Neugierig in Dubai

Nicole Husak (34) wohnt in Dubai – und erzählt von ihren Erlebnissen in einer weltoffenen und doch so traditionell verankerten Stadt.

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Mein Dubai mal ganz still

Es war am letzten Donnerstag. Ich hatte einen aufregenden Morgen und war gerade dabei das Mittagessen vorzubereiten, als es einen lauten Schlag tat und der Strom im ganzen Haus aus war.

Selbst ist die Frau, auf zum Sicherungskasten - komisch, alles Sicherungen drin.

Also bei der Wartungsgesellschaft angerufen und auf die Elektrizitaets- und Wasserwerke verwiesen worden, was ja tatsaechlich auch Sinn macht. Dort habe ich dann erfahren, das wir vergessen haben, die letzten 2 Rechnungen zu zahlen. Peinlich, peinlich! Also, Strom und Wasser abgestellt - ohne Vorwarnung.

Man merke, das wir momentan gefuehlte 50 Grad haben (meist nur Ende 30 aber mit der extrem hohen Luftfeuchtigkeit kommt man sich vor, wie in einer feuchten finnischen Saune). Also keine a/c, kein Licht, kein Strom fuer Kuehl- und Eisschrank - Horrorszenario.

Aber es war ja unser Fehler. Also schnell bezahlt und gehofft, das es wirklich innerhalb 2 Stunden wieder aktiv waere. Alle Plaene ueber den Haufen geworfen und artig auf den Techniker gewartet. Der nicht kam... Nicht nach 2, nicht nach 4 und nicht nach 5 Stunden.

Nach 5 Anrufen beim Callcenter hatte ich um halb sechs (kurz vor Dunkelwerden im strahlenden Dubai) eine nette Dame an der Leitung, die Mitleid mit mir hatte und mich 'authorisiert' hat, den Strom selber wieder anzuschalten.

Richtig gehoert. Es ging hier um eine Schalterbetaetigung.

Der Hauptkasten befindet sich draussen am Eingang. Das Oeffnen ging auch ohne Spezialschluessel und da war er, mein Schalter zum Glueck. Unglaublich! Ein Klack und Abrakadabra, alles war, wie es gehoert.

Meine Recherchen haben nun ergeben, das es Mitarbeiter bei der DEWA gibt, deren Job es ist, Haeuser abzufahren, die im Rueckstand mit ihren Rechnungen sind und den Strom manuell abzuschalten. Scheinbar gab es mehrere Sichtungen, bei denen die Mitarbeiten rennend zum Auto sind, um ja jeder Konfrontation aus dem Weg zu gehen. Im Nachhinein lustig, in dem Moment einfach nur frustrierend.

ps: Den Titel habe ich gewaehlt, weil es unglaublich still war im Haus. Keine roehrende Klimaanlage, kein surrender Kuehlschrank, keine summenden Computerkuehler, kein Radio. Da ist mir erstmal aufgefallen, wie laut es bei uns mittlerweile ist, wenn es eigentlich still ist...

Ein herrlicher Tag

Wir schreiben Sonntag, den 27. Juni 2010 und heute abend wird ein grosser Moment stattfinden. Deutschland trifft im Rahmen der Fussball Weltmeisterschaft auf England - unserer Zeit um 18 Uhr.

Vor zwei Tagen bekam ich die erste 'Drohung' von meiner Freundin Joy (Englaenderin): Am Sonntag koennte unsere Freundschaft vorueber sein... Wow, das sitzt, oder?

Nein tut es nicht. Denn wir nehmen es alle mit Humor. Spannenderweise sind wir alle total fussballbegeistert und fiebern mit.

Ich finde es aber auch spannend, wie die Englaender ueber vergangene Schmach von deutschem Fuss diskutieren und Wahrscheinlichkeitstheorien aufstellen, was sich heute abend zutragen wird. Mir scheint es teilweise, also ob der Ausgang des heutigen Spiels wirklich wichtig fuer die englische Seele ist.

Heute kam dann die deutsche Flagge ans Auto und zum Kindergarten war ich im Fanshirt unterwegs ;-) Mutig, wenn man bedenkt, das wir in einem englischdominierten Umfeld leben und der Grossteil unserer Freunde aus England kommen. Was tut man nicht alles, um seine Freunde zum lachen zu bringen.

