Neugierig in Dubai

Nicole Husak (34) wohnt in Dubai – und erzählt von ihren Erlebnissen in einer weltoffenen und doch so traditionell verankerten Stadt.

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« März 2009 .:Start:. Mai 2009 »

Es wird strenger

Gerade habe ich in meinem Lieblingsforum - weil es so herrlich zickig zugehen kann und ich mich immer wieder frage, womit man doch so alles seine Zeit verbringen kann - Expatwoman.com gelesen, das wohl unser geliebtes "Loch in der Wand" schliesst.

Es geht um das den Alkoholshop im "Barracuda" das sogenannte "Hole in the wall" in Um Al Quain. Es ist das erklaerte Lieblingsziel des Alkohol konsumierenden Buergers von Dubai um steuerfrei Alkohol zu kaufen. Die Auswahl ist recht gut. Natuerlich jede Menge harte Alkoholika aber auch schoene Weine aus aller Herren Laender. Die Preise sind nicht zwingend extrem guenstig, aber man spart den Zuschlag von 30% Alkoholsteuer, der hier in Dubai auf den regulaeren Preis faellig ist.

Strenggenommen macht man sich strafbar, wenn man den Alkohol von dort nach Dubai faehrt, da man durch das Emirat Sharjah fahren muss und Sharjah ist trocken. Noch Fragen?

Scheinbar hat das Emirat Um Al Quain nun laut heutigem Artikel in der Khaleej Times erlassen, das Nachtclubs und Bars zum 1. Mai geschlossen werden. Das heisst, es wird kein Alkohol mehr ausgeschenkt. Nun faende ich es nur logisch, das auch der angrenzende Alkoholladen keinen Alkohol mehr verkaufen darf. Nach folgendem Artikel seien sie aber nicht gefragt worden zu schliessen.... Finde ich persoenlich nicht logisch, aber beschweren will ich mich natuerlich nicht.

Mir stellt sich gleich die Frage, seit wann die Diskussionen wohl schon laufen, denn ehrlich gesagt, hatte ich bis heute noch nichts davon gehoert. Die Frage ist auch, ob es damit zu tun hat, das der Einfluss von Abu Dhabi auf die Emirate wieder staerker wird. In der momentanen wirtschaftlich schwierigen Lage scheint Abu Dhabi die Ueberhand in der Region zu gewinnen und die Daumenschrauben etwas anzuziehen.

Der zweite Artikel bezieht diese Entwicklungen auf die Situation in Bahrain, wo schon 1 und 2 Sternhaeuser keinen Alkohol mehr ausschenken duerfen, da sie damit ein Magnet der Unsittlichkeit werden wurden.
Auf der anderen Seite wundert es mich sehr, das auf diese nicht unerhebliche Einnahmequelle verzichtet wird. Jedes Emirat verstaerkt seine Anstrengungen im Bereich des Tourismus und es ist nicht von der Hand zu weisen, das ein Glas Wein zum Abendessen schoen sein kann... Die Moral wird wohl gerade einmal wieder hochgehalten - wir werden sehen, wohin das fuehrt.

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten. Wir haben uns vor 3 Wochen mit Nachschub vom Barracuda eingedeckt und warten jetzt einfach mal ab.

Weiterhin steht im Artikel, das Hotelzimmer nur noch Familien, sprich zumindest Eheleuten, vorbehalten sind. Tanzveranstaltungen, laute Musik und DJs sind ebenfalls verbannt worden. Mit vorheriger Erlaubnis duerfen aber lunch- und dinnerparties gefeiert werden, allerdings nur bis maximal Mitternacht...

Fuer alle die es interessiert noch eine Anmerkung: Solltet Ihr ueberlegen ob die Alkohollizenz Sinn macht oder nicht - BITTE, BITTE, BITTE stellt Euch diese Frage nicht, sondern besorgt sie Euch, wenn Ihr hier lebt, denn habt ihr sie nicht und werdet alkoholisiert erwischt, ist das der Beginn eines langen Alptraums.

Verkehrsnachrichten

Mir ist vor ein paar Tagen aufgefallen, das die Verkehrsnachrichten nun immer mit dem Adjektiv "exklusiv" versehen werden.  Was ist anders?

Ich hoere den Sender Radio 92 schon seitdem wir in Dubai sind und bis dato wurden die Verkehrsnachrichten von Hoerern an die Radio DJs weitergegeben. Entweder per SMS und der Bitte um RR oder aber direkt telefonisch ins Studio. Das Konzept ist meiner Meinung nach in einer Stadt wie Dubai sehr gut, weil es wirklich staendig an allen Ecken und Enden etwas zu melden gibt, es sei denn es ist Freitag.
In Deutschland muessen die Meldungen glaub ich von offizieller Stelle kommen, um Fehlmeldungen zu vermeiden. So weit ist man hier, zum Glueck, noch nicht und so konnte ich dank der zeitnahen Infos schon oft einem Megastau oder Unfall ausweichen.

Seit einer Woche vielleicht gibt es nun offizielle und exklusive RTA (Road and Transport Authority) Meldungen. Lange nicht so umfangreich wie die Hoerermeldungen, aber sie werden besser. Es wird also auch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis diese Meldungen erwachsen sind.

