Neugierig in Dubai

Nicole Husak (34) wohnt in Dubai – und erzählt von ihren Erlebnissen in einer weltoffenen und doch so traditionell verankerten Stadt.

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Ramadan

Am Samstag, 23.09.2006, war der Beginn des diesjaehrigen Ramadan fuer die Region, in der auch die Vereinigten Arabischen Emirate und somit Dubai liegen. Der Beginn richtet sich nach dem Neumond und ich fand es sehr interessant, das man das genaue Datum nicht vorhersagen kann. Warum haben wir dann Mondkalender nach denen ganze Heerscharen leben, sich die Haare schneiden oder nicht schneiden lassen, Pflanzen setzen oder eben nicht? ...

Laterne_1 Es ist mein erster Ramadan den ich miterlebe und neben dem historischen Hintergrund und aller Theorie, war ich sehr gespannt, wie sich mir das wohl im Alltag offenbart. Leider habe ich noch keine freundschaftlichen Bande zu lokalen Arabern knuepfen koennen, kann also nicht mit Internas dienen, aber es ist interessant das neue Leben hier zu beobachten.

Im Ramadan fasten die Muslime, deren Koerper es zulaesst, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. In dieser Zeit entsagen sie sozusagen allen weltlichen Genuessen. Als Respekt ihnen gegenueber sollen auch alle Nichtastenden in dieser Zeit in der Oeffentlickeit nicht essen oder trinken, Kaugummi kauen oder rauchen und auch nicht laut zu ihrer Lieblingsmusik singen welche nur recht leise gespielt werden darf. Frauen sollten sich bedeckter kleiden, d.h. kein Dekoltee und Schulter zeigen und Roecke minimum bis zum Knie tragen und auch Maenner in Shorts sind nicht wirklich angesehen in dieser Zeit.

Moschee Ich muss gestehen, das ich sehr viel Respekt vor diesem Monat  hatte, weil ich so gar nicht wirklich wusste, wie sich das im Strassenbild und taeglichen Leben bemerkbar machen wird. Und ja, der Verkehr ist ein wenig entspannter zumindest zu der Zeit in der ich unterwegs bin, man sieht niemanden mit einer Flasche Wasser oder etwas zu essen, die Malls sind tagsueber relativ ausgestorben und irgendwie wirkt Dubai ruhiger.

Iftar_bab_al_shams Bei Sonnenuntergang wird das Fasten jeden Abend gebrochen und die Glaeubigen teilen ein - urspruenglich - einfaches Mahl. Das es je nach Bevoelkerungsschicht in reinste Gelage ausartet, ist nicht zu uebersehen. Aber ich glaube der urspruengliche Gedanke wird am ehesten neben den Moscheen deutlich, wo sich die Moslems in grossen Gruppen treffen und gemeinsam essen.

Die Arbeitszeit ist gesetzlich auf 6 Stunden pro Tag festgesetzt - laut VAE Gesetz gilt dies fuer alle Arbeitnehmer, unabhaengig welchen Glaubens - und die freie Zeit wird fuer Familien- und Freundesbesuche und Zusammensein genutzt.

Ein schoener Gedanke wie ich finde, den ich gerne ein bisschen aufgreifen moechte. Ich werde versuchen, mal einen Gang runter zu schalten in diesem wuselnden Schmelztiegel.

Ramadan Kareem

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Ramadan:

Kommentare

Die Fastenzeit hat hier in Marokko letzten Sonntag begonnen und morgens um 4.00 h !!!!! ist ein Trommler durch Strassen gegangen um die Leute aufzuwecken damit sie noch eine letzte Mahlzeit einnehmen und ihr Morgengebet verrichten(obwohl inzwischen jeder einen Wecker besitzt).
Wir arbeiten auch nur 6 Stunden,die Arbeiter allerdings von 6 h bis 14.00 h da sonst die Aufträge nicht rechtzeitig fertig werden. Hier nimmt man nach Sonnenuntergang eine Fleischsuppe (Harira) mit Datteln und Honiggebäck, Fruchtsäfte, Minztee und später am Abend ein Abendessen und wer es kann wacht morgens um 04.30 h auf und isst ein letztes Mahl. Die Restaurants und Cafés sind natürlich während des Tages geschlossen und einige restaurieren jetzt ihr Lokal.
Das Angebot in den Märkten und Supermärkten ist während der Fastenzeit reichhaltiger und in den Büros werden Rezepte ausgetauscht....
Viele Frauen die sich sonst europäisch kleiden, tragen eine Djelaba im Ramadan.
Wie schon Nicole sagt, ist alles etwas beschaulicher in dieser Zeit.