Wie auch immer das Spiel heute ausgehen wird, ich freu mich drauf. Natuerlich geh ich davon aus, das wir gewinnen ;-)

Aber im Golfclub (fest in bierseliger englischer Hand) werden wir es nicht anschauen, sondern bei einer deutschen Freundin daheim, die immer FullHouse hat zu den Spielen. Also dann, los geht's!

Der etwas andere Morgen

Irgendwer im Universum muss sich wohl gedacht haben, das mein Leben gerade etwas zu unaufgeregt ist. Also ist mein Morgen einmal ganz anders gelaufen, als ich es mir vorgestellt habe.

Mittwoch ist mit mein Lieblingstag in der Woche, weil ich dann einen langen Morgen fuer mich habe. Luisa ist bei ihrem 'Babysitter' und kommt um 12.30 Uhr wieder heim, was mir immer Zeit gibt, Dinge zu erledigen, bei denen ich Luisa nicht zwingend mitschleifen moechte.

Heute morgen hatte ich also zuerst die Handwerker im Haus, die im Rahmen unseres Instandhaltungsvertrages 3mal jaerhlich alles checken. Dann bin ich ins Karama zur zentralen Post Dubais (Dubai CPO), um eine Amazonsendung aus Deutschland abzuholen. Ging relativ reibungslos, diesmal sogar OHNE oeffnen des Paketes.

Mittlerweile war es 10.50 Uhr, gute Zeit, um schoen viel Verkehr auf den Strassen zu haben. Besonders im Karama und Bur Dubai.

Wir leben nun gute 4 Jahre in Dubai und haben noch nie einen Unfall gehabt, aber heute sollte das anders sein. Ich fahre im Kreisel auf der 2. Spur. Rechts neben mir blinkt ein Pajero, was mich annehmen laesst, er verlasse den Kreisel. Falsch. Ich blinke, will auf seine Spur wechseln und streife ihn. Er hat den Kreisel nicht verlassen und ich habe mich nicht rueckversichert, das er wirklich weg ist.

Dicker Verkehr, mitten im Kreisel, Riesengehupe um uns rum und der arme Attakierte schreit was das Zeug haelt. Indischer Geschaeftsmann, wahrscheinlich unter Zeitdruck. Als er wieder ruhig war, habe ich ihm vorgeschlagen abseits des Kreisels zu parken. Gesagt getan.

IMG_0470 Da es in Dubai Ewigkeiten dauern kann, bis die Polizei kommt und das wirklich eine Lapalie war, was das Blech unserer Autos wahrscheinlich ganz anders sieht, sind wir zur naechsten Polizeistation gefahren. Noch tiefer ins Bur...

Die Eingangshalle war voll, voll, voll mit allen Sorten Menschen und Nationalitaeten. Mein Frauenbonus hat aber funktioniert. Einmal suchend umschauen, schon kam ein Emirati auf mich zu, dem ich dann gebeichtet habe, das wir einen Unfall melden wollen.
Er hat uns direkt zum entsprechenden Polizisten durchgelotst. Fuehrerschein und IMG_0472Autoregistrierungskarte wurden eingezogen und die Daten uebernommen. Alles manuell auf Papier.  Mit lustigen Spielzeugautos, die wunderlich ramponiert aussahen ohne Raeder und wild zerkratzt, haben wir dann die Szene nachgestellt und da ich von Anfang an reumuetig meine Schuld eingestanden habe, war es eine schnelle Sache. Ich bekam den roten Durchschlag, der sich mittlerweile wieder beruhigte und flirtende (?) Geschaedigte den gruenen. Trotzdem die Situation klar war, fand ich es komisch, etwas zuzustimmen, wovon ich kein Wort verifizieren konnte - die Formulare werden in Arabisch ausgefuellt.

IMG_0471 Damit ich meinen Fuehrerschein wieder bekaeme, sollte ich die Busse von AED 200 (EUR 40) direkt bei der naechsten Bank bezahlen. Ich also hin, aber der bloede Automat, an den mich der Angestellte der Bank gelotst hatte, zeigte meine Busse noch nicht an. Da man ja nie wirklich weiss, wie oft die Server sich aktualisieren, bin ich also nach 5 Versuchen wieder retour zur Polizeistation. Der Polizist, der den Unfall aufgenommen hatte, hat mich dann zum Leiter der Verkehrsabteilung geschickt. Dort habe ich mich ehrlich gesagt etwas hilflos gegeben und habe tatsaechlich meinen Fuehrerschein zurueck bekommen, ohne gezahlt zu haben. Das war wieder einer der Momente, in denen ich dankbar war fuer das teilweise etwas willkuerliche und inkonsistente Verhalten der hoeheren Stellen.