Grundsaetzlich kann ich sagen, das ich den Verkehr als sehr viel entspannter empfinde als auch schon. Es sind drastische Strafen auf Geschwindigkeitsuerschreitungen und ruecksichtsloses Fahren ausgesetzt und auch wenn immer noch genug seltsame Autofahrer unterwegs sind, faehrt es sich deutlich entspannter.

In diesem Sinne, gute Fahrt in die Heimat und bis bald.

ps: wir haben uns heute darueber unterhalten, wie hoch Moskitos eigentlich fliegen.... Meine eine Freundin konnte den 14. Stock bieten, der von der dritten in unserem Bunde aber mit dem 28. Stock ueberboten werden konnte. Warum fliegen Moskitos so hoch???

Es wird immer wieder gestaunt

Heute ist der zweite Tag, an dem das Wetter sich wieder von seiner milden Seite zeigt. Angenehm 'kuehle' 25 Grad, zarter Sonnenschein und eine leichte Brise - perfektes Wetter, um schon frueh morgens rauszugehen und den vormittag zu nutzen.

IMG_0022Also bin ich mit Luisa Richtung Al Wasl gefahren und dort in den Safa Park gegangen. Es ist ein grosser oeffentlicher Park mit x Eingaengen, Spielplaetzen, verschieden angelegten Gaerten - der europaeische erinnert mich nicht wirklich an daheim - einem See mit Tret- und Elektrobooten, einer Game-Area, verschiedenen Picknickbereichen, Grillplaetzen und den obligatorischen Sportplaetzen. Die drei Dirham Eintritt sind allemal gerechtfertigt.

Luisa liebt den Spielplatz, nicht weit vom Haupteingang, mit den vielen Rutschen und Schaukeln - man koennte es wohl als ihr kleines Paradies bezeichnen. Wir waren um kurz vor 9 da und genossen ausgelassenes Spielplatztreiben von 3 kleinen Kindern.... Bis auf einmal ein ganzer Schwarm auf uns zukam.IMG_0025

Lauter Maedchen, ich wuerde schaetzen 11-16 Jahre alt in langen, blauen Schuluniformkleidern ueber schwarzer Hose mit meist weisser Bluse und Kopftuch. Entweder locker um den Hals geschlungen oder wirklich die Haarpracht bedeckend.

In null komma nix war der Spielplatz belagert und die Kinder wurden bestaunt. Luisa ist blond. Das loest regelmaessig Begeisterungswellen bei den Einheimischen aus und so war es auch heute wieder. (Ich muss dazu sagen, das passiert bei allen westlichen Kleinkindern, die keine dunklen Haare haben.) Auf einmal war sie umringt von 4 Maedels, die ihr in die Wange kneifen wollten und sie kuessen wollten. Als ich das erfolgreich und diplomatisch abgewehrt hatte, ging es an die Suessigkeiten. Warum sie denn keinen Lolli wolle? Tja, sie kennt es nicht und das stoert mich auch nicht wirklich. Reicht schon, das die Mutter schokosuechtig ist... Die Maedchen haben es mit Verwunderung akzeptiert, das ich den Lolli als Geschenk dankend abgelehnt habe. Versoehnt haben wir sie mit gemeinsamem Rutschen.

 Ich haette es gerne mehr dokumentiert, aber auf meine Frage, ob ich sie mit Luisa fotografieren duerfe, haben viele die Flucht ergrIMG_0021iffen, so das es nur ein Foto mit einem Maedchen gibt. Sie war die reinste Quasselstrippe (Mutter Englaenderin, Vater Einheimischer aus Dubai) mit 5 Geschwistern (2 Schwestern und 3 Brueder). Sie hat mir dann erzaehlt, das sie alle aus einer nahen Schule kommen. Da sie dort keinen Schulhof haben, gehen sie taeglich in den Safapark. Auf meine Frage wie lange denn, meinte sie bis 12.30 Uhr, was zweieinhalb Stunden waeren. Das kam mir dann doch viel vor, aber sie blieb bei der Version.

Die Lehrerinnen sassen im Kreis unweit des Spielplatzes und haben sich nicht wirklich um den Verbleib IMG_0026 der Gruppe gekuemmert.
Ein paar Maedchen sind spazieren gegangen, anderen haben wir wild geschaukelt, ein Grossteil war im nahen Kiosk und andere waren im Automatenspielbereich oder auf den Trampolins.

Ich fand es total spannend und Luisa stand teilweise einfach mittendrin und hat gestaunt.

Als wir dann gegangen sind, konnte ich ein paar Kuesse auf die Wange nicht verhindern und wir wurden mit grossem Bahnhof verabschiedet, der immer groesser wurde, je mehr Luisa gelaechelt hat.

Manchmal ist es komisch und anstrengend, wenn man in solche Situationen geraet, aber heute morgen war es recht okay. Mittlerweile hat Luisa auch ein Alter, in dem sie kundtut, wenn ihr etwas nicht passt.

Ich merke aber auch, das es den Kindern nicht zwingend schlecht tut. Sie kommen mit extrem vielen Menschen in Kontakt, wenn auch immer nur oberflaechlich, und wachsen mit den verschiedensten Hautfarben, Kleidungsstilen und Nationalitaeten auf.