihren eigenen Weg gefunden.
Und um nochmal auf das Argument zurückzukommen, dass es dem Kind nicht gut geht, wenn es schreit: Wenn mein Kind im Supermarkt schreit, weil es einen Schokoriegel haben will, ist es auch unglücklich, klar - aber kaufen Sie dann immer einen Schokoriegel???
Mütter und Väter, hackt Euch doch nicht gegenseitig die Augen aus - lasst uns lieber zusammenhalten und unseren Kindern ein Vorbild sein: Die Kleinen sollen doch auch Toleranz lernen!
Das war mein Wort zum Mittwoch ;-)
Liebe Grüße,
Michaela
Kommentiert von:Michaela | Dienstag, 16. Januar 2007, 16:18 Uhr
"Mütter und Väter, hackt Euch doch nicht gegenseitig die Augen aus - lasst uns lieber zusammenhalten und unseren Kindern ein Vorbild sein: Die Kleinen sollen doch auch Toleranz lernen!" (Michaela)
Besser kann man es wohl nicht ausdrücken. Jede Situation ist verschieden und es gibt auch nur individuelle Lösungen - so individuell wie unsere Kinder.
Wir Eltern können darauf reagieren, in dem wir uns die Erfahrungen anderer anschauen, akzeptieren und für uns selber prüfen, was wir davon ausprobieren oder adaptieren wollen.
Beste Grüße,
Jan
Kommentiert von:Jan | Dienstag, 16. Januar 2007, 23:41 Uhr
Was soll denn "Nazi-Methode" heissen??? Soll das etwa heissen, dass man die Folterungen in den KZs mit der Methode von Frau Kast-Zahn gleichsetzt???
also bitte...etwas mehr Verhaeltnismaessigkeit!!!
Gruss, Nosmo
Kommentiert von:Nosmo King | Donnerstag, 18. Januar 2007, 19:11 Uhr
nun ja, mein Sohn ist jetzt 4 Monate alt. Wir lieben ihn ueber alles und spielen den ganzen Tag mit ihm.
Er wird abends um 22.30 Uhr in sein Bettchen gelegt, vorher wurde er gefuettert, sauber gemacht und Baeuerchen gemacht, dann singen wir ein Schlaflied und machen das Licht aus. und: er schlaeft ein ohne zu schreien.
Er kann noch nicht die ganze Nacht durchschlafen, da er dazu noch zu klein ist. So wacht er gegen 3 einmal auf, wird gefuettert und schlaeft dann wieder allein in seinem Bettchen bis morgens um 7.30
Uns geht es so gut mit ihm, er wirkt gluecklich und zufrieden, und wir sind so entspannt, dass wir auf jeden Fall noch ein weiteres Kind wollen, vielleicht sogar noch 2.
Kommentiert von:Anita Schade | Donnerstag, 18. Januar 2007, 19:19 Uhr
liebe inga, ich finde das ist eine traurige wahrnehmung:
"Ich bin der Meinung, dass Kinder sich schon sehr früh bewusst sind, wie sehr sie ihre Eltern belasten können und das auch sehr egoistisch ausnutzen."
hast Du dieses bild auch von Deinem Partner?
nix für ungut! und gute nächte wünscht ev.
Kommentiert von:ev. | Freitag, 19. Januar 2007, 13:41 Uhr
Also ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, als ich vor Angst schweißgebadet im Bett lag. Ich durfte nur selten bei meinen Eltern schlafen und sie kamen auch nicht sofort, wenn ich rief.
Ich möchte diesen Zustand der Angst meinem Kind ersparen. Mein Sohn ist 4, schläft meistens bei uns im Bett und er schläft auch nur in unserem Beisein ein. Das ist nicht unbedingt die ersrebenswerteste Variante und wir ernten damit auch sehr viel Unverständnis, aber ich denke, in ein paar Jahren wird er sowieso allein schlafen wollen und ich genieße es, dass mein Sohn jetzt noch mit mir kuscheln will, irgendwann ist das vorbei ...
Kommentiert von:Katrin | Donnerstag, 1. Februar 2007, 9:48 Uhr