Nun kann ich die Busse online zahlen und muss nicht noch einmal ins Bur, um den Fuehrerschein abzuholen.

Also fast alles wieder gut und ich freu mich auf einen ruhigen nachmittag daheim...


Ein bisschen 1001 Nacht

Es ist Wochenende, mein Mann ist fuer 1,5 Tage da, bevor er morgen nach Rumaenien fliegt und ich habe kurzfristig einen Termin fuer meine Nagelpflege bekommen. Was will Frau mehr?

Wie immer kommt man schnell ins Gespraech und heute habe ich fast maerchenhaftes gehoert.

Die Dame, die fuer meine Fuesse zustaendig war, nennen wir sie J, fing an zu erzaehlen, das sie erst sechs Monate in Dubai sei und vorher 21 Jahre in Saudi Arabien gearbeitet haette. Die letzten 15 Jahre davon fuer eine der beiden Prinzessinnen, die mit dem Innenminister des Landes, Prinz Naif bin Abdul Aziz verheiratet sind.

Alles, was ich jetzt schreibe, ist sozusagen nur ueberliefert, aber ich fand es spannend und moechte es teilen:

Scheinbar arbeiten im genannten Haus 100 Angestellte, maennlich und weiblich, die fuer ganz bestimmte Aufgaben vorgesehen sind. Aus diesen 100 Personen hat die Prinzessin 10 Damen ausgewaehlt, die in ihrem inneren Stab taetig sind.

Dort gibt es Aufgaben, wie abends um 22 Uhr ein Glas frische Milch auf das Zimmer zu bringen oder Parfuem zu verspruehen, wo auch immer die Prinzessin sich hinbegibt. Unzufriedenheit herrschte scheinbar, wenn der Flakon am Abend nicht leer war...

Die Angestellten leben in gestellten Unterkuenften am Haus und gehen pro Jahr scheinbar nur im Ramadan raus. Dies sei aber kein Problem, weil unter der Belegschaft ein sehr gutes Klima herrsche.

Den Lohn fand ich mit USD 200 pro Monat nicht beeindruckend, aber dieser wurde regelmaessig mit sehr grosszuegigen Geschenken aufgewertet, wenn alles zur Zufriedenheit laueft. So werden den Angestellten Boxen mit Geld ueberreicht (nicht selten SAR 500, ungefaehr EUR 100) oder teure Goldgeschenke gemacht.

Mittels der Goldgeschenke hat J ihr Haus in den Philipinnen finanzieren koennen, in dem heute ihre Eltern leben.

Kleider, die anlaesslich von Besuchern im Haus getragen werden, werden nicht gewaschen, sondern an das Personal verschenkt.

J meinte, das die Arbeit eine schoene Erfahrung war. Sie seien nie ungerecht behandelt worden und fuehrte ein gutes Leben dort. Sie gehoerte mit ihrer Schwester und ihrem Bruder, der ein Privatdiener zum saudischen Innenminister ist, zum engen Stab und scheinbar war die Prinzessin nicht erfreut darueber, das sie ihren Arbeitgeber verlassen wollte.
Trotzdem blieb sie bei ihrer Entscheidung nach Dubai zu kommen, weil hier ihre Kinder leben und die Sehnsucht nach der Tochter, die sie mit 6 Jahren bei ihren Eltern alleine lassen musste, um Geld zu verdienen, einfach zu gross wurde.

So hat jedes Maerchen genau wie die Realitaet zwei Seiten...


Ein grosser Schritt in Richtung Organspende

Bis dato war es in den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht moeglich eine Organtransplantation vorzunehmen. Der islamische Glaube untersagt die Verstuemmelung toter Koerper, als welche eine Organentnahme bis dato galt. Daher war es bisher nur moeglich in sogenannten Lebendspenden Organe (Leber, Niere) fuer Familenmitglieder zur Verfuegung zu stellen.

Nun hat das Gesundheitsministerium einen grossen Schritt in Richtung eines neuen Gesetzes unternommen, welches es den Buergern der VAE erlaubt, sich im Falle ihres Todes zu einer Spende ihrer Nieren, Leber, Lunge oder des Herzen zur Verfuegung zu stellen. Interessenten koennen Organspendeformulare ausfuellen und hinterlegen.