Ramadan Moubarak Said

Seit rund 43 Jahren lebe ich nun in Algerien und zeitweise auch in Tunesien.
Nun, so entspannt kann ich diese Fastenzeit nun doch nicht sehen. 1. sind die Menschen tagsueber recht uebellaunig, kann man denn weder seine Zigarette geniessen noch sein Kaeffchen trinken. Hinzu kommt, dass die Mehrheit unausgeschlafen umhergeht, hat man doch den ganzen vorherigen Abend und die Nacht mit dem Essen und allerlei Zeitvertreib zugebracht.
Ja, da ist der fruehe Morgen bitter. Ganz zu schweigen von der geistigen Dimension, die dabei abhanden gekommen ist, sollte man denn nicht uespruenglich recht bescheiden essen und beten?
Nun waere das noch dem bruehmten Zeitgeist zuzuschreiben.Was mich allerdings beunruhigt ist, dass die Toleranzgrenze zu denjenigen die nicht fasten inzwischen auf Null gesunken ist.
Also, ich, die ich in eine muselmanische Famillie eingebunden bin, sehe das alles nicht so blauauegig und schon gar nicht orientalisch-exotisch.
Hoffentlich bleibt anderen ihr Wohlgefuehl erhalten!
charlotte

Hallo Charlotte,
ich stimme dir zu im Punkt Toleranz. Mich stoert folgendes: Warum sollen Atheisten (so wie ich) eigentlich immer alles tolerieren, was religioese Menschen machen, wenn diese im Gegenzug nicht meinen Nichtglauben tolerieren. Ich esse wenn es mir passt, und moechte dabei nicht schief angesehen werden. Ausserdem finde ich es an einem Ort wie Dubai, wo das Geld nur so fliesst, irgendwie schon etwas ambivalent, strikte Fastenzeit einzuhalten, um nachher Gelage zu feiern... schaetze, es beruhigt irgendwie das Gewissen. Und dass dann auch noch Frauen sich mehr bedecken muessen - laecherlich. Tun sie das, um die Maenner nicht zu verfuehren? Ist denn Sex waehrend des Ramadan verboten? (Ich weiss das nicht - klaert mich auf). Wie waere es statt dessen, wenn sich die Maenner mal an die Nase fassen und sich mit ihren Trieben auseinandersetzen...
Food for thought!

Emma,
einfach mal umgedreht, was du gesagt hast, um es aus anderer Perspektive zu betrachten:
Warum sollen Gläubige eigentlich immer alles tolerieren, was Atheisten (zu denen ich übrigens auch gehöre) machen?
Ich denke da zum Beispiel an Muslime, die mit Schweinefleisch essenden Nichtmuslimen an einem Tisch sitzen müssen.

Du verlangst Toleranz, wirkst aber selbst intolerant. Hierzulande wird gern und lautstark gefordert, Migranten müssten sich deutschen Gepflogenheiten anpassen. Beobachtet man hingegen Deutsche im Ausland, muss man feststellen, dass sie oft nicht im geringsten bereit sind, sich den Landessitten anzupassen. Das ist aber - sowohl hier als auch dort - in bestimmten Bereichen notwendig, finde ich und bricht niemandem einen Zacken aus der Krone. Dabei geht es meiner Meinung nach vor allem um die Frage des Respekts den Einheimischen gegenüber.

Hallo Ute,
ich verstehe deine Ansicht, aber ich bin wirklich ueberzeugter Atheist, und sehen Gottesglaeubigkeit als eine Art unkritischen Wahn an. Deswegen kann ich Verhaltensweisen, die mit Religion zu tun haben und auch die Freiheit anderer einschraenken, nur schweren Herzens tolerieren.
Beispiel Schweinefleisch - totaler Unsinn. Soll ich meine Nachbarn am Restauranttisch darum bitten, sich woanders hinzusetzen, weil ich selbst Vegetarier bin? Nur weil etwas "Religion" genannt wird, muss es deshalb nicht gleich heilig sein. Was waere denn, wenn ich selbst eine Religion gruende, nennen wir es die Lila-Kuh Gemeinschaft. Wir beten alle eine lila Kuh an und die Frauen tragen nur noch lila Schleier. Milchverzehr ist verboten, und bitte, alles sollen uns doch repektieren, wenn wir morgens und abends uns um 8 im Kuhtempel versammeln und dort mit Muhgeraeuschen die heilige Kuh anbeten. Ich weiss das wirkt total laecherlich, aber ich sehe Religion als etwas an, was nicht auf Fakten basiert, sie hat extrem viel Krieg und Unheil mit sich gebracht.
Warum sollen wir etwas respektieren, das die Freiheit anderer einschraenkt? Zuhause kann jeder das machen was er will, aber bitte nicht oeffentlich.

