Vom anderen Ende der Welt

Meike Burow (27) hat das Fernweh nach Neuseeland verschlagen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn in Auckland.

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Neuanfang und Ende

Willkommen in der Welt Nia!

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Unsere Tochter Niara Ozenaia wurde am 19. Juli 2010 um 5:27 im Wasser geboren. Sie war 51 cm lang und 3,7 kg schwer. Es war eine wunderschoene Wassergeburt und wir verlieben uns alle mehr und mehr. Es ist so ein Wunder einen Menschen in dieser Welt begruessen zu duerfen und jeder Moment ist einzigartig.

Dieses wunderschoene Erlebnis bildet den Auftakt von unserem Abschied hier in Neuseeland - und auch von diesem Blog. Heute ziehen wir hier aus unserem Haeuschen aus und werden die naechsten Wochen in unserem speziell desingten Wochenbett-Caravan am Meer verbringen. Ich bin traurig darueber aus unserem Nest auszuziehen - trotz der schlechten (nicht vorhandenen) Isolierung und kleiner weiterer Maengel war es doch unser Bethlehem - der Platz an dem unsere Familie geboren wurde. Und so werde ich es immer in Erinnerung behalten.

Auch fuer Niara haben wir genau wie fuer ihren Bruder einen Lebensbaum gepflanzt. Die Plazenta bekommt man hier naemlich direkt mit nach Hause um sich bei der Erde fuer das geschenkte Leben gebuehrend bedanken zu koennen. Leto hat einen Pohutekawa, Nia einen Kowhai Baum. Beide haben wir heimlich im Naturschutzgebiet eingepflanzt und freuen uns, dass dieses Stueckchen von uns allen immer hier bleiben wird.

Ich bin gespannt auf unsere Wochenbett- Zeit im Wohnwagen...und auf unsere Rueckkehr nach Deutschland, die bestimmt mit einem Kulturschock einhergehen wird. Insgesamt haben wir nun 6 Jahre hier unten gelebt und so richtig glauben kann ich immernoch nicht, dass es wirklich vorbei sein wird. Und wir noch so gar nicht wissen, wohin es uns in Europa verschlagen wird.

Das dieses Blog nun auch zuende geht liegt daran, dass die Brigitte Redaktion entschieden hat die Anzahl der Blogs auf 10 zu reduzieren. Und meines gehoert nicht dazu. In meinem Fall passt es ganz gut zusammen mit unserem Umzug. Ich hoffe, dass meine Eintraege Spass gemacht haben zu lesen und dass die Lesenden vielleicht Aspekte und Dinge ueber Neuseeland erfahren haben, die sie so noch nicht kannten oder vermutet hatten. Es ist auf jeden Fall ein Land dass es sehr wert ist, nicht von der Weltkarte vergessen zu werden...auch wenn es so haeufig uebersehen wird. Ich bin dankbar und stolz darauf Neuseelaenderin zu sein und ich hoffe, dass es weiterhin so viele Menschen gibt die sich auf den Weg in diese Ecke der Welt wagen - es lohnt sich!

Gerne haette ich haeufiger und regelmaessiger geschrieben, aber das Leben kam doch haeufig dazwischen :-)

Alles Gute und beste Gruesse - eure Meike....mit Familie

Ein Monat der alles veraendert

Es ist unsagbar viel passiert in den letzten Wochen. Umso unglaublicher erscheint es mir, immernoch schwanger zu sein (gestern war unser Stichtag, aber was heisst das schon?). Dieses Kind geht den Start ins Leben etwas gemaechlicher an als ihr/sein grosser Bruder. Der kam damals eine gute Woche vor dem magischen Datum - daher erlebe ich auch gerade zum ersten Mal die Flut an Anrufen, SMS und Spontan-Besuchern die alle mal kurz hoeren oder vor allem sehen wollen, ob wir denn nun schon zu viert sind oder immernoch nur zu 3,3/4tel. Haette ich geahnt, wie ernst die Mehrheit der Menschen diesen Stichtag nehmen haette ich wohl besser ein spaeteres Datum genannt.....