Allerdings muss man wissen, das derartige Gesetzesvorlagen hier immer eine lange Zeit brauchen, bis sie letztendlich aktiv sind. Trotzdem ist die Tatsache, das es heute in den nationalen Medien verbreitet wurde ein gutes Zeichen und laesst hoffen.

Fuer viele Patienten blieb bisher nur die Reise in andere Laender, der sogenannte Organtourismus. So ist der Verkauf der eigenen Organe zum Beispiel in Indien eine wichtige Einnahmequelle fuer viele Menschen, die sich einfach nicht mehr zu helfen wissen und fuer einen laecherlich kleinen Betrag ihr Leben auf's Spiel setzen, weil die Spenden nicht zwingend nach aktuellem Standard vorgenommen werden.

Hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten geht es nun darum, parallel das medizinische Personal zu schulen. Ehrlich gesagt, finde ich es fuer hiesige Verhaeltnisse fast schon proaktiv, diesen Schritt 'schon' jetzt anzugehen. Es scheint wirklich, das das Thema ernsthaft angegangen wird und Organspende bald auch hier moeglich ist.

Es wird sicherlich viele Leben retten, vor allem derer, die aus finanziellen Gruenden mehr oder weniger totgeweiht waren, weil sie sich die kostspielige medizinische Versorgung im Ausland nicht leisten konnten. Es laesst hoffen...

Morgens um halb zehn im IKEA

Ich bin irgendwie mit dem grossen Schweden aufgewachsen. Umso spannender war es, als der auch hier in Dubai Quartier bezogen hat. Das ist nun schon einige Zeit her, aber heute war ich das erste mal vor Ladenoeffnung, sprich um 9.30 Uhr da.

Der Verkauf oeffnet um 10 Uhr und so hatte ich ein bisschen Zeit zu ueberbruecken und habe mich ins Restaurant gesetzt. Da war was los!!!
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Es war voller arabischer Frauen in Abaya, Frauen aus den Philippinen und Inder. Die Ersteren haben sich  vor der Shoppingtour gestaerkt. Die zweite Gruppe die letzte halbe Stunde vor Arbeitsbeginn genossen, da es sich meistens um Verkaeuferinnen oder Buerokraefte handelt. Die dritte Gruppe stellte Bauarbeiter im mittleren Dienst dar, die sich eine Pause gegoennt haben.

Und was haben sie ALLE gegessen? Das unglaublich guenstige Fruehstueck fuer AED 4 (grob umgerechnet EUR 0,80). Es besteht aus einem Kartoffelpuffer, Pilzen, Bohnen, Ruehrei und Toast - ein typisch englisches Fruehstueck. (Ich nicht, hatte ein Shrimpsandwich nach reiflichem hin und her, ob ich es tatsaechlich riskieren soll. Es ist fast unglaublich, wie zweifelnd und abwaegend man wird, wenn man staendig von irgendwelchen Horrormeldungen ueber Lebensmittelvergiftungen etc pp verfolgt wird wie hier in Dubai. Grundgedanke mittlerweile: heiss, Kuehlkette bestimmt nicht stabil, also keine Shrimps. Aber es hat geschmeckt und ich fuehl mich (noch) wohl.)

Wir Deutschen kennen das Konzept von IKEA glaub ich alle. Hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten muss es aber erst eingefuehrt werden. So ist das Marketing ein sehr erklaerendes, fast schon an der Hand nehmendes.

Betritt man den IKEA steht in riesigen Waenden erklaert, das der Preis deshalb so guenstig ist, weil man es daheim selber zusammenbaut - gegensaetzlicher koennen zwei Erwartungshaltungen eigentlich gar nicht sein.

 

Kommt man an den Einkaufswagen vorbei, steht dort ein Angestellter und haendigt sie aus. An den Waenden Schilder, das der Preis deshalb so niedrig ist, weil die Angestellten vielen auf einmal helfen koennen, wenn man seine Waren selber durch den Laden schiebt.

IMG_0390Und im Restaurant dann die Bitte, den Tisch selber aufzuraeumen...

Spannend war, das sich fast alle dran gehalten haben. Normalerweise bin ich, wenn, nachmittags oder gen Abend dort und dann raeumt niemand der dann hauptsaechlich anwesenden Familien auch nur etwas zurueck.

In diesem Sinne liebe Gruesse an alle Billys weltweit.


Eine heisse Woche

Erst wusste ich nicht, was ich schreiben soll und nun brennen mir 3 Themen unter den Naegeln. Fangen wir mal mit dem ersten an - es ist heiss!