Hallo Emma,

„ich sehe Religion als etwas an, was nicht auf Fakten basiert, sie hat extrem viel Krieg und Unheil mit sich gebracht.“

Ob die Kreuzzeuge oder der Wahn einiger fanatischer Muslime: Gläubige (oder solche, die den Glauben nur vorgeben) sind keine besseren Menschen als Nichtgläubige. Aber das steht hier ja nicht zur Debatte, hier geht es um den Respekt vor Andersdenkenden.

„Warum sollen wir etwas respektieren, das die Freiheit anderer einschraenkt?“

Inwiefern fühlst du dich denn in deiner Freiheit eingeschränkt? Und wenn du das so empfindest, warum lebst du dann in einem solchen Land? Man kann Religion, Kultur und Gesellschaft ja nicht einfach voneinander trennen und weiß, worauf man sich einlässt.
Im übrigen habe ich ein paar deutsche Freunde, die gläubig sind. So wie ich das respektiere, respektieren sie, dass ich nicht gläubig bin. Nur weil du und ich und andere mit Religion nichts anfangen können, dürfen wir doch die, die den Glauben als vorgegebenes Wertesystem brauchen, nicht abwerten.

„Zuhause kann jeder das machen was er will, aber bitte nicht oeffentlich.“

Ich finde, dass du wirklich intolerant bist. Was tust du eigentlich, falls du zu einer Taufe, Konfirmation oder kirchlichen Hochzeit in die Kirche eingeladen bist (ob evangelisch oder katholisch)?

Hallo Ute,
auf deine letzte Frage hin - ja, ich gehe auch zur Taufe/Hochzeiten von Freunden. Es ist ja nicht so, dass ich als Religioesenhasser durch die Welt laufe, verstehe meine bisherigen Kommentare bitte nicht falsch. Ich war auch auf einer katholischen Schule, vielleicht hat ja das mir die Religion vermiest :-)
"Nur weil du und ich und andere mit Religion nichts anfangen können, dürfen wir doch die, die den Glauben als vorgegebenes Wertesystem brauchen, nicht abwerten." Fuer mich liegt GENAU HIER der Hund begraben. Warum muss ich dieses vorgegebene Wertesystem denn akzeptieren, auf was basiert es denn, WER GIBT ES DENN VOR, UND MIT WELCHEM RECHT? Das geht eben schon sehr ins Philosophische, d.h. welches Wertesystem sollen wir denn ueberhaupt akzeptieren und woher stammt es?

Stimmt, Emma, wir müssen das Wertesystem nicht für uns akzeptieren. Aber die Menschen, die daran glauben, respektieren. So wie ich von toleranten Gläubigen erwarte, dass sie mich mit meinem nicht-religiösen Wertesystem (das aber in einigen Punkten durchaus mit dem christlichen übereinstimmt) respektieren.

Was wohl die Blog-Initiatorin von unseren Abschweifungen hält? ;-)

Hallo Ute,
mal ein kleines Beispiel aus meinem Leben... ich will nicht in der Kirche heiraten, meine Eltern sind darueber ENTSETZT. Wie wuerdest du denn damit umgehen? Habe schon xmal versucht, denen meinen Standpunkt klarzumachen, aber ich stosse auf taube Ohren. Das meine ich eben in punkto "Nichtglauebige tolerieren". Auch manchen Freunde halten meinen Entschluss fuer ziemlich unangebracht und sogar "unverantwortlich", sie sagen, ich wuerde den Menschen ueber alles stellen, anstatt Gott. Hast du eine Idee?

Hi Emma,
da es dein Leben ist und es für dich verlogen wäre bzw. nicht zu deiner persönlichen Überzeugung passt, kirchlich zu heiraten, würde ich an deiner Stelle tun, was ich für richtig hielte und nicht kirchlich heiraten.

Deine Eltern (und Freunde) müssen damit klarkommen und sollten das akzeptieren. Wenn sie das nicht tun, ist es deren Problem, nicht deins.

Sollten sie allerdings soweit gehen, dich deshalb fallenzulassen, wäre entweder sowieso der Wurm in der Beziehung oder es handelt sich um Fanatiker, denen du letztlich auch nicht helfen kannst.

PS
Sag ihnen, dass du offenbar eine andere Einstellung hast als sie und dass du dir wünschst, sie würden das akzeptieren. Immer wieder kehrenden Gesprächsversuchen oder Versuchen, dich umzustimmen, würde ich aus dem Weg gehen.