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Barfuss durchs Laub

Hier unten faellt zur Zeit das Laub - zumindest von den importierten Baeumen. Die Palmen trennen sich nicht von ihren Wedeln und auch die meisten Neuseelaender verhalten sich gegenueber Herbst und Winter sehr ignorant. So sieht man ueberall auch bei fallenden Temperaturen noch nackte Zehen und Fuesse. Allgemein gehoert Barfuss laufen hier zu den normalsten Dingen der Welt - da es keine gefaehrlichen Tiere gibt und Hundebesitzer gut hinter ihren vierbeinigen Lieblingen aufraeumen gibt es auch kaum Tretminen - aber so langsam wird es doch wirklich zu kalt fuer Schuhfreiheit. Dabei heizt unser Bauchzwerg mir ganz ordentlich ein - und sehen kann ich meine Fuesse sowieso schon eine ganze Weile nicht mehr. Und umstaendich ist das Schuhe anziehen mit so einer Riesenkugel sowieso.

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Gehirnschwund - aber wohin denn nur?

Soweit ich mich erinnern kann fing es ganz harmlos an. Mal ein verlegter Schlüssel, vergessene Milch obwohl dies der einzige Grund war Einkaufen zu gehen und vergessen Schuhe mitzunehmen. Diese Woche erreicht meine Schusseligkeit nun aber Dimensionen, die mich an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln lassen. Gestern zum Beispiel kehrte ich nach einem wunderbar sonnigen Nachmittag an Strand und Spielplatz nach Hause zurück - nur um selbiges unabgeschlossen und mit offener Haustür vorzufinden. Tritt ein bring Glück herein schien sich mein Kopf gedacht zu haben - oder auch nicht? Ok, zugegebenermaßen habe ich den Schlüssel auch schon mal häufiger über Nacht von außen stecken lassen, aber das hat in unserer Familie Tradition. Das Haus jedoch komplett unabgeschlossen zu verlassen ist neu, und bei den meisten Haustüren in Deutschland glaube ich auch nur schwer möglich. Hier ist es jedoch ein Leichtes.

Auch nicht schlecht war der letzte Mittwoch. Nach dem Besuch eines Polkadots-Konzertes ( eine super Band für Kinder mit unterhaltsamen Tanz- und Gesangseinlagen) war es Zeit nach Hause aufzubrechen. Sohnemann war angeschnallt in seinem Sitz, Kinderwagen und Einkäufe eingeladen - aber wo ist nur der Autoschlüssel? Nachdem ich ungefähr 20 Minuten das Auto sowie die direkt Umgebung durchsucht hatte (schließlich hatte ich es ja erst kurz zuvor aufgeschlossen - weit konnte der blöde Schlüssel doch wahrlich nicht gekommen sein) - mich sogar darin versucht hatte mit 7-Monats-Bauch unter das Auto zu gucken sehe ich, wie unser Kleiner mich mit großen Augen anguckt und mich fragt:"Mama Slüsel?" und den Schlüssel unter seinem Aller wertesten hervor zaubert. Ich muss ihn also auf den Schlüssel gesetzt haben. So was geniales ist mir in den letzten 19 Monaten noch nicht passiert.

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Top Shopping im Land der Flip-Flops und Fleecepullis

Jubel - Jubel! Endlich gibt es Hoffnung auf Alternativen zu Badeschlappen, Bikinis und Fleece-Pullis! Eine grosse britische Modekette hat Nachsehen mit Menschen in Neuseeland die sich auch mal anders anziehen wollen und eroeffnet eine Filiale hier in Auckland! Ich kann mein Glueck noch gar nicht fassen. Auch wenn ich mich zur Zeit eher auf die Ecke fuer Kugeln beschraenken darf - immerhin gibt es auch eine Kinderabteilung und da herrscht hier wirklich akuter Bedarf. Im Grossen und Ganzen bin ich keine Fashionista und auch kein echter Shopaholic - aber so ab und zu vermisse ich die Filialen des grossen schwedischen Modehauses, dass man in nahezu jeder deutschen Fussgaengerzone findet doch recht schmerzlich.  