Seit zwei Tagen sind wir deutlich ueber der 40 Grad Marke und das wird wohl auch erstmal so bleiben. Aber das ist ja nicht wirklich etwas neues, gell?

Ein Arbeitskollege von Jan verbringt seine Ferien mit Familie hier in Dubai im Atlantis. Da es immer wieder eine Herausforderung ist, die Kinder bei diesen Temperaturen moeglichst nicht zu sehr zu strapazieren, haben wir uns daher fuer Samstag morgen am Hotelpool verabredet.

Eines der Dinge, die das Leben hier immer so glaenzend aussehen lassen, ist sicherlich die Tatsache, das wir ganz selbstverstaendlich in 5 und 7 Stern Hotels ein- und ausgehen und die Einrichtungen nutzen koennen. Natuerlich immer gegen Entgelt, aber grundsaetzlich ist es moeglich einen Tagesausweis fuer die Pool- und Privatstrandnutzung zu bekommen.

Tja, im Atlantis aber scheinbar nicht. Spontan kommentiert, nervt das. Weil es mal wieder eines dieser 'Wir sind so exklusiv'-Gehabe ist. Und was ich noch viel schlimmer finde, ist das man telefonisch einfach keine verbindliche Auskunft bekommt, ob es nicht doch geht. Denn Ausnahmen sind sowieso die Regel.

Streng genommen, muesste ich jetzt dorthin fahren (40 minuten), parken (nicht vor dem Hotel, da kein Hotelgast), Shuttlebus nehmen (25 min inkl. Wartezeit), Rezeption anpeilen und Thema ansprechen (60 Min). Will ich das? Nein.

Stattdessen fahre ich lieber mit Luisa Bus und gehe in der Mall of the Emirates Buecher lesen im Borders und danach... ein Eis essen. Es ist naemlich wirklich heiss.

Nicole an Erde

IMG_4502 Es gibt mich noch - und JA wir sind auch noch in Dubai. Es waren verrueckte Monate, streng genommen ging es bei uns rund seit dem letzten Sommer und ich hatte einfach keinen Kopf zu schreiben.

Wir waren die letzten 3 Wochen in Deutschland und in der Schweiz unterwegs und ich habe von meinen Bekannten und Freunden so viele Fragen nach den Eintraegen bekommen, das ich mir vorgenommen habe, wieder produktiv zu werden.

Ich weiss, das ich es schon einmal formuliert habe, aber es sieht alles danach aus, das unser letztes Jahr in Dubai diesen Monat begonnen hat. Die letzten 4 Jahre vergingen wie im Flug und langsam hat sich das Gefuehl breit gemacht, das es Zeit ist, zurueck zu gehen.

Das hat keinesfalls damit zu tun, das wir uns unwohl fuehlen wuerden, wir fuehlen uns total wohl. Wir fuehren ein normales Leben, das sich gar nicht so speziell anfuehlt, wie es von aussen immer scheint.

Wir haben einen tollen internationalen Freundeskreis aus England, Madagaskar, Suedafrika, Deutschland, Oesterreich, Irland, Australien, Daenemark etc pp und alle von uns sind auf dem Boden geblieben.

Natuerlich lebe ich in der Sonne, aber auf die jedesmal wieder angetroffene Aussage: "Wow, da wuerde ich auch lieber leben." Denke ich mir immer nur: "Dann frage ich Dich im Juli, August nochmal."

Luisa geniesst ihren Kindergarten und waechst ohne Probleme mit Deutsch und Englisch gleichermassen auf. Fuer das Baseldeutsch haben wir uns mit schweizer Mundart Cds eingedeckt. Wenn es zu heiss wird, holen wir dann den Kleinen Eisbaer ins Haus.

Ich fuehle mich angekommen insofern als das ich akzeptiert habe, das ich hier in Dubai nicht wirklich eine Chance habe, mich weiterhin im Berufsleben zu beweisen. Teilzeitarbeit ist nahezu nicht existent und ich stehe zu der Entscheidung, die wir vor Luisas Geburt getroffen haben, das ich fuer sie da bin, waehrend Jan arbeitet.