Aber vielleicht haben sich die Fronten zwischen euch verhärtet, weil von deiner Seite auch nicht viel Toleranz aufkommt und ihr immer wieder in Streitgespräche geratet? Wenn sie spüren würden, dass du sie so sein lassen kannst, wie sie sind, würden sie das bei dir möglicherweise auch tun. Könnte ja sein - Huhn oder Ei? ;-)

Hallo Ute,
Vielen Dank fuer deine Antwort... also ehrlich gesagt, mir wird jetzt erst wirklich klar, dass ich deshalb oft defensiv auf Religiositaet reagiere, weil meine Eltern eben NICHT akzeptieren, dass ich nicht religioes bin. Ich habe versucht, es ihnen zu erklaeren, aber sie verwickeln mich immer wieder in Diskussionen und machen einen auf moralisch, d.h., dass ich ja unmoralisch waere, und mich selbst (den Menschen) ueber alle Dinge stellen wuerde, statt Gott. Dabei gehen sie selbst NIE in die Kirche. Denen geht es glaub ich nur um das Fest, und auch "wie das bei den Bekannten/Verwandten ankommt". Traurig oder?

Hallo Ute und Emma und Charlotte und Matri

ich freue mich, das mein Beitrag diese Welle von Reaktionen bei Euch ausgeloest hat.

Meine Einstellung zum Ramadan ist eine Neugierige. Ich fuehle mich aber in meiner Unglaeubigkeit nicht beschnitten oder missachtet und erachte es als respektvolles Verhalten meinerseits, das ich mich in der Oeffentlichkeit an die Regeln halte.

Vielleicht ist meine Einstellung zu demuetig? Aber erstens weiss ich, wer ich bin und fuehle mich durch den Ramadan in meinem Nichtglauben nicht beschnitten oder eingeengt; zweitens faellt mir kein Zacken aus der Krone, wenn ich mein Gegenueber achte und drittens hat es seine schoenen Seiten. Endlich scheint auch Dubai mal innezuhalten und ich muss dazu nicht zwingend ins tiefste Bur Dubai oder Deira fahren.

Das Wichtigste aus meiner Sicht ist aber die Tatsache, das ich hier zu Gast bin.

Hallo Nic,
ich finde deine Einstellung/dein Verhalten nicht demütig, sondern halte es für völlig angemessen, dass du als Gast die Inländer und deren Bräuche achtest. Denn nicht um Menschenrechtsverletzungen, die man nicht hinnehmen kann.

Hallo Nic und Ute,
"Menschenrechtsverletzungen, die man nicht hinnehmen kann." Meiner Meinung nach fuehrt Religion leider oft zu diesen Menschenrechtsverletzungen. Findet ihr es denn gut, wenn kleine Jungs schon studenlang den Koran auswendig lernen muessen? Das ist fuer mich Gehirnwaesche, und das ist doch sicher eine Menschenrechtsverletzung oder? Denn in diesem Fall wird die Wahlfreiheit nicht gewaehrt.

Hallo Nic,
mich würde mal interessieren, was Du in Dubai beruflich machst und welche Erfahrungen Du dabei machst. Auch in Bezug auf die Rolle der Frau in einem arabischen Land. Dubai soll ja da sehr frei sein, aber ist das in der Realität auch wirklich so?

Hallo Emma,

du hattest gefragt: ja, Sex ist waehrend des Ramadans nicht erlaubt. Um Maenner nicht unnoetig zu verfuehren, sollte man nicht allzu freizuegig rumlaufen (Dreiviertel-Hose und Tshirt sind absolut OK). Ebenso ist es nicht erlaubt, sich in der Oeffentlichkeit zu streiten. Es ist eine Zeit der Selbstkontrolle und DAS finde ich sogar mal gut. Ich selbst koennte niemals den ganzen Tag fasten und dann nicht mal streiten ;). Bekomme naemlich furchtbar schlechte Laune, wenn ich einen leeren Magen habe. Aber ich respektiere den Ramadan absolut und kann ihm auch etwas Gutes abgewinnen.

Hallo Nadine
wie treffend, geht mir ganz aehnlich!
So gegen Ende meines ersten Ramadans hier in Dubai muss ich als Resumee sagen, das es wirklich interessant ist, das mitzuerleben und die einzige Nebenwirkung fuer mich ist, das ich zu wenig trinke, denn meine taeglichen 2 liter waehrend der Autofahrt fallen weg...

ich habe euer komitar gelesen , und ich muss sagen ! das jeder seine meinung sagen soll über die religion . denn ich halte will über die religion . aber ich habe auch mal eine frage an euch ! mein freund ist algeria und ich bin deutsche , wir sind seid 6monaten zusammen . nun meine frage an euch ! zählt mann schon als eine muslimen ? weiel ich es gelesen habe . was beteutet islam , datrn habe ich es gelesen ! denn wir wollen auch heiraten .

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