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Wie schön ist doch die Waldeslust, wenn Du nicht gerade Pipi musst

Ab Mitte Dezember beginnt die absolute Draussensaison hier unten.Da es einfach nur heiss ist und draussen wenigstens ab und zu ein Windchen weht zieht es dementsprechend die Mehrheit der Kiwis ins Freie. Und raus aus der Stadt. Dazu gesellt sich eine Vielzahl an Touristen aus aller Welt, vor allem aus der nördlichen Hemisphäre, dem Winter entfliehend und hier Zuflucht suchend.
Die Population an so manchem verlassenen Strand schnellt von maximal 2 Personen auf bis zu 200 und überall erfreut man sich am wunderschönen Neuseeland. 

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Unser erstes Date - und voller guter Hoffnung

Vorgestern war es endlich soweit - wir hatten unser erstes Date mit unserem neuesten Familienmitglied.

Hier ein Erinnerungsbild

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Ist es nicht ein Wunder? Und dieser kleine Mensch hat uns sogar "den Daumen hoch" gegeben.

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Auf ein Neues - alles selbstgemacht !!!

Erstmal ein Frohes Neues Jahr! Ich hoffe, alle sind gut gerutscht? Kalt und glatt genug soll es ja gewesen sein. Hier eher so gar nicht. Es war ein wunderbar lauer Sommerübergang und das neue Jahrzehnt hat für uns wunderbar am Strand begonnen. Zum Glück habe ich vom Christkind einen Liegestuhl bekommen - den kann ich überall mithinnehmen und mich direkt bequem niederlassen. So langsam werde ich nämlich wieder dicker. Nicht nur dank Weihnachten, sondern vor allem dank eines (oder vielleicht auch zweier, da ist sich die Hebamme noch nicht so sicher und den ersten Ultraschall haben wir am nächsten Montag) Bauchbewohners der seit nunmehr 13 Wochen in mir heranwächst. 

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Wunderheisse Weihnachtszeit

Auch hier unten ist es wieder soweit - die Tage werden immer länger, die Nächte umso kürzer. Auffällig gekleidete Herren mit dicken roten Mänteln und Kuschelbäuchen treiben sich am Strand und in Einkaufszonen herum und überall wird man von :"I'm dreaming of a white christmas" oder auch "Winter Wonderland" beschallt und bedudelt. Weihnachtsstimmung fühlt sich hier etwas anders als in europäischen Gefilden. Es ist irgendwie alles etwas feierlicher und wesentlich weniger festlich. Echte Tannenbäume sind wahre Mangelware und Weihnachtslieder werden am liebsten draussen gesungen. Dazu gibt es Eis und Glühwein...denn wenn es dann erstmal dunkel geworden ist, wird es doch auch etwas kühler und die Lichter beginnen zu funkeln.

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Einmal Paradies und zurück

Wir waren dann mal weg...einfach so 3,5 Wochen im Hinterland von Bali. Und was soll ich schreiben? Seufz. Es war traumhaft und ich bin immernoch geschockt wieder im hektischen Neuseeland zu sein. Dabei ist es hier doch eignetlich so entspannt? Und am Anfang war ich einfach nur überwältigt von all den Eindrücken - den Farben, Gerüchen und Menschen. Die Namen waren schnell gemerkt, schliesslich bekommen alle Balinesen die gleichen - abhängig davon an welcher Stelle in der Familie man geboren wurde heisst man (oder Frau) Wayan, Made, Kadek und Kutuk - und ab Kind Nummer 5 geht's wieder von vorne los. Aber es gab so viel zu lernen! Unsere Tage begannen regelmässig um 5 Uhr mit dem Gamelan aus dem benachbarten Kloster.

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