Weil wir nun von der Entsendung auf einen lokalen Vertrag gewechselt sind, stand die Reise in die Schweiz an, da Basel unser Ausgangsort fuer unsere Reise nach Dubai war. Anlass war letzte Abwicklungen vor Ort zu machen.
Mein Ziel war aber, herauszufinden, wie sich die Stadt, in der ich knappe 5 Jahre sehr gerne und aktiv als mitten im Leben stehende unabhaengige Frau gelebt habe, sich denn mit Kind und dem Wunsch auf absehbaren Berufs(wieder)einstieg anfuehlt.

Was soll ich sagen? Basel hat sich wunderbar angefuehlt! Und diese Erfahrung hat mir dieses suchende sehnsuechtige Denken genommen. Ich bin sehr entspannt und voller Freude auf unser letztes Jahr in Dubai am Freitag Nacht wieder hier angekommen und freue mich auf unser Projekt.

Es ist noch nichts in Stein gemeisselt und natuerlich haengt es primaer von Jans beruflicher Lage ab, aber ein Projekt beginnt immer mit dem Gedanken. Und den denken wir jetzt mal durch...

ps: Ich bekomme immer wieder Fragen zu Lebenshaltungskosten, Wohnungsmarkt und so weiter. Also keine Scheu und meldet Euch einfach, wenn Ihr Fragen habt. Ich freue mich!


Endlich wieder Rotweinwetter

Herrlich, grad springt mir der Titel meines heutigen blogs in den Sinn, ich schalte den Fernseher an und es laeuft ein Beitrag ueber Alkohol und Schweden... Scheinbar hat Schweden die europaweit hoechste Alkoholsteuer und Alkohol zu kaufen gibt es fuer Otto Normalbuerger wochentags von 10 bis 18 Uhr unter Auflagen und in speziellen Maerkten.

Da lobe ich mir doch mein Glas Rotwein, das erste seit Wochen. Seit ein paar Tagen kuehlt es draussen naemlich endlich wieder merklich ab. Morgens freu ich mich, als erstes die Kuechentuer aufzumachen, wenn Luisa und ich Fruehstueck machen. Es empfaengt uns naemlich eine leicht kuehle Brise. Wie schoen!

Und nachmittags, wenn die Sonne sich langsam neigt, ist es eine wahre Wonne draussen zu sein. Wir spielen Fussball im Garten, gehen viel spazieren, sind nicht schwitzende Stammgaeste auf den Spielplaetzen und lassen es uns gut gehen.

Klar, es sind tagsueber immer noch gute 30 Grad, aber hey, was ist das denn gegen knappe 50? Meine Jeans und ich sind wieder beste Freundinnen und Luisa findet es ganz spannend Struempfe zu tragen.
Die Klimaanlage wird mehr und mehr geschont und das einzig kleine truebe Licht ist, das es so frueh dunkel wird. Ab 17 Uhr fuehlt es sich schon richtig spaet an und da es keine wirkliche Daemmerung gibt, sondern der Uebergang von hell zu dunkel nahezu zackig ist, ist es um 18 Uhr stockduster.

Ich hoffe, das wird mir helfen, schoene Weihnachtsstimmung bei uns zu verbreiten. Wir bleiben naemlich dieses Jahr hier und starten unsere eigene Familientradition. Hauptproblem: Wie komme ich an frische Tannenzweige, damit ich unseren Adventskranz binden kann?

Ihr seht, es wird immer noch nicht langweilig... Zum Wohl...

Wieder eine Stunde weiter weg

Seit in Deutschland die Uhren um eine Stunde zurueckgestellt wurden um die Winterzeit einzulaeuten, ist mein Leben wieder ein Stueck auslaendischer geworden.

Es ist eine rein emotionale Sache, denn bis auf beim deutschen TV Programm bin ich ja gar nicht tangiert... Aber es fuehlt sich weiter weg an, weil es umstaendlicher ist, Telefonate mit Freunden und Familie zu verabreden. Klar, wo ein Wille ist ist auch ein Weg, aber gefuehlt beeinflusst es mich.

Es reicht ja schon, das ich Sonntags immer noch (kaum zu glauben, ich weiss) morgens frueh wie selbstverstaendlich zum Telefon greife und zum Glueck meistens noch gerade rechtzeitig feststelle, das es in Deutschland der heiligste Tag der Woche ist, welcher zudem noch im Morgengrauen steckt... Dabei sprueht hier der Wochenbeginn vor lauter Energie.

Ich lebe also fuer die naechsten Monate wieder ein gefuehltes Stueck weiter im Ausland.

Gerade deshalb einen lieben Gruss an alle Daheimgebliebenen und bis ganz